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Handball-Saisonvorschau HSG Hude/Falkenburg sieht sich nicht als Titelmitbewerber

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 01.09.2017, 12:08 Uhr

Am Sonntag (16.30 Uhr) beginnt die Oberliga-Saison für die HSG Hude/Falkenburg mit einem Heimspiel gegen den TV Oyten II. Mehr als ein Platz im oberen Mittelfeld ist nicht möglich, sagte HSG-Trainer Timo Stein – auch, weil der Kader zu klein ist.

Den letzten Akt ihrer langen Vorbereitungsphase machten die Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg zu einem kurzen Prozess. Mit 23:4, 25:10 und 18:8 fegte die HSG beim HVN/BHV-Pokal ihre unterklassigen Gegner in den nur 2x15 Minuten Spielzeit förmlich vom Feld und zog damit in die nächste Runde ein. Ob Hude/Falkenburg alle Gegner in der Oberliga Nordsee in der am kommenden Wochenende startenden Saison auch so überrennen wird? Das ist vor dem Saisonstart an diesem Sonntag in Ganderkesee (16.30 Uhr, Halle am Steinacker) mit dem ersten von drei Heimspielen in Folge gegen den TV Oyten II bei realistischer Einschätzung nicht zu erwarten. Vornehmlich aus zwei Gründen, wie HSG-Trainer Timo Stein meint. „Erstens ist die Liga ist an der Spitze sehr ausgeglichen besetzt, zweitens ist unser Kader sehr klein.“

Mit Meister VfL Stade und SFN Vechta spielen die beiden langjährigen Dauerrivalen von Hude/Falkenburg zwar nun in der 3. Liga Nord bzw West. Von kurzfristigen Titelträumen und der Rückkehr in die dritthöchste deutsche Spielklasse haben sie sich bei der HSG aber erst einmal verabschiedet. „Wir wollen einen Platz im oberen Mittelfeld“, gibt Stein das Saisonziel aus. „Für mehr müsste bei uns alles passen.“ Der HSG-Trainer sieht vier, fünf Mannschaften, die den Titel unter sich ausmachen: den finanziell gut aufgestellten BV Garrel, den immer oben mitspielenden TV Dinklage, den gut verstärkten Aufsteiger Werder Bremen II und den ATSV Habenhausen, der eine starke Rückrunde gespielt hat.

Drei Neuzugänge ersetzen drei Abgänge

Der HSG-Kader hat weiter individuelle Klasse. Die zweitliga-erfahrenen Mareike Zetzmann und Jessica Galle können an guten Tagen ein Oberliga-Spiel alleine entscheiden. Auch die Torfrauen Karen Tapenhinrichs und Mareen Rump sowie die Feldspielerinnen Ashley Butler, Katharina Stuffel und Saskia Petersen haben schon in der 2. und 3. Liga gespielt. Doch insgesamt fehlt es dem Huder Kader mit nur zehn Feldspielerinnen an der Breite. Ein Problem, mit dem auch Steins Vorgänger schon immer zu kämpfen hatten.

Die Abgänge der drei langjährigen Spielerinnen Katharina Woltjen (VfL Stade), Nadja Albes (TV Neerstedt) und Kristin Schulze (aufgehört) hat Hude/Falkenburg zumindest nominell durch drei Neuzugänge kompensiert. Den besten Eindruck in der Vorbereitung hat Lisa-Marie Hilmer (TSG Hatten-Sandkrug) hinterlassen. „Sie wird den Sprung bei uns schaffen“, sagt Stein, der Tielemann auch dafür lobt, dass sie Extra-Einheiten mit der A-Jugend absolviert hat. Etwas Zeit benötige noch Mareike Tielemann (HSG Neuenburg/Bockhorn). „Aber die geben wir Mareike“, sagt Stein.

Aufgehört: Kristin Schulze (am Ball). Foto: Rolf Tobis

Auf der Torhüter-Position ist Rückkehrerin Rump (A-Jugend-Bundesliga VfL Oldenburg) zur Zeit die Nummer eins, weil Tapkenhinrichs nach ihrem Kreuzbandriss langsam wieder herangeführt werden soll. Die Erwartungshaltung bei Rump sollte das Umfeld ein wenig zurückschrauben, betont Stein. „Mareen wird Kaddah Woltjen nicht eins-zu-eins ersetzen können.“ Was aber auch nicht verwunderlich ist: Denn Woltjen war in der Oberliga die beste Torfrau.

Nach einer holprigen Vorbereitung mit Höhen und Tiefen machte Hude/Falkenburg nach einem viertägigen Trainingslager einen Schritt nach vorne. „Danach wurden Abläufe und Abstimmungen immer besser“, sagt Stein. Den Handball, den er spielen lassen will, umreißt der Coach klar: Es soll über Tempo gehen. Über die erste und zweite Welle, aber auch über die schnelle Mitte will Hude/Falkenburg einfache Tore erzielen. Außerdem wünscht Stein sich, dass seine Spielerinnen flexibel agieren und nicht starr auf ihren Positionen bleiben. Ein Problem sieht Stein aber doch: „Auf den Außenpositionen haben wir massive Probleme.“ Svenja Stapoisky sei die einzige echte Außenspielerin. Auch US-Nationalspielerin Ashley Butler sieht er eher im halbrechten Rückraum als auf Rechtsaußen.