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Handball-Oberliga TV Neerstedt bejubelt ersten Saisonsieg

Von Lars Pingel | 02.10.2016, 17:51 Uhr

Die Erleichterung war groß: Die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt haben ihren ersten Saisonsieg gefeiert. Das Team, das zuvor dreimal verloren hatte, setzte sich bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen mit 26:23 (9:8) durch.

Die Erleichterung war groß. Die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt atmeten zunächst vier- bis sechsmal tief durch, ehe sie am späten Samstagnachmittag in der Halle der Heideschule einen Kreis bildeten, um den 26:23 (9:8)-Erfolg bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen zu feiern. „Wir können es doch“, sagte Kapitän Björn Wolken, der als Organisator der Abwehr und sechsfacher Torschütze einer der herausragenden Akteure in einem Team war, in dem alle Spieler mit großem Einsatz um den ersten Saisonsieg gekämpft hatten. Die Neerstedter hatten ihre ersten drei Begegnungen der Spielzeit 2016/2017 verloren.

Jan Busse gibt der TVN-Abwehr Halt

Auf die Idee, die seine Mannschaft auf die Siegerstraße brachte, kam TVN-Trainer Jörg Rademacher in der zwölften Minute. Seine Spieler hatten, weil sie fünfmal am starken HSG-Torwart Andre Sommerfeld scheiterten und in der Abwehr keinen Zugriff auf die Halbspieler der HSG bekamen, den Start in die Partie verpatzt. Rademacher nahm eine Auszeit, in der er die Defensive umbaute. In dieser fehlte in Malte Kasper, der sich beim Aufwärmen verletzt hatte, am Samstag ein wichtiger Akteur. Den ersten Versuch, das zu kompensieren, beendete der Trainer also früh. Er setzte von da an Jan Busse auf der rechten Halbposition ein und ließ den Verbund in der 3-2-1-Aufstellung offensiver agieren. Das zahlte sich aus. Busse überzeugte und riss mit Wolken seine Mitspieler mit, sodass die TVN-Defensive für die HSG-Angreifer regelmäßig zu einem unüberwindbaren Hindernis wurde. Das half auch dem bis dahin schon guten TVN-Torwart Hendrik Legler, noch viel besser zu werden und sich später sogar ein Sonderlob einzufangen. „Wir hatten eine super Torwartleistung“, sagte Rademacher über die Gründe für den Erfolg.

TV Neerstedt legt 4:0-Lauf hin

„Wir haben es geschafft, nach dem 2:6 nicht darüber nachzudenken, dass wir wieder verlieren könnten, sondern weiter an uns und unsere Stärken zu glauben“, erklärte Wolken. Das zeigte sich direkt nach der Auszeit. Die Neerstedter zauderten nicht. Im Gegenteil, sie schafften es sogar, ihre Gastgeber mit einem 4:0-Lauf ins Grübeln zu bringen. Die HSG verlor die Sicherheit in ihrem Angriffsspiel.

TVN wirft sich 17:11-Vorsprung heraus

In der 27. Minute brachte Eike Kolpack den TVN zum ersten Mal in Führung: 9:8. Das war bereits der letzte Treffer vor der Pause. Anschließend spielte der TVN zunächst groß auf. Die Abwehr war ein Bollwerk. Im Angriff gelangen die Spielzüge; die sich daraus ergebenden Chancen wurden konsequent verwertet. Wolken sorgte mit dem Treffer zum 17:11 (42.) für ziemliche Ernüchterung unter den HSG-Fans auf der Tribüne.

TVN-Trainer Jörg Rademacher lobt sein Team

HSG-Trainer Andreas Szwalkiewicz, für dessen Mannschaft Niels Hufschlag (5) die meisten Tore warf, reagierte. Nach einer Auszeit standen vier neue HSG-Spieler auf dem Feld. Das Team wechselte fortan ständig zwischen einer sehr offensiven und einer defensiven Abwehrformation. Das brachte den TVN zwar deutlich, aber nicht völlig aus dem Konzept. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt getroffen: Immer, wenn wir ein Tor brauchten“, lobte Rademacher. Marcel Reuter gelang so ein Treffer zum 19:15 (46.), Ole Goyert ein weiterer zum 22:19 (53.). Kreisläufer Busse war es schließlich, der das entscheidende Tor zum 25:22 (59.) warf. „Wir haben schon verdient gewonnen“, sagte Rademacher. „Wir wollten von hier unbedingt etwas mitnehmen. Es ist ganz wichtig, dass uns das gelungen ist“, fügte er auch mit Blick auf die zwei folgenden spielfreien Wochenenden hinzu. „Du hättest drei Wochen lang mit der vierten Niederlage im Gedächtnis nur trainiert. Das wäre für die Stimmung nicht gut gewesen. So gehen wir aber mit einem positiven Gefühl in die Pause.“ Am Samstag, 22. Oktober, 19.30 Uhr, empfängt der TVN die SG Bremen/Hastedt.