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Handball-Oberliga Brisantes Derby zwischen Neerstedt und Delmenhorst

Von Klaus Erdmann und Frederik Böckmann | 25.03.2017, 08:54 Uhr

Derbys, das weiß der geneigte Sportfreund, haben ihre eigenen Gesetze. Beim Spiel der Oberliga-Handballer des TV Neerstedt gegen die der HSG Delmenhorst, das Samstag um 19.30 Uhr beginnt, handelt es sich um ein besonders brisantes Nachbarschaftstreffen.

Das ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass Jörg Rademacher, Cheftrainer des TVN, in dieser Funktion zur nächsten Saison zur HSG wechselt. Zudem haben sich die abstiegsbedrohten Delmenhorster ab der Saison 2017/18 die Dienste des Neerstedters Ole Goyert gesichert. (Weiterlesen: Jörg Rademacher übernimmt HSG Delmenhorst) 

Die Sache mit dem Rademacher-Wechsel möchte Andre Haake, aktueller Spielertrainer der HSG Delmenhorst, nicht überbewertet wissen: „Für mich ist das jetzt kein Thema. Dafür sind Jörg und ich schon zu lange im Geschäft.“ Er hoffe, so Haake, dass einige seiner Spieler extra motiviert seien und ihrem zukünftigen Trainer etwas zeigen wollten. (Weiterlesen: HSG Delmenhorst bastelt an ihrer Zukunft) 

Delmenhorst hat in der Liga in den vergangenen beiden Spielzeiten alle drei Duelle gegen Neerstedt verloren. Haake: „Das soll sich ändern.“ Nach dem 25:19 gegen den Elsflether TB gelte es, den positiven Trend fortzusetzen. Er hoffe, dass die Mannschaft heiß sei und die Taktik umsetze, damit man es schaffe, einen Punkt mitzunehmen. (Weiterlesen: HSG Delmenhorst schlägt Elsflether TB) 

HSG Delmenhorst fehlen drei Kreisläufer

Dazu, so Haake, müsse man allerdings „ein, zwei Schippen“ drauflegen, denn Neerstedt sei ein anderes Kaliber als Elsfleth. Eine starke Abwehrleistung bezeichnet der Coach als „A und O“. Neerstedt besitze den besten Rückraumlinken der Oberliga: „Eike Kolpack kann man nie ganz ausschalten.“ Die erste Sieben des Gegners sei „top“. Haake: „Was die Neerstedter mit ihren paar Leuten auf der Platte machen, verdient großen Respekt.“ Er rechne damit, dass Tim Schulenberg beim TVN wieder dabei sei. Die HSG sei „klarer Außenseiter“. (Weiterlesen: Kreisläufer Thies Kohrt wechselt zur HSG Delmenhorst) 

Das HSG-Trainerduo Haake/Werner Rohlfs muss auf die Kreisläufer Alexander Schöps, Meik Schäfer und Christopher Hartwig verzichten. Er vertraue auf dieser Position Dominik Ludwig, erklärt Haake, und eventuell hole man hier Benjamin Janssens mit ins Boot. Ist es ein Vorteil, dass sich der Gastgeber nicht im Abstiegskampf befindet? „Nein“, antwortet Haake, „Neerstedt wird auch so heiß sein wie Frittenfett.“

Jörg Rademacher interessiert nur der TV Neerstedt

Extra motivieren brauche Jörg Rademache seine Spieler nicht, ist der Neerstedter Trainer überzeugt. „Klar, das ist ein Derby.“ Für ihn selbst das Duell der nur 22 Kilometer entfernten und fünf Punkte auseinander liegenden Nachbarn jedoch ein Spiel wie jedes andere – unabhängig davon, dass er in der nächsten Saison zur HSG Delmenhorst wechselt. „Ich bin noch bis zum 31. Mai beim TV Neerstedt unter Vertrag. So lange will ich alle Spiele gewinnen und werde alles daran setzen, den Klassenerhalt in der Oberliga schnell zu realisieren – auch gegen Delmenhorst, selbst wenn ich mir damit ins eigene Bein schieße“, betont der frühere Bundesliga-Profi.

Neerstedt zeigte zuletzt beim 32:24 gegen die SG Achim/Baden eine der stärksten Leistungen in Rademachers Amtszeit – trotz des gewohnten Mini-Kaders. Für den TVN-Coach war das Ergebnis auch das Resultat „unserer Arbeit in den vergangenen eineinhalb Jahren. Die Mannschaft weiß, was sie in Abwehr und Angriff machen muss – auch, wenn sie mal schwächere Phasen erlebt. Wir haben Qualität und sind schwer ausrechenbar.“ (Weiterlesen: TV Neerstedt feiert souveränen Sieg über SG Achim/Baden)