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Handball-Oberliga Frauen HSG Hude/Falkenburg freut sich über guten Saisonstart

Von Richard Schmid | 09.10.2017, 14:23 Uhr

Nach fünf Spieltagen der Saison 2017/2018 ist die HSG Hude/Falkenburg Tabellenführer der Handball-Oberliga der Frauen. Ihr Trainer Timo Stein freut sich über den guten Start, will von Meisterschaftsträumen aber nichts wissen.

Ein Blick auf die die Tabelle der Oberliga Nordsee macht den Spielerinnen, dem Trainer- und Betreuerstab und den Fans der HSG Hude/Falkenburg schon seit dem zweiten Spieltag großen Spaß. Seit dem 36:18-Erfolg über den Elsflether TB steht die HSG dort auf Platz eins. Da mag bei dem einen oder anderen der Wunsch entstehen, die Saison 2017/18 schon nach drei weiteren Partien, die inzwischen absolviert wurden, für beendet zu erklären. Denn dann könnte das HSG-Team um Trainer Timo Stein nach der Meisterschaftssaison 2014/15 erneut den Titelgewinn feiern. Da aber Handball nun mal kein Wunschkonzert ist, steht den Handballerinnen nach fünf Spieltagen ohne Niederlage (9:1 Punkte) noch ein weiter Weg bevor. Doch Hude/Falkenburg präsentierte sich trotz einiger kleinerer Schwächephasen in den Partien zum Auftakt der Spielzeit in bestechender Form. Vor allem der deutliche Sieg über den BV Garrel (33:21), einer der Mitfavoriten auf die Meisterschaft, gibt zu Hoffnungen Anlass. Gelingt es, dieses Leistungsniveau konstant zu erreichen, gehört die HSG ebenfalls zum Kreis der Anwärter auf Platz eins in der Abschlusstabelle, die am 6. Mai 2018 feststehen wird.

HSG hat in der Vorsaison ihr Ziel klar verpasst

Vor gut einem halben Jahr war die Stimmungslage bei der HSG noch ganz anders. Verletzungen wichtiger Spielerinnen, die in dem kleinen Kader nur unzureichend kompensiert werden konnten, sowie mehrere Trainerwechsel ließen eine kontinuierliche Entwicklung nicht zu. Das erklärte Ziel für die Saison 2016/2017, um den Aufstieg mitzuspielen, wurde deutlich verfehlt. Am Ende stand ein fünfter Platz zu Buche, der der Qualität der Mannschaft nicht gerecht wurde. Daran konnte auch der erst im Februar verpflichtete Trainer Timo Stein nichts mehr ändern. Die Zeit, mit dem verunsicherten Team eine eigene neue Handballphilosophie zu entwickeln, war zu kurz.

Trainer Timo Stein will von Meisterschaft nichts wissen

Doch die Monate der Vorbereitung auf die inzwischen laufende Spielzeit hat die HSG gut genutzt: Stein ist es ganz offensichtlich gelungen, aus zweit- und drittligaerfahrenen und jungen unerfahrenen Spielerinnen eine geschlossene Mannschaft zu formen, die „wenn alles stimmt“, wie er sagt, „keinen Gegner in der Oberliga fürchten muss“. Allerdings will er von Meisterschaftsträumen nichts wissen: „Es ist viel zu früh, so weit voraus zu denken. Dazu ist die Liga an der Spitze zu ausgeglichen.“

Hude/Falkenburg überzeugt in der Abwehr

Steins Philosophie, nicht positionsbedingt zu trainieren, scheint inzwischen bei seinem Team angekommen zu sein. „Ich will größtmögliche Variabilität, keine Spielerin soll auf eine bestimmte Position festgelegt werden“, sagt er. Dass diese Vorgaben fruchten, zeigen vor allem die starken Abwehrleistungen. Im Schnitt hat die HSG nur 21,4 Gegentore pro Partie kassiert. Trotz der bisher positiven Entwicklungen sieht sich Stein noch als Novize an der Seitenlinie. „Ich bin noch kein fertiger Trainer“, sagt er. Bevor er die HSG Hude/Falkenburg übernahm, hatte er mehrere Jahre die „Dritte“ der Handballspielgemeinschaft trainiert. Zuletzt war er für das Frauenteam der SVGO Bremen verantwortlich, das zwei Klassen tiefer, in der Landesklasse, antritt.

Zweite Runde im Pokal am Samstag

Hinter dem HSG-Team liegt ein spielfreies Wochenende. Am Samstag, 14. Oktober, steht die zweite Runde im HVN/BHV-Pokal an. Hude/Falkenburg muss in der Halle Im Schulplacken in Petersfehn in einem hochklassig– nur mit Oberligamannschaften – besetzten Vierer-Turnier antreten. „Mit Habenhausen und der Friedrichsfehn/Petersfehn treffen wir auf hochkarätige Gegner, die in der Meisterschaft zu den absoluten Favoriten gehören“, sagt Stein. Vierte Mannschaft im Bunde ist die HSG Wilhelmshaven, die dem Stein-Team den bisher einzigen Punktverlust (19:19) zufügte.

Das nächste Ligaspiel bestreiten die Handballerinnen aus dem Landkreis Oldenburg am Sonntag, 22. Oktober, in Bremen. Gastgeber für Hude/Falkenburg ist, nur acht Tage nach dem auf 1x30 Minuten begrenzten Pokalspiel, der ATSV Habenhausen. Ein Gegner, der „sofern er seinen Kader komplett zur Verfügung hat, uns alles abverlangen wird“, sagt Stein.