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Handball-Oberliga HSG Hude/Falkenburg holt Birgit und Maike Deeben

Von Richard Schmid | 07.06.2018, 14:10 Uhr

Bei den Oberliga-Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg sitzt künftig eine ehemalige Bundesligaspielerin des VfL Oldenburg auf der Trainer-Bank: Birgit Deeben wird neben Dean Schmidt einen Teil des Trainer-Duos bei der HSG bilden.

Deeben trainierte mehrfach den BV Garrel (zuletzt bis Ende November 2017) und dazwischen zu Drittliga-Zeiten auch SFN Vechta. Die 53-Jährige ist damit nach Thorsten Stürenburg, Werner Bokelmann, Dean Schmidt (2x), Ingmar Steins, Inge Breithaupt, Sebastian Zwiener und Timo Stein der achte Trainer bei der HSG seit Dezember 2015. Deeben soll Dean Schmidt entlasten, der nicht nur beruflich, sondern auch in der Jugendarbeit der HSG stark eingespannt ist.

Mit Birgit Deeben wechselt auch ihre Tochter Maike vom Drittligaaufsteiger BV Garrel nach Hude/Falkenburg, die ihre Zusage am Mittwoch gab. „Maike ist ein echter Kracher“, freut sich Schmidt über die Rückraumspielerin. „Sie hat uns in den vergangenen Jahren in den Spielen gegen uns immer wehgetan.“ Maike Deeben ist die letzte von aktuell sieben Neuzugängen für Hude/Falkenburg.

Ein besonders origineller Coup war die Verpflichtung der im niederländischen Groningen spielenden Susann Schnittger. Die junge Sportlerin studiert in Groningen Physiotherapie und absolvierte für einige Tage rein zufällig ein Praktikum in der Physiopraxis, in der auch die HSG-Spielerin Saskia Petersen arbeitet. Beide Spielerinnen kannten sich nicht, aber in den Arbeitspausen kam das Gespräch mehr oder weniger zufällig dann doch auf ihr gemeinsames Hobby: den Handball.

Schnittger sagte spontan zu, zu einem Probetraining vorbei zu kommen. „Sie hatte keinerlei Sportklamotten dabei, wir mussten ihr mit Trikot, Hose und Schuhen erst mal aushelfen“, erzählt Saskia Petersen schmunzelnd. Doch nach dem Probetraining war klar: Schnittger kommt zu HSG. „Sie hat nach den Trainingseinheiten spontan zugesagt“, sagt Schmidt. Zudem wird neben Sarah Seidel und Laura Meyer, die bereits beim Saisonende feststanden, die aus Hude stammende Malien Blankemeyer von der A-Jugend der TSG Hatten-Sandkrug zum Team stoßen.

Hude/Falkenburg holt weitere junge Spielerinnen

Ab Februar 2019 wird neben Stammtorhüterin Karen Tapkenhinrichs eine weitere junge Torfrau das Team verstärken. Fenja Schwank kommt ebenfalls von der TSG Hatten-Sandkrug. Zudem hat Schmidt mit der niedersächsischen Jugend-Auswahlspielerin Hanna Hinrichs (eigene B-Jugend) eine weitere Option für das Tor in der Hinterhand. Neben den Zugängen haben alle weiteren bereits dem bisherigen Kader angehörenden Spielerinnen zugesagt, weiterhin für die Oberligamannschaft auflaufen zu wollen. Aktuell umfasst der Kader einen Monat vor dem offiziellen Saisonstart 16 Spielerinnen.

 Den Kader verlassen haben Kerstin Cordes (zurück zur HSG Delmenhorst) und Svenja Stapoisky (Pause). Allerdings wird Frauke von Freeden aufgrund beruflicher und studienbedingter Belastungen etwas kürzertreten. Auch Lisa Busse, die von ihrem Auslandssemester aus Südafrika zurückkehren wird, ist durch ihr Studium stark belastet, erklärte Schmidt.

Klare Spielphilosophie wichtiger als Tabellenstand

Nach dem Drittliga-Abstieg (2016), Rang vier (2017) und zuletzt Platz fünf (2017) als schlechtester Platzierung seit der HSG-Gründung richtet Hude/Falkenburg den Blick nicht mehr primär auf die Tabelle oder gar den Aufstieg. „Wir möchten eine klare Spielphilosophie entwickeln“, erklärt Schmidt. „Wichtig ist es, junge, talentierte Spielerinnen einzubauen.“ Er betont, dass „wir nach der Flickschusterei in der abgelaufenen Saison bedingt durch Trainerwechsel, Verletzungen und berufsbedingten Ausfällen unsere Hausaufgaben gemacht haben“.

Die Zeiten, nur mit fünf Spielerinnen trainieren zu können oder gar Training ganz absagen zu müssen, seien Vergangenheit, hofft Schmidt. Für Rückraumspielerin Petersen ist es enorm wichtig, alle neuen Spielerinnen zu integrieren. „Wir wollen eine richtige Gemeinschaft bilden“, sagt sie.