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Handball-Oberliga der Frauen Kleiner Derby-Kater bei HSG Hude/Falkenburg und TV Neerstedt

Von Heinz Quahs | 11.11.2018, 14:54 Uhr

Nach dem verrückten 22:21 der HSG Hude/Falkenburg in der Handball-Oberliga der Frauen beim TV Neerstedt herrscht auf beiden Seiten Kopfschütteln. Hude hadert trotz des Sieges mit der eigenen Leistung, Neerstedt mit dem verspielten Rücksprung.

Der Favorit ist mächtig ins Wanken geraten, fiel dann aber doch nicht. Die Oberliga-Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg lagen im Landkreis-Duell beim Aufsteiger TV Neerstedt lange zurück, ehe sie sich nach einer spannenden Schlussphase doch über einen 22:21 (7:12)-Erfolg freuten. HSG-Coach Dean Schmidt war erleichtert, dass sein Team in der Schlussphase das gute Gesicht gezeigt hatte. „Es ist wie bei Jekyll und Hyde, wir konnten an diesem Tag kaum einmal unser Potenzial abrufen“, sagte er. Die zwei Punkte aber „werden uns weiterhelfen“.

Neerstedt vergibt vier Siebenmeter

Auf der Gegenseite war Maik Haverkamp, der den TVN mit Michael Kolpack trainiert, natürlich enttäuscht, dass seine Spielerinnen, die acht Minuten vor dem Ende noch mit 21:19 vorn gelegen hatten, den Vorsprung nicht über die Ziellinie gerettet hatten. „Wir haben das Spiel in der ersten Hälfte phasenweise dominiert, doch wir konnten die Konzentration über 60 Minuten nicht halten“, erklärte er: „Hier war Hude im Vorteil, denn den Einwechslungen des Gegners mit den erfahrenen Spielerinnen hatten wir in der zweiten Hälfte nur wenig entgegenzusetzen. Es ist wirklich ein ärgerliches Ergebnis, besonders wenn man bedenkt, dass wir vier Siebenmeter nicht verwandeln konnten.“

Zwei dieser Strafwürfe vergab der TVN in den letzten drei Minuten beim Stand von 21:21, zudem fing er sich in dieser Phase zwei Zeitstrafen ein. 45 Sekunden vor Schluss nutzte Jessica Galle ein Anspiel von Mareike Zetzmann, Haupttorschützin der HSG (7/4), vom Kreis zum 22:21 für Hude/Falkenburg. In der verbleibenden Zeit hatte Neerstedt zwar noch die Möglichkeit zum Ausgleich, doch der letzte Versuch der starken Agnieszka Blacha, die mit neun Toren erfolgreichste TVN-Werferin war, landete am Pfosten. So standen die Gastgeberinnen nach einem tollen Spiel mit leeren Händen da. „Trotzdem hat die Mannschaft einen guten Schritt nach vorne gemacht, auf den wir aufbauen können. Ein Unentschieden wäre aber gerecht gewesen“, meinte Haverkamp.

Jessica Galle mit dem Siegtreffer

Schmidt, dessen Team sich im Oberliga-Verfolgerfeld hält, schüttelte über den Huder Auftritt trotz des Sieges den Kopf: „Wir wussten, was auf uns zukommt, doch konnten meine Spielerinnen das im Training gut erarbeitete kaum umsetzen und waren zu Beginn des Spiels viel zu nervös.“

Die Neerstedter 5-1-Deckung mit Rieke von Seggern im Tor raubte dem haushohen Favoriten in der ersten Hälfte den letzten Nerv. Zur Pause stand es 12:7 für Neuling Neerstedt, den Halbzeitstand hatte die Ex-Huderin Nadja Albes besorgt. Die Hereinnahme von Rückraumschützin Lisa-Marie Hillmer wurde für die HSG dann zum Schlüssel für die Wende, sie erzielte in 20 Minuten fünf Treffer. Die Gastgeberinnen konterten noch einmal durch einen von Kirsten Kurok verwandelten Strafwurf (52.) zum 21:19. Es war das letzte Tor des TVN. Galle (52.), Saskia Saß (56.) und wieder Galle drehten die Partie.