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Handball-Oberliga Frauen HSG Hude/Falkenburg erkämpft 22:22 beim ATSV Habenhausen

Von Richard Schmid | 23.10.2017, 00:26 Uhr

Jessica Galle hat dem Handball-Oberligisten HSG Hude/Falkenburg einen Punkt gerettet. Sie warf in den Schlusssekunden der Partie beim ATSV Habenhausen das 22:22.

In letzter Sekunde haben die Oberliga-Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg ein glückliches, aber nicht unverdientes 22:22 (8:9) beim ATSV Habenhausen erkämpft. Glücklich deshalb, weil die Bremerinnen in der hektischen letzten Minute des Spiels in Ballbesitz mit einem 22:21-Vorsprung im Rücken nur noch den Sack hätten zumachen müssen. Doch der ATSV scheiterte 15 Sekunden vor Schluss an der bravourös haltenden Karen Tapkenhinrichs. Die mit elf Toren einmal mehr beste HSG-Spielerin, Jessica Galle, kam an den Ball, den sie vier Sekunden vor dem Ende an der verdutzten Abwehr vorbei im gegnerischen Kasten unterbrachte.

HSG-Trainer Timo Stein hatte Hoffnung schon verloren

„Ich habe in den letzten Sekunden nicht mehr daran gedacht, dass wir das noch schaffen“, sagte HSG-Trainer Timo Stein, der insgesamt mit dem Spiel seines Teams nicht zufrieden war: „Wir haben viel zu viele technische Fehler gemacht, vor allem das Umschaltspiel war unsicher. Wir haben uns oft nicht getraut, den letzten Pass zu spielen.“

Entgegen den Befürchtungen, nur mit einem Rumpfteam in Bremen auflaufen zu müssen, konnte Stein doch auf zwei wichtige Spielerinnen zurückgreifen. „Saskia Petersen kam nach mehrstündiger Fahrt direkt aus dem Urlaub. Lisa Hillmer hat eine Stunde vor Spielbeginn noch gearbeitet, aber ihre Schicht abbrechen können. Das hat uns natürlich geholfen“, sagte Stein.

Von Anfang an entwickelte sich ein ausgeglichenes, kampfbetontes Spiel, in dem sich kein Team entscheidend absetzen konnte. Beide Mannschaften rannten sich ein ums andere Mal an den sehr gut stehenden 6:0-Abwehrreihen fest. Einzig Jessica Galle narrte mit diversen Wurfvarianten die Defensive der Gastgeber. Vier der acht Treffer, die die Stein-Sieben in der ersten Halbzeit erzielte, gingen auf ihr Konto. Beim Spielstand von 9:8 für Habenhausen wurden die Seiten gewechselt.

Hude/Falkenburg gerät mit 13:17 in Rückstand

Zu Beginn der zweiten Halbzeit schien es so, als könnte die HSG das Spiel zu ihren Gunsten drehen. Ihr gelang es als erstes, einen Zwei-Tore-Vorsprung herauszuwerfen (12:10, 35.). Ein Vorsprung, der allerdings nicht lange hielt. Ausgerechnet in doppelter Überzahl leistete sich Hude/Falkenburg ab der 41. Spielminute eine Schwächephase. Der ATSV zog mit einen 3:0-Lauf bis auf 17:13 davon (43.). Sowohl in der Abwehr als auch im Angriff häuften sich bei der HSG die Fehler.

HSG-Spielerinnen zeigen Willenskraft

Als in der 46. Minute Saskia Petersen bei einem Abwehrversuch unglücklich mit der gegnerischen Angreiferin Svenja Klün zusammenstieß und mit einer Platzwunde am Kopf ebenso wie ihre Gegenspielerin verletzt ausschied, deutete alles auf einen Sieg der Gastgeberinnen hin. Doch mit enormer Willenskraft kämpfte sich die HSG nicht nur heran, sondern erzielte in der 55. Minute, nachdem sie mehr als zehn Minuten einem Rückstand hinterhergelaufen war, durch Katharina Stuffel wieder einen Ausgleich: das 21:21.

„Am Ende wäre vielleicht noch mehr drin gewesen. Wir hatten das Glück, immer wieder eine zweite Chance zu bekommen, und so verdient das Unentschieden erzielt“, so das Fazit von Stein.