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Handball-Oberliga der Frauen HSG Hude/Falkenburg kommt mit blauem Auge davon

Von Daniel Niebuhr | 03.09.2017, 23:43 Uhr

Zum Auftakt der Oberliga bezwingen die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg den TV Oyten II mit 29:28 – dank Leihgabe Thalia Mahlendorf.

Knappe 59 Spielminuten lang hatten sich am Sonntag in Ganderkesee einige Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg als Heldinnen des Tages empfohlen, die flinke Torhüterin Mareen Rump zum Beispiel – Thalia Mahlendorf gehörte eher nicht dazu. Die Leihgabe aus der zweiten Mannschaft machte zum Oberliga-Start gegen den TV Oyten II ein engagiertes, aber unglückliches Spiel, bis sie 90 Sekunden vor Schluss den Ball auf Linksaußen bekam. 28:27 stand es da für die HSG, Mahlendorf warf sich in den Kreis hinein und den Ball zu ihrem einzigen Tor ins Netz – es war der entscheidende Moment des Auftaktspiels, das schließlich mit einem hauchdünnen 29:28 (15:13) für Hude endete.

„Deutlich zu spannend“

Es gehört zur Geschichte dieses Sieges, das Mahlendorf ihre Rolle dabei erst hinterher bemerkte. „Ich hatte die Uhr und den Stand nicht im Blick, ich wollte nur endlich ein vermaledeites Tor werfen“, erklärte sie später. Ihr Trainer Timo Stein hatte den Ernst der Lage besser erkannt und schnaufte nach dem Spiel: „Es war mir deutlich zu spannend. Zum Glück hat Thalia im entscheidenden Moment getroffen.“

Andernfalls hätte ein ganz bitterer Punktverlust gedroht und ein früher Dämpfer für die Huder Ambitionen. Denn bis weit in die zweite Halbzeit hinein hatte alles nach einem lockeren Start-Ziel-Sieg des Favoriten ausgesehen, der sich gut bewegte und den durchaus spielstarken Gegner immer im Griff hatte. Die Huderinnen hatten durchgehend geführt, zwischenzeitlich mit 14:9, zur Halbzeit dann – dank eines späten Distanzwurfs von Jessica Galle aus dem Stand – mit 15:13.

Acht-Tore-Führung verspielt

Als die gute Kerstin Cordes in der 43. Minute das 24:16 warf, schien Oyten geschlagen, die Drittliga-Reserve raffte sich aber zu einer eindrucksvollen Aufholjagd auf, die die Stimmung in der Halle kippen ließ. Die Gäste warfen zweimal vier Tore in Folge, erst zum 20:24 und später zum 26:26-Ausgleich in der 57. Minute. Danach zeigte Kreisläuferin Katharina Stuffel ihre Klasse, sie traf zum 27:26 und holte den Siebenmeter heraus, den Galle mit ihrem neunten Tor zum 28:26 verwandelte.

Die gut auftretenden Oyterinnen waren noch nicht geschlagen und blieben bis zum Schluss dran, nach Mahlendorfs Treffer zum 29:27 brachte die HSG den Sieg aber über die Zeit. „Es war gut, dass wir die Ruhe bewahrt haben, nachdem Oyten gerade Aufwind bekommen hatte“, fand Stein.

Starke Torhüterin Mareen Rump

Er wusste selbst am besten, dass es in den kommenden Wochen noch genügend Raum zum Justieren gibt, ohne US-Nationalspielerin Ashley Butler und weitere Stammkräfte fehlten dem Trainer die Optionen, als es eng wurde. „Uns ist die Luft ausgegangen. Aber nicht, weil wir schlecht vorbereitet waren, sondern weil uns wichtige Spielerinnen fehlten“, sagte Stein, der während des Spiels regelmäßig als Taktiker gefordert war. So setzte er Lisa Busse mal am Kreis, mal auf Rechtsaußen und zwischenzeitlich im Rückraum ein – sie erledigte alle Aufgaben tadellos. Auch Rump zwischen den Pfosten gab ein exzellentes Debüt bei den Huder Frauen.

Stein wollte sich den Sieg dann auch nicht selbst schlechtreden, schließlich könne man nicht erwarten, „dass wir jeden Gegner mit 15 Toren aus der Halle jagen. Wenn wir jedes Spiel mit einem Tor gewinnen, ist mir das auch recht.“ Dazu passt die folgende Statistik: Das letzte Mal, dass die HSG 28 oder mehr Treffer kassierte und trotzdem gewann, war beim 33:29 gegen den VfL Oldenburg III vor fast vier Jahren.