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Handball-Oberliga TV Neerstedt schlägt HSG Barnstorf/Diepholz 20:17

Von Lars Pingel | 13.11.2015, 23:54 Uhr

In der Handball-Oberliga hat der TV Neerstedt den Meisterschaftsfavoriten HSG Barnstorf/Diepholz dank eindruckvoller Leistung mit 20:17 geschlagen. 250 Zuschauer sahen eine Abwehrschlacht, in der Neerstedt den favorisierten Gästen mit seiner 5:1-Formation am Ende den Zahn zog. TVN-Trainer Jörg Rademacher ist „echt begeistert“.

Eine Woche nach der bitteren Niederlage im Landkreis-Derby bei der TSG Hatten-Sandkrug (30:33) hat sich der TV Neerstedt in der Handball-Oberliga mit einer eindrucksvollen Leistung zurückgemeldet. Im brisanten Duell gegen den selbst ernannten Titelfavoriten HSG Barnstorf/Diepholz um Ex-Coach Dag Rieken behielt der TVN in einer Abwehrschlacht am Ende verdient mit 20:17 (9:10) die Oberhand.

Neerstedts Trainer Jörg Rademacher war nach dem Spiel „echt begeistert“ von dem Auftritt seiner Truppe: „Ich hätte nicht gedacht, dass wir schon so weit sind, einen der Großen der Liga zu schlagen“, sagte Rademacher. „Wir haben die ganze Woche über an unserer 5:1-Deckung gefeilt. In dieser Kompaktheit war es für Barnstorf dann auch einfach schwer, dort durchzukommen.“ HSG-Trainer Dag Rieken war derweil enttäuscht: „Das war eine verdiente Niederlage. Wir haben das im Angriff einfach nicht gut gespielt.“

Abwehrreihen dominieren die Partie

250 Zuschauer sahen eine mäßige erste Halbzeit, die eindeutig von den Abwehrreihen dominiert wurde. Beide Mannschaften schickten jeweils sehr bewegliche 5:1-Deckungen aufs Parkett, weshalb die gegnerischen Angriffsreihen viele Fehler produzierten. Neerstedt war spielerisch sogar die etwas bessere Manschaft, nutzte aber seine Chancen nicht – vor allem, weil sie häufig an HSG-Torwart Donatas Biras scheiterte.

Da aber auch Neerstedts Torwart Christoph Kuper einen sehr guten Tag erwischt hatte, war die Partie über 1:1 (3.), 3:3 (11.) 4:4 (15.) und 6:6 (19.) völlig ausgeglichen. Gegen Ende des ersten Durchgangs zog Barnstorf/Diepholz auf 9:6 (26.) und 10:7 (29.) davon. Doch mit zwei Toren in den letzten 75 Sekunden durch Marcel Reuter und Eike Kolpack ging Neerstedt nur mit einem Ein-Tor-Rückstand in die Halbzeitpause.

TV Neerstedt macht in der Schlussphase aus 15:16 ein 18:16

Nach dem Wechsel steigerten sich die Gastgeber in der Abwehr nochmals, fighteten um jeden Ball und ließen sich auch von Fehlentscheidungen der schwachen Schiedsrichter Mark und Olaf Wagener (SV Warsingfehn) nicht aus dem Konzept bringen. Bis in die Schlussphase blieb die Begegnung ausgeglichen.

In den letzten Minuten spielte Neerstedt dann wie entfesselt. Angetrieben von den starken Rückraumspielern Tim Schulenberg und Eike Kolpack machte Neerstedt aus einem 15:16 (53.) ein 18:16 (57.). Hinzu kam, dass die HSG im Angriff viele schlechte Entscheidungen traf und mehrere Spielzüge gar nicht erst abschloss.

Auch eine offene Manndeckung und die Einwechslung des siebten Feldspielers fruchteten bei der HSG nicht – die Gäste prallten immer wieder an der starken TVN-Abwehr inklusive Torwart Kuper ab.