Ein Angebot der NOZ

Handball-Oberliga Motor der HSG Delmenhorst kommt spät auf Touren

Von Klaus Erdmann | 07.04.2019, 23:45 Uhr

„Das war ein Spiel zum Vergessen“, sagte Jörg Rademacher, Trainer der HSG Delmenhorst nach dem Spiel gegen TSV Bremervörde. Trotz des 30:19 (12:13)-Erfolg war der Coach des Handball-Oberligisten nicht zufrieden.

„Vollgas“, hatte Jörg Rademacher, Trainer der Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst, in den vergangenen Tagen wiederholt gesagt, „Vollgas“ werde seine Mannschaft geben – bis zum Saisonende. Nun, am Samstagabend kam der HSG-Motor erst spät auf Touren. Gegen Absteiger TSV Bremervörde tat sich der Favorit lange schwer. Am Ende stand jedoch ein standesgemäßes 30:19 (12:13). Durch diesen 13. Sieg vergrößerte der Tabellensechste den Vorsprung gegenüber den Verfolgern. Der Gast beklagte die 14. Niederlage in Folge.

HSG-Trainer kritisiert Einstellung seiner Spieler

Zuschauer, die erst in der Pause in der Stadionhalle erschienen, rieben sich verwundert die Augen. Die Anzeigetafel meldete ein 12:13 und damit das Ergebnis einer enttäuschenden ersten Halbzeit. In deren Verlauf offenbarte die HSG sowohl in der Defensive, wo sie dem Gegner zu viele Freiheiten ließ, als auch in der Offensive, wo der Gastgeber gute Chancen vergab, unerwartete Schwächen. Statt Vollgas war Schongang angesagt. „Die Einstellung war nicht vorhanden. Wenn man die Bereitschaft, sich zu bewegen, nicht mitbringt, kommt so etwas dabei heraus. Fehler verzeihe ich, aber wenn keine Bereitschaft vorhanden ist, nervt mich das“, kritisierte Rademacher sein Team. In der 14. Minute ging die HSG erstmals in Führung (7:6). Nach 9:10 (22.) und 11:13 (30.) traf Frederic Oetken in der vorletzten Sekunde des ersten Abschnitts zum 12:13.

In der zweiten Halbzeit, so Rademacher, habe seine Mannschaft ihr Potenzial einige Male abgerufen. Das führte unter anderem dazu, dass die Hausherren das 12:13 innerhalb von nicht mal neun Minuten in ein 18:14 verwandelten. In der 44. Minute kam der Gast auf zwei Tore heran (19:17), doch dann baute die HSG ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Über 22:17 (47.) erreichte sie das 30:19. Nach dem letzten Treffer des TSV, den Jannes Hollstein in der 51. Minute erzielte, gelangen Delmenhorst noch sieben Tore. Die zweite Halbzeit gewann die HSG mit 18:6. Das lag an dem nach Wiederanpfiff größeren Engagement und der konditionellen Überlegenheit.

Bremervörde schwächt sich selbst

Zudem schwächten sich die Bremervörder mehrfach selbst: In der 47. Minute warf Karol Moscinski, überragender TSVer und siebenfacher Torschütze, HSG-Schlussmann Mirko Lettmann einen Siebenmeter an den Kopf. Die Unparteiischen zeigten dem Bremervörder die Rote Karte. Dieser entschuldigte sich bei Lettmann. „Ich habe den Ball aufs Auge bekommen“, sagte der Torwart der HSG. „Mir war etwas schwindelig, aber dann ging es wieder.“ Lettmann stand bis zum Abpfiff im Tor. In der 59. Minute wurde Moscinskis Mannschaftskollege Philipp Habermann des Feldes verwiesen (3 x 2 Minuten).

„Das war ein Spiel zum Vergessen“, lautete Rademachers Fazit nach der 23. von 26 Begegnungen, in der der Trainer ohne die angeschlagenen Torben Sudau und Michael Schröder auskommen musste und in der er Niclas Schanthöfer (Oberschenkelprobleme) schonte. Am Samstag, 18 Uhr, gastieren Delmenhorsts Oberliga-Handballer beim VfL Edewecht. „Dort müssen wir anders auftreten“, unterstrich Rademacher. Dem ist nichts hinzuzufügen.