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Handball-Oberliga TV Neerstedt zittert sich zum Derbysieg

Von Lars Pingel | 12.03.2017, 14:49 Uhr

Handball-Oberligist TV Neerstedt landet einen schwer erkämpften, aber umso wichtigeren Derbysieg bei der TSG Hatten-

Als die 60 Spielminuten in der Halle an der Schultredde in Sandkrug beendet waren, atmete Jörg Rademacher, Trainer der Oberliga-Handballer des TV Neerstedt, tief durch. „Unterm Strich zählen nur die zwei Punkte“, sagte er dann über die umkämpfte, phasenweise hektische Partie beim Schlusslicht TSG Hatten-Sandkrug, die seine Mannschaft mit 30:28 (14:9) gewonnen hatte: „Alles andere ist am Montag vergessen.“ Mit dem achten Saisonsieg und nun 17 Pluspunkten haben die Neerstedter „einen Riesenschritt“ in Richtung Klassenerhalt gemacht – und ihre Gastgeber der Verbandsliga wieder ein Stück näher gebracht.

Hatten hadert mit Chancenverwertung

TSG-Trainer Hauke Rickels machte seinem Team keinen Vorwurf. „Wir haben uns gut verkauft“, sagte er. Dass das nicht zu einem deutlichen Lebenszeichen im Kampf gegen den Abstieg gereicht hatte, lag für ihn vor allem an einem Problem, das die TSG während der gesamten Saison plagt: die schlechte Chancenverwertung. „Wir vergeben gute Möglichkeiten und kassieren dann die Neerstedter Kontertore, die den Unterschied ausgemacht haben“, erklärte Rickels. Dazu kam, auch nicht zum ersten Mal, das Verletzungspech. Keno Fokken und Boris Bruns schieden im Verlauf der Partie aus.

Rademacher konnte im Derby Torjäger Eike Kolpack, der zuletzt verletzt gefehlt hatte, wieder einsetzen. Mit 9/2 Treffern wurde er wieder einmal zum erfolgreichsten TVN-Werfer. Zudem stand Routinier und TVN-Urgestein Tim Schulenberg zum zweiten Mal in dieser Saison im Kader.

Rote Karte gegen Wolken

Die Neerstedter gingen die Partie genau wie die Sandkruger mit dem Vorhaben an, in der Abwehr die Grundlage für einen Erfolg zu legen. Beide 6:0-Formationen funktionierten gut. Nach dem 7:6 (14.) von Björn Wolken war es aber die TVN-Defensive um ihren sehr starken Torwart Hendrik Legler, die die Partie dominierte. Mit den vielen Ballgewinnen im Rücken wuchs die Sicherheit im Angriffsspiel. Der 14:9-Pausenvorsprung war die logische Konsequenz.

Nicht einmal sieben Minuten nach Wiederbeginn fing sich dann TVN-Abwehrchef Wolken die Rote Karte ein. Er griff beim Versuch, TSG-Rückraumspieler Robert Langner noch am Wurf zu hindern, in dessen Arm. Trotzdem behielt der TVN zunächst die Kontrolle über das Spiel, weil er in der Offensive die Ruhe bewahrte und in der Defensive gut weiterarbeitete: Linksaußen Jan Busse traf zum 22:18 (44.).

Hoffmann macht alles klar

Doch die nie aufsteckende TSG steigerte sich vor allem in der Abwehr, hinter der Torwart Jan-Peter Steffens eine gute Leistung bot. Ein 4:0-Lauf in 150 Sekunden brachte sie bis auf 21:22 (46.) heran. Doch die Probleme im Abschluss und die gute Leistung Leglers stoppten die TSG-Aufholjagd. Der TVN, der in der zweiten Halbzeit einige gute Chancen vergab, ging durch Schulenberg-Treffer mit 27:22 (51.) und 29:24 (57.) in Führung. Die TSG bäumte sich zwar noch einmal auf, doch Leglers Paraden und Juliann Hoffmanns Treffer acht Sekunden vor dem Ende sorgten dafür, dass Rademacher kurz jubelte und dann tief durchatmete.