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Handball-Oberliga Die HSG Delmenhorst sendet hoffnungsvolle Zeichen

Von Daniel Niebuhr | 26.07.2016, 08:43 Uhr

Mit Torben Kruse haben die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst ihren Rückraum merklich verstärkt. Spielertrainer Andre Haake liebäugelt nach guten Testspielen mit einem einstelligen Tabellenplatz.

Wenn Andre Haake am Samstag eine Botschaft aussenden wollte, dann hatte er sie ziemlich kreativ verpackt. Der Spielertrainer der HSG Delmenhorst hatte zum Teambuilding gebeten, im Kanu mussten es seine Oberliga-Handballer von Wildeshausen nach Dötlingen schaffen. Natürlich wurde es eine feuchte Angelegenheit, eigentlich stürzte jeder mal in die Hunte, berichtete Haake amüsiert. Am Ende wurde es nicht nur spaßig, sondern auch lehrreich: Sich über Wasser zu halten, ist manchmal eben nicht so leicht, wie man denkt.

Ohne Zweifel ist das eine Erkenntnis, die die Delmenhorster im übertragenen Sinne mit in die anstehende Saison nehmen sollten. Es wird die zweite nach dem Aufstieg in die Oberliga, aber nicht unbedingt eine leichtere. Eigentlich hatte die HSG den Klassenerhalt vor drei Monaten recht souverän geschafft, nach langer Unsicherheit über die Anzahl der Absteiger stand der Neuling als Zehnter schließlich sicher sieben Punkte vor der Abstiegszone – und schlechter wolle man dieses Mal nicht werden, sagt Haake, der ein relativ unspektakuläres Saisonziel ausruft: „Die Liga ist ausgeglichener als zuletzt. Wir wollen hauptsächlich drinbleiben, sehen uns aber schon auf einem einstelligen Tabellenplatz.“

Spezielle Athletiktrainings und zwei Testspiele

Die ersten vier Trainingswochen sind verheißungsvoll verlaufen. Mindestens drei Einheiten hat Haake pro Woche angesetzt, dazu kamen spezielle Athletiktrainings und zwei Testspiele, die aber kaum für Prognosen über den Saisonverlauf taugen. Anfang des Monats gewannen die Delmenhorster mit 40:24 gegen die TS Woltermershausen aus der Landesklasse, vor zwei Wochen folgte ein 43:26 gegen die eigene Zweite, die Landesliga-Aufsteiger ist. „Es ist so gelaufen, wie es sollte“, fand Haake. (Weiterlesen: Saisonziel der HSG Delmenhorst II ist der Klassenerhalt)

Zumindest konnte man schon erahnen, dass die HSG im Rückraum einen hervorragenden Griff getan hat. Der vom Ligarivalen TSG Hatten-Sandkrug gekommene Torben Kruse erhöht die Qualität mit seinem Überblick spürbar. „Er macht unser Spiel besser. Im Rückraum sind wir stärker geworden“, sagt Haake.

Baustelle bei den Kreisläufern

Eine Baustelle bleibt der Kreis, wo mit dem 22-jährigen Alexander Schöps eine Alternative dazugekommen ist, Haake nach dem Abgang von Marcian Markowski aber darauf hoffen muss, dass sich der gerade genesene Dominik Ludwig und Schöps nicht verletzen. (Weiterlesen: HSG Delmenhorst beendet Kreisläufer-Suche)

Die Gefahr hat er für die nächsten zehn Tage erst einmal minimiert, bis zum 4. August sollen seine Spieler privat und außerhalb der Halle laufen. Dann scheucht Haake sein Team durch vier Testspiele in sechs Tagen: Am Sonntag, 7. August, reist die HSG zum Blitzturnier bei der HSG Nienburg aus der Oberliga Niedersachsen, wo neben den Nienburgern auch der Verbandsligist SV Aue Liebenau Gegner ist. Vier Tage danach kommt der Oberliga-Aufsteiger HC Bremen in die Delmenhorster Stadionhalle, zwei Tage später spielt Delmenhorst beim Verbandsligisten TVdH Oldenburg.

Spielertrainer Haake will nach Verletzung wieder Anschluss finden

„Wir haben einiges auf dem Zettel. Von nichts kommt nichts“, sagt Haake. Die lange Vorbereitung bietet nicht zuletzt auch ihm selbst die Möglichkeit, wieder den Anschluss zu finden, nachdem er die ersten drei Wochen wegen eines Muskelfaserrisses verpasst hat. Nach dem Engelbart-Cup am 26. und 27. August in eigener Halle rundet ein Turnier in Neerstedt die Vorbereitung am 3. September – eine Woche vor dem Ligastart gegen den HC Bremen – ab.