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Handball-Oberliga HSG Hude/Falkenburg in Vorbereitung gestartet

Von Daniel Niebuhr | 14.07.2016, 23:09 Uhr

Dean Schmidt geht als Trainer in seine erste volle Saison bei der HSG Der Trainingsauftakt verläuft vielversprechend.

Die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg hatten Sommerpause – und das ließen sie die Welt auch wissen. In der spielfreien Zeit seit dem letzten Punktspiel Ende April veröffentlichten die reiselustigen Huderinnen an Stränden, Swimmingpools und auf Bootstouren aufgenommene Urlaubsfotos auf ihrer Facebookseite; Handbälle waren darauf allerdings nicht zu sehen. Und doch haben sie ihre Hausaufgaben offenbar gemacht, wie Trainer Dean Schmidt feststellt. Am Montag war für den Drittliga-Absteiger Trainingsauftakt; der Elan, mit dem seine Schützlinge auf dem Unigelände in Oldenburg ihre Runden drehten, machte ihm Hoffnung: „Sie haben nicht auf der faulen Haut gelegen. Die Mädels sind fit.“

Albes wird Stand-By-Spielerin

Bislang hat sich in der ersten Trainingswoche auch noch niemand verletzt, was nach den Erfahrungen der vergangenen Saison schon ein erster Zwischenerfolg ist. Enorme Personalnot hatte das Schicksal der HSG in der vergangenen Saison mit besiegelt, besonders der Ausfall von Rückraumschützin Mareike Zetzmann war einer der Gründe für den Abstieg. Nur 21 Treffer brachte das Team pro Spiel im Schnitt zustande, mit Abstand die wenigsten aller Drittligisten. Die Oberliga wollen sie mit einem „Dreizehneinhalber-Kader“ angehen, wie Schmidt es nennt: Außenspielerin Nadja Albes ist nur noch Stand-By-Spielerin. „Wir hoffen, dass das reicht“, sagt Schmidt, der das Team im Frühjahr übernommen hatte.

„Der Druck motiviert“

Er geht nun in seine erste volle Saison mit den Huderinnen, was ein wenig mehr Druck bedeutet. Zuletzt hatte er nur den Auftrag gehabt, das missratene Drittliga-Abenteuer manierlich zu Ende zu bringen – was einigermaßen gelang –, nun soll er die Mannschaft nach Möglichkeit direkt wieder nach oben führen. Und zwar ohne seinen bisherigen Kollegen Werner Bokelmann, der erst einmal kürzertritt. Schmidt spüre nun die Erwartungshaltung, „aber das motiviert eher“. Hätte es eine Möglichkeit gegeben, wäre seine Mannschaft gern in der 3. Liga geblieben: „Leider ging das nicht. Aber das zeigt die Mentalität. Die Spielerinnen wollen lieber noch ein Jahr lernen, als in der Oberliga jede zweite Woche unterfordert zu sein.“

Kracher-Auftakt gegen Titelkonkurrent Stade

Und ein solches Szenario steht zu befürchten. In den vergangenen vier Jahren machten die SFN Vechta, der VfL Stade und Hude/Falkenburg den Oberliga-Titel unter sich aus, der jeweilige Meister stieg im folgenden Jahr aus der 3. Liga wieder ab. Die Vechtaerinnen schafften es in der abgelaufenen Saison und spielen nun wieder drittklassig, Stade und Hude fällt damit praktisch automatisch die Favoritenrolle in der Oberliga zu. „Stade hat sich gut verstärkt, und wir werden nicht leugnen, dass wir oben mitspielen wollen“, sagt Schmidt.

Pikanterweise erwartet Hude den Titelkonkurrenten direkt im ersten Spiel am 4. September (neue Halle am Steinacker in Ganderkesee) – so wie schon vor zwei Jahren, als die HSG Stade mit 22:13 überrollte und schließlich Meister wurde. Bis zum Auftakt fordert Schmidt seine Mannschaft in den Testspielen fast ausschließlich gegen namhafte Gegner: in Turnieren am 31. Juli beim Hannoverschen SC und am 27. und 28. August in Lauenburg, dazwischen in Partien gegen die Drittligisten HG OKT und HSV Minden Nord.