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Handball-Oberliga der Damen HSG Hude/Falkenburg will die Meisterschaft

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 02.09.2016, 09:30 Uhr

Neue Saison, alte Sorgen: Das Personal bereitet dem Handball-Oberligisten HSG Hude/Falkenburg mal wieder Probleme. Doch Trainer Dean Schmidt will nicht jammern und ist überzeugt: „Wir haben die Qualität für den Aufstieg.“

Kreuzbandrisse, Brüche und zahlreiche andere Verletzungen: Die vergangene Drittliga-Saison war für die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg nicht nur sportlich verkorkst, sondern auch durch ein fast schon absurdes Verletzungspech geprägt. Und diese Spielzeit? Solle vieles besser werden, vor allem hinsichtlich der Personallage. Lief es auch, bis vor ein paar Wochen. Doch jetzt, ein paar Tage vor dem Saisonstart, geht die HSG wieder auf dem personellen Zahnfleisch. Ausgerechnet vor dem Knaller-Auftakt am Sonntag (16.30 Uhr) in Ganderkesee gegen den Titelkonkurrenten VfL Stade droht der Ausfall von bis zu sechs Spielerinnen.

Kreisläuferin Katharina Stuffel (Nase gebrochen) fällt sicher aus. Dazu stehen große oder kleine Fragezeichen hinter Lisa Busse (Bänderdehnung), Svenja Stapoisky (Bänderdehnung), Kerstin Janßen (Schienbeinreizung), Kristin Schulze (Rückenprobleme) und Jennifer Frank (Kniebeschwerden). Aufgrund dieser möglichen Ausfälle wollte Hude/Falkenburg das Auftaktspiel absagen. Stade stimmte einer Verlegung zu, diese scheiterte aber am Veto der Staffelleitung, die an die vorgeschriebene Frist von vier Wochen für Verlegungen erinnerte.

Titelrennen zwischen Hude/Falkenburg und Stade wahrscheinlich

Die Ausgangslage könnte also optimaler sein, aber Trainer Dean Schmidt meint süffisant: „Die Mannschaft kennt sich mit solchen Problemen bestens aus.“ Er und sein Team wollen ohnehin nicht jammern. „Wir sind als Mannschaft zuletzt noch einmal enger zusammen gerückt. Die Qualität für den Aufstieg haben wir ja“, betont Schmidt (seit Februar im Amt), dessen bisheriger Co Werner Bokelmann sich zurückgezogen hat.

Die Saisonpläne bleiben bei Hude/Falkenburg ohnehin unverändert; bereits zum Ende der abgelaufenen Spielzeit verkündete Schmidt den Wiederaufstieg als Ziel. Er geht wie alle Experten von einem Titelrennen mit dem letztjährigen Zweiten Stade aus. Zwar könnten Teams wie Wilhelmshaven, Habenhausen oder Dinklage an einem guten Tag Stade oder Hude/Falkenburg durchaus ein Bein stellen, „aber auf Dauer werden nur wir beide die Meisterschaft erringen“, glaubt Schmidt.

Neuzugänge schlagen gut ein

In seiner Mannschaft gab es im Sommer einen sanften Umbruch. Den fünf Abgängen stehen drei Neuzugänge gegenüber. Die Lücke von Kea Drewes auf halblinks soll Kerstin Janßen schließen; die Delmenhorsterin hinterließ einen sehr guten Eindruck, auch dank ihrer zuverlässigen Abwehrarbeit. Kreisläuferin Jennifer Frank („Sie hat eine starke Physis“) und Außen Ashley Butler („Sie ist bei Gegenstößen sehr gefährlich“) haben die Qualität ebenfalls erhöht.

Und dann wäre da noch Mareike Zetzmann. Die Shooterin, die vergangene Saison aufgrund eines Kreuzbandrisses nur zum Ende sporadisch spielte nähert sich nach einem erneuten kleinen Eingriff im Knie langsam wieder ihrer alten Stärke. „Wenn ,Zetzi‘ in Bestform kommt, wird sie nur schwer zu stoppen sein“, glaubt Schmidt. Der Coach betont aber auch: „Wir haben im Rückraum vier, fünf Spielerinnen, die Tore werfen können. Wir sind nicht abhängig von einer Spielerin.“

Trainer Schmidt sieht Mannschaft noch nicht am Leistungslimit

Als die HSG 2014/2015 Oberliga-Meister wurde, wurde sie aufgrund ihrer Qualität in den meisten Spielen nur wenig gefordert. Diese Gedanken sollte seine Truppe aber schleunigst ausblenden, erklärt Schmidt: „Ich möchte, dass meine Mannschaft in jeder Partie bis zum Ende Vollgas gibt.“ Ohnehin sieht der 35-Jährige sein Team längst noch nicht am Leistungslimit. Das Umschaltspiel beschleunigen, den Angriff weiter verfeinern und justieren – das sind nur zwei der Aspekte, die auf Schmidts Agenda stehen.