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Handball-Oberliga HSG Delmenhorst ist in die Vorbereitung gestartet

Von Lars Pingel | 27.06.2015, 00:00 Uhr

Die HSG Delmenhorst möchte ihre Männermannschaft in der vierthöchsten Klasse etablieren und den Unterbau stärken. Die Oberliga-Saison 2015/2016 beginnt für die Handballer am dritten September-Wochenende mit einem Heimspiel gegen den TSV Bremervörde. Der Verein plant weit darüber hinaus.

Am 9. Mai hat für die HSG Delmenhorst ein neuer Planungszyklus begonnen. Damals hatte das Männerteam des Vereins den Aufstieg in die Handball-Oberliga perfekt gemacht. „Wir wollen jetzt wieder drei, vier, fünf Jahre vorausschauen“, sagte der HSG-Vorsitzende Jürgen Janßen. „Es hat fast sechs Jahre gedauert, so weit zu kommen, wie wir jetzt sind.“ Es gelte, Strukturen zu schaffen, die es möglich machen, das Aushängeschild in der vierthöchsten Spielklasse zu etablieren. Zudem will sich die HSG im Nachwuchsbereich weiterentwickeln, um ihren Bestand zu sichern. „Die Jugendarbeit bleibt das A und O“, erklärte Janßen.

HSG II soll mittelfristig in die Landesliga aufsteigen

Ziel der HSG ist es, dass möglichst viele Spieler, die in Nachwuchsmannschaften ausgebildet werden, später in Seniorenteams mit rot-weißen Trikots auflaufen, sagte Janßen. „Die zweite und die dritte Herren gelten künftig als Leistungsmannschaften“, erklärte er eine Maßnahme. Die „Zweite“ (Weser-Ems-Liga) solle mittelfristig den Sprung in die Landesliga schaffen. Damit wäre sie für junge Spieler, die aus der A-Jugend aufrücken, attraktiver. Und sie sei dann ein guter Unterbau für die „Erste“. „Der Sprung aus der Jugend in die Oberliga ist sehr groß“, erklärte Haake. In der Landesliga könne man sehr gut Spielpraxis sammeln.

Kooperation mit Fitness-Studio

Die HSG lässt talentierte Jugendspieler seit Längerem regelmäßig in Herrenteams mittrainieren. „Das war der richtige Weg“, sagte Haake, der – mit Colin Hörner – auch die B-Jungen trainiert, angesichts des Aufstiegs mit vielen ehemaligen HSG-Jugendspielern. Das werde fortgesetzt. Zudem solle die gute Arbeit in den jüngeren Jahrgängen gestärkt und gezielt weiter verbessert werden. Auch dazu diene die gerade perfekt gemachte Kooperation mit dem Fitness-Studio Injoy. „Es ist inzwischen auch im Jugendbereich notwendig, Athletik zu trainieren“, sagte Haake.

Fünf Neuzugänge

Trotzdem, erklärte Janßen, sei es nicht mehr möglich, eine Oberliga-Mannschaft nur aus eigenen Jugendspielern zu bilden. „Dazu brauchten wir auch Spieler von Außen“, sagte der HSG-Vorsitzende und bekam Zustimmung von seinem Trainer. „Das ist eine sehr starke Klasse, die Konkurrenz ist ein anderes Kaliber als in der Verbandsliga“, meinte Haake. In Linkshänder Philipp Freese, der zuletzt für den TV Neerstedt in der Oberliga auflief, sei unter den Zugängen aber auch einer, der in der Jugend für die HSG aktiv war. Erfahrung aus höheren Klassen bis zur 3. Liga bringen auch Torwart Olaf Sawicki, Rückraumspieler Tim Kieselhorst, Kreisläufer Meik Schäfer (alle von Jahn Brinkum) und Rückraumspieler Niclas Schanthöfer (SG Achim/Baden) mit. Schäfer werde berufsbedingt zunächst kürzertreten müssen, erklärte Haake. Dafür bliebe Christopher Hartwig, der die HSG studienbedingt verlassen wird, bis Oktober im Kader. Zudem soll Lasse Till vom A-Jugend-Bundesligisten HC Bremen, der in der HSG ausgebildet wurde, mit einem Doppelspielrecht ausgestattet werden.

Haake konzentriert sich auf Traineraufgaben

„Wir haben eine gute Mischung“, sagt Haake über seine Mannschaft. „Wir sind so gut aufgestellt, dass wir in der Oberliga mithalten können.“ Das machte ihm die Entscheidung leichter, sich auf seine Traineraufgaben zu konzentrieren und nicht mehr als Spielertrainer zu agieren. Dazu hatte er sich, wie berichtet, entschlossen, nachdem Werner Rohlfs aus privaten Gründen das Amt des Co-Trainers abgegeben hatte. „Wir bleiben aber in Kontakt“, sagte Haake.

Auftaktspiel gegen Meisterschaftsanwärter

Am vergangenen Montag ist die HSG in die Vorbereitung gestartet. Ziel ist es, am dritten September-Wochenende in der Lage zu sein, den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. „Das Tempo wird, denke ich, nicht das Problem sein“, erklärte Haake. „Körperlich ist das Spiel in der Oberliga aber eine ganz andere Welt.“ Das wird sein Team vermutlich bereits im ersten Spiel erfahren. In der TSV Bremervörde, die 2014/2015 Dritter wurde, hat es zum Auftakt, der für Samstag, 19. September, 19 Uhr, angesetzt ist, einen der Meisterschaftsanwärter zu Gast. Dessen zweite Mannschaft war übrigens am 9. Mai in Delmenhorst angetreten. Die HSG besiegte sie vor mehr als 300 Zuschauern mit 29:25, war Oberligist – und es begann ein neuer Planungszyklus.