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Handball-Oberliga HSG Delmenhorst gegen Barnstorf fast ohne Chance

Von Daniel Niebuhr | 25.09.2016, 18:54 Uhr

Starker Gegner, schwache Wurfquote: Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst müssen gegen die HSG Barnstorf/Diepholz ein 20:29 einstecken. Das dk hat einige Impressionen im Video eingefangen.

Jürgen Janßen saß ziemlich verdrossen auf einer Bank in der Ecke der Stadionhalle. Das Oberligaspiel der HSG Delmenhorst gegen die HSG Barnstorf/Diepholz lief noch gute drei Minuten, die ersten Punkte waren da allerdings schon außer Reichweite, was dem Delmenhorster Vorsitzenden verständlicherweise den Samstagabend verdorben hatte. „Es kam wieder alles zusammen“, stöhnte Janßen und prophezeite etwas düster: „Es wird eine ganz schwere Saison.“ Drei Niederlagen zum Auftakt können einem Vereinschef schon einmal aufs Gemüt schlagen.

Haake hadert mit vergebenen freien Bällen

Wie schwer die Saison – die verflixte zweite nach dem Aufstieg – für die HSG-Handballer tatsächlich wird, ließ sich an der 20:29 (9:14)-Pleite nur bedingt ablesen, sehr wohl aber, wie groß der Unterschied zu einem Spitzenteam wie Barnstorf ist. Der Mitfavorit war in nahezu allen Belangen überlegen, der Delmenhorster Trainer Andre Haake biss sich besonders an der Chancenverwertung fest. „Wir verwerfen so viele freie Bälle, das geht einfach nicht“, fluchte er – um einzuräumen, dass es selbst bei besserer Wurfquote schwer geworden wäre: „Aber es wäre auf jeden Fall knapper geworden.“

Barnstorfs Chylinski mit 13 Toren

Wirklich knapp war es nur in der Anfangsphase beider Halbzeiten. Bei Barnstorf glänzte bereits früh der überragende Kamil Chylinski, der an diesem Abend 13 Mal traf, Delmenhorst bleib aber bis zum 4:5 in der elften Minute durch Stefan Timmermann dran. Zehn Minuten später stand es 6:11 und in der 24. Minute 7:13, Chylinski hatte da schon achtmal zugeschlagen. Speziell war es aber die agile Deckung der Gäste, die Haakes Team entnervte. Tore über die erste oder zweite Welle gab es kaum, die Delmenhorster mussten sich jedes Erfolgserlebnis hart erarbeiten. „Die Abwehr war der Schlüssel“, meinte auch Barnstorfs Trainer Dag Rieken. Im Schnitt lässt seine Mannschaft gerade einmal 20 Tore zu.

Siebenmeter-Fehlwurf als Knackpunkt

Dennoch gab es eine kurze Phase, in der die Gastgeber Oberwasser bekamen. Nach der Pause schrumpfte der Rückstand, Jörn Janßen warf in der 38. Minute das 13:15, nach einem Gegentreffer im nächsten Angriff hatte Frederic Oetken per Siebenmeter die Chance, wieder auf zwei Tore zu verkürzen, sein Wurf landete einen guten Meter über dem Tor an der Hallenwand. Weil Siebenmeter-Verursacher Andrius Gerve auch noch eine Zeitstrafe bekommen hatte, spielte Delmenhorst in Überzahl, kassierte aber mit einem Spieler mehr auf dem Parkett zwei Treffer durch Arunas Srederis und erzielte keinen. Von da an bewegte sich das Spiel ohne größere Spannungsmomente Richtung Ende, auch die regelmäßige Einwechslung eines siebten Feldspielers für den Torhüter brachte den Hausherren nicht viel. „Wir sind an uns selbst gescheitert. Es ist sehr bitter“, sagte Haake. „Barnstorf war eiskalt.“