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Handball-Oberliga Aufholjagd der HSG Delmenhorst wird spät belohnt

Von Klaus Erdmann | 20.03.2016, 14:47 Uhr

Beim 30:30 gegen den SVGO Bremen trifft Benjamin Janssens für den Handball-Oberligisten HSG Delmenhorst zwei Sekunden vor Schluss zum Ausgleich.

Samstagabend, Stadionhalle, Handball-Oberliga Nordsee, HSG Delmenhorst gegen SVGO Bremen. 59:35 der 60 Minuten sind gespielt. Auszeit HSG. Letzte Anweisungen. Letzter Angriff. HSG nimmt den Torwart heraus. Sieben Feldspieler greifen an. Benjamin Janssens trifft zum 30:30 (14:17). Die Uhr zeigt 59:58 Minuten an. Schluss. Das HSG-Team feiert einen gefühlten Sieg.

Der Elfte der Oberliga hat es im Treffen mit dem Vorletzten wieder einmal sehr spannend gemacht und seine Anhängerschaft durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt.

Andre Haake als „Agressive Leader“

220 Zuschauer erleben einen Aufsteiger, der zunächst keinen Zugriff auf die Begegnung findet. Während der Gast – wie erwartet – mit einer nicht zimperlichen 6:0-Deckung zu Werke geht, lässt der Hausherr die notwendige Aggressivität vermissen. Nach Benjamin Janssens 3:3 geraten die Delmenhorster in Rückstand. SVGO Bremen gibt den Ton an. Spielertrainer Andre Haake betritt das Feld, attackiert die Gegenspieler, übernimmt die Rolle des Aggressive Leaders, will ein Zeichen setzen, die Mannschaftskollegen aufrütteln. Das gelingt immerhin phasenweise. Die HSG, die zwischenzeitlich mit vier Torten zurückliegt, verbucht durch Philipp Freese das 10:10 (20.). Dann erzielen die Bremer drei Treffer in Folge. Zur Pause lautete der Spielstand 14:17.

13 der 17 Tore gehen auf das Konto von Erik (sieben) und Leif Brandt. SVGO überrumpelt die HSG wiederholt, trifft immer wider aus dem Rückraum. Während der Pause sagen Haake und Trainerkollege Werner Rohlfs den Spielern: „Deckt aggressiver“.

Remis nach Sieben-Tore-Rückstand

Zweite Halbzeit. Erik Brandt gelingt das 15:22 (37.). Kontinuierlich verringert die bravourös kämpfende HSG den Rückstand. Torwart Olaf Sawicki glänzt einige Male. Die Zuschauer unterstützen ihr Team. Die Schlussphase hat es in sich. Jörn Janßen verwandelt seinen fünften Siebenmeter zum 27:29. Dann trifft Tobias Schenk den Pfosten. Nach 56:40 Minuten markiert Freese das 28:29. 32 Sekunden später gleicht Janßen zum 29:29 aus. Kurze Zeit später wirft Freese erneut auf das Gehäuse der Bremer. Der Ball überschreitet die Linie. Die guten Unparteiischen sehen es anders, erkennen den Treffer nicht an. 29:30 durch Leif Brandt. Auszeit, letzter Angriff, Benjamin Janssens, 30:30.

Bremens Coach Ralf Brandt sagt, dass Delmenhorst nicht aufgegeben und seiner Mannschaft den Schneid abgekauft habe. „Wir waren erst zu passiv und die Körpersprache war nicht da“, erklärt Haake. Freeses Ball sei klar hinter der Linie gewesen („Das war eine bittere Entscheidung“). Rohlfs („Wir hatten Chancen zum Sieg“) erinnerte an den legendären Sepp Herberger: „Ein Handballspiel dauert 60 Minuten.“