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Handball-Oberliga Neerstedt zeigt gegen Hastedt „unbedingten Siegeswillen“

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 23.10.2016, 14:49 Uhr

Zweiter Sieg in Folge für den TV Neerstedt: Die Oberliga-Handballer haben ihr Heimspiel gegen die SG Bremen/Hastedt mit 26:25 (14:13) gewonnen. Bester Werfer war einmal mehr Eike Kolpack mit elf Treffern.

Die Spieler hüpften und sprangen durch die Halle, Trainer Jörg Rademacher reckte die Arme in die Höhe, die Betreuer klatschten sich jubelnd ab: Als der TV Neerstedt am Samstagabend um kurz vor 21 Uhr seinen zweiten Saisonsieg in der Handball-Oberliga perfekt gemacht hatte, war die Erleichterung im TVN-Lager groß. Mit einem knappen, aber verdienten 26:25 (14:13) über die SG HC Bremen/Hastedt zeigte der TV Neerstedt, zu welchen Leistungen er im Stande ist - wenn er vieles von seinem Leistungsvermögen abzurufen mag.

Jörg Rademacher lobt Mannschaft für Einsatz

Nach der Partie sprach Rademacher seiner Truppe „ein großes Lob“ aus. Sie habe „von der ersten bis zur letzten Minute gepfightet“ und den „unbedingten Siegeswille“ an den Tag gelegt. Und ganz wichtig: „Wir haben uns gut auf Hastedts Tempohandball eingestellt und wenig Kontertore bekommen.“ In der Tat versuchten die Gäste viele leichte Tore über die erste und zweite Welle zu erzielen. Das klappte einige Mal gut, aber häufig stand dem starken Aufsteiger bei dessen Gegenstößen ein Neerstedter auf den Füßen oder störte die Würfe der Gäste effektiv - weil sich die Gastgeber schnell zurückzogen. 

Marten Franke kaum zu stoppen

Vor 200 Zuschauern entwickelte sich eine enge, intensive Begegnung mit hohem Tempo auf beiden Seiten. Neerstedt hatte in beiden Halbzeiten die Chance, vorentscheidend vorbeizuziehen: Zuerst beim 9:6 (15.), dann beim 21:16 (42.). Dass die Gastgeber dies nicht schafften, lag für Rademacher zum einen an der „fehlenden Abgezockheit“ seiner Truppe. Zum anderen aber auch am herausragenden Spieler der Bremer: Marten Franke. Der Dötlinger Mittelmann in Diensten der Gäste (11/2 Tore) riss seine Spieler mit seiner individuellen Klasse und seinem strategischem Geschick immer wieder mit.

Eike Kolpack und Malte Kasper ragen heraus

Dennoch führte Neerstedt in der Schlussphase immer knapp. Weil Shooter Eike Kolpack (11/2 Tore) in den entscheidenden Phasen immer traf, weil Kreisläufer Malte Kasper (5) in Abwehr und Angriff verbissen um jeden Ball kämpfte, und weil Neerstedt ingesamt das bessere Kollektiv besaß. Die erste Sieben (Legler, Goyert, Kolpack, Kunz, Kasper, Wolken, Reuter) spielte - bis auf einen Kurz-Einsatz von Jan Busse in Hälfte eins - übrigens 60 Minuten komplett durch.

Hastedt Trainer Acacsos Barna-Zolt fairer Verlierer

Hastedts Trainer Akacsos Barna-Zolt haderte während der 60 Minuten immer wieder mit den Entscheidungen der sehr guten Schiedsrichter Temme/Rieck, zeigte sich nach der Begegnung aber als fairer Verlierer. „Es ist keine Schande in Neerstedt zu verlieren. Das ist eine gute Mannschaft mit einem guten Trainer.“ Seine junge Mannschaft, zu der auch der Delmenhorster Lasse Till (1 Tor) gehört, habe  „viele taktische Fehler“ und „leichte Ballverluste“ produziert.