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Handball-Oberliga HSG Delmenhorst vor heiß erwartetem Jahresauftakt

Von Klaus Erdmann | 25.01.2019, 19:30 Uhr

Die aufstrebenden Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst spielen bei der SG HC Bremen/Hastedt. Trainer Jörg Rademacher spricht von einem „richtungsweisenden Spiel“.

Wenn Jörg Rademacher über den Stand der Dinge spricht, gibt er sich zurückhaltend. „Wir müssen so schnell wie möglich an die letzten Leistungen anknüpfen. Ich habe das Gefühl, dass wir noch nicht wieder auf dem Level vom Dezember sind“, betont der Cheftrainer des Handball-Oberligisten HSG Delmenhorst. „Aber die Mannschaft kann mich gerne positiv überraschen“, fügt er hinzu.

Nach der sechswöchigen Pause gastiert der Tabellensechste am Samstag, 19.30 Uhr, bei der SG HC Bremen/Hastedt, die den elften Platz belegt (Halle am Hastedter Osterdeich 225). „Wir sind noch nicht so im Rhythmus“, sagt Rademacher. „Es wird noch zwei, drei Wochen dauern, bis wir wieder im normalen Spielbetrieb sind.“ Der Coach warnt davor, den Gastgeber, der sich mit 8:18 Punkten in Abstiegsgefahr befindet, zu unterschätzen. Er rechne mit einem „Spiel auf Augenhöhe“ und ergänzt, dass man den Gegner „hundertprozentig“ ernst nehme. Die Bremer verfügten über schnelle Spieler. „Der Gegner spielt mit einer 3-2-1-, fast mit einer 3-3-Deckung“, erklärt Rademacher. „Hier müssen wir Lösungsmöglichkeiten finden und Antworten auf die Deckungsvarianten haben.“ Es rechne mit einem „schweren Spiel“.

Erinnerungen an dramatisches Hinspiel

Bremen/Hastedt wird sich sicherlich das Hinspiel vor Augen führen, das die SG äußerst unglücklich verlor. Am 1. September 2018 bestritt Aufsteiger HSG die Auftaktpartie gegen die Bremer. Es war eine spannende Begegnung, in der Frederic Oetken nach Ablauf der regulären Spielzeit per Siebenmeter das 32:31 erzielte. „Hin- und Rückspiel kann man aber nicht vergleichen“, sagt Rademacher. Seine Mannschaft sei ein halbes Jahr weiter und gefestigter. Sie lässt sich durch Rückschläge nicht mehr so schnell aus der Bahn werfen.

Nach einem eher holprigen Saisonstart, der in erster Linie personellen Problemen geschuldet war, machte die HSG zuletzt mit einer imponierenden Serie auf sich aufmerksam. Fünf der letzten sechs Treffen beendete sie, die 14:12 Punkte meldet, als Sieger. Eine Ausnahme bildete nur das 21:23 gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter und Überflieger OHV Aurich.

„Wir haben uns eine gute Ausgangsposition geschaffen“, stellt der Delmenhorster Coach fest. „Wenn wir 23, 24 Gegentore bekommen, ist die Chance, etwas mitzunehmen, gut.“ Wichtig seien die Rückwärtsbewegung und eine stabile Abwehr. „Und vorne“, sagt Rademacher, „dürfen wir die Bälle nicht leichtfertig wegwerfen“.

Thies Kohrt steigt langsam wieder ein

Für den Trainer besitzt der Auftritt seiner Schützlinge bei der SG HC Hastedt/Bremen einen hohen Stellenwert. „Es ist ein richtungsweisendes Spiel“, unterstreicht er. Sollte die HSG den achten Saisonsieg erringen, könnte sie sich auf die fünfte Position verbessern. Und den Vorsprung gegenüber der Abstiegszone vergrößern – ein vorrangiges Ziel von Rademacher. Seine Mannschaft muss weiter ohne Niclas Schanthöfer auskommen, der verletzungsbedingt noch länger ausfällt. Der zuletzt ebenfalls verletzte Thies Kohrt nimmt hingegen wieder am Training teil. „Er macht erste Gehversuche“, sagt Rademacher. Auf die ersten Gehversuche, die seine Mannschaft am Samstag nach der Pause macht, ist der Trainer gespannt.