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Handball-Turnier TV Neerstedt gewinnt den Toyota-Engelbart-Cup

Von Heinz Quahs, Heinz Quahs | 27.08.2016, 09:52 Uhr

Die Oberliga-Handballer des TV Neerstedt haben die fünfte Auflage des Toyota-Engelbart-Cups in der Delmenhorster Stadionhalle gewonnen.

Als der sechste Sieg im sechsten Spiel eingetütet und der Siegerpokal inklusive eines stattlichen Preisgeldes überreicht worden war, strahlte Jörg Rademacher über das ganze Gesicht. „Es war mit dem starken Feld ein richtiger Härtetest für uns, den mein Team glänzend bestanden hat“, sagte der Handball-Trainer des Oberligsten TV Neerstedt nach dem 9:6 in einem auf 20 Minuten verkürzten Endspiel gegen Gastgeber HSG Delmenhorst.

Die spielerisch starken Neerstedter hatten am Samstagabend bei der fünften Auflage des Toyota-Engelbart-Cups mit sechs Mannschaften bereits zum dritten Mal den Siegerpokal entgegengenommen und eindrucksvoll demonstriert, in welcher guten Verfassung sie sich zwei Wochen vor dem Saisonstart am 10. September (Samstag, 19.15 Uhr) gegen den TV Cloppenburg befinden. „Im Rahmen der letzten Trainingseinheiten vor Saisonbeginn werden wir noch einige Kleinigkeiten ändern“, kündigte TVN-Coach Jörg Rademacher an. „Doch meine Mannschaft hat meine Vorgaben bisher sehr gut umgesetzt.“

Delmenhorster Trainer Haake lobt Spiel des TV Neerstedt

Auch die anderen Gruppenspiele, die über 30 Minuten gingen, dominierte der TVN. Er feierte Siege gegen die Oberligisten Elsflether TB (16:12), Delmenhorst (18:12) und die TSG Hatten/Sandkrug (13:10) sowie gegen die beiden Landesligisten TS Hoykenkamp (17:14) und HSG Grüppenbühren/Bookholzberg (17:9).

Auch Andre Haake, Spielertrainer der HSG Delmenhorst, lobte den Turniersieger. „Neerstedt hat mit Abstand den besten Ball gespielt. Mit einer tollen Deckungsarbeit und zwei sehr starken Keepern haben sie den gegnerischen Angreifern sehr häufig den Schneid abgekauft.“ Im Endspiel sei Neerstedt dann „in den entscheidenden Situationen einfach besser“ gewesen.

Beide Spielmacher bei der HSG Delmenhorst verletzt

Einziger Wermutstropfen im Finale war die Schulterverletzung von Haake, als ein Neerstedter Abwehrspieler unglücklich auf den am Boden liegenden Mittelmann fiel. Damit sind aktuell beide Spielmacher der Delmenhorster außer Gefecht. „Fino“ Oetken hatte sich zuvor im Training verletzt. Dessen Fehlen konnten die Gastgeber nicht ganz kompensieren. Denn es schlichen sich wiederholt leichte Ballverluste im Spiel der Delmenhorst ein.

Mit dem Verlauf der beiden Turniertage, in dessen Spitzenzeiten 150 Zuschauer in der Stadionhalle waren, war Haake recht zufrieden. „Man hat gesehen, dass dass die Oberligisten nicht verlieren wollen. Deshalb sind alle auch engagiert zur Sache gegangen. Die Vorgabe, gegen die Landesligisten zu gewinnen, war eigentlich klar. Doch Hoykenkamp und Grüppenbühren/Bookholzbergn haben gezeigt, dass sie schon sehr gut mithalten können.“ In dem ausgeglichenen Teilnehmerfeld hielten die beiden Lokalrivalen häufig lange Zeit sehr gut mit. Schwächen im Spielaufbau und im Abschluss führten letztlich zu ihren Niederlagen.

HSG Grüppenbühren/Bookholzberg überzeugt in der Abwehr

Im direkten Duell zog Grüppenbühren/Bookholzberg zwar mit 10:14 gegen Hoykenkamp den Kürzeren. Zuvor hatte sie die TSG Hatten-Sandkrug mit 13:10 bezwungen – es war der erste Sieg überhaupt für die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg beim Engelbart-Cup. „Wir hatten uns vorgenommen, einem Oberligisten ein Bein zu stellen. Schön, dass es geklappt hat“, sagte Co-Trainer Andreas Müller.

Er zog trotz des letzten Platzes ein zufriedenes Fazit. „Wir haben eine gute Vorbereitung hinter uns und dieses Teilnehmerfeld hat uns noch einmal richtig gefordert“, sagte Müller. „Wir haben gesehen, dass wir über eine sehr starke Abwehr mit zwei sehr guten Torhütern verfügen, die in der Landesliga schon bestehen kann.“ Allerdings müssten die Schwächen in der Offensive bis zum Saisonstart am 9. September (Freitag, 20 Uhr) gegen den TvdH Oldenburg II noch abgestellt werden.

TS Hoykenkamp muss noch an der Chancenverwertung arbeiten

Auch der Hoykenkamper Coach Frank Kessler war zufrieden. „Es war ein qualitätsmäßig sehr gut besetztes Turnier, in dem wir richtig gefordert wurden.“ Besonders gefallen habe ihm das torreiche 21:21 gegen den Elsflether TB. Trotzdem müsse seine Mannschaft noch an der Chancenverwertung arbeiten. „Wir lassen noch zu viele hochkarätige Möglichkeiten liegen.“ Die Deckungsarbeit müsse ebenfalls noch intensiviert werden, sagte Kessler.

Mehr vorgenommen hatte sich der Turniervierte TSG Hatten-Sandkrug. Auffallend war, dass bei der TSG gerade in der Offensive die Angriffszüge häufig auf die Goalgetter Langner und Menkens zugeschnitten sind, sodass Hatten recht einfach auszurechnen war. Hauke Rickels, der den verhinderten Coach Frank Huchzermeier am Freitag vertrat, sah noch einiges an Arbeit auf die Mannschaft zukommen: „Dieses Turnier war für uns sehr wichtig, um uns gemeinsam spielerisch weiter zu entwickeln. Besonders in der Deckung hatten wir noch Abstimmungsprobleme.“

Organisatoren der HSG Delmenhorst zufrieden

Alles im Griff mit dem Turnier hatten indes die Organisatoren um Jürgen Janßen. „Es lief alles reibungslos“, sagte der HSG-Vorsitzende. Das neu eingeführte Endspiel zwischen dem Ersten und dem Zweiten der Tabelle sei zwar nicht bei allen Akteuren auf Gegenliebe gestoßen. Aber: „Die Ausschreibung sah das so vor“, betonte Janßen. Zum Abschluss gab es von allen Seiten nur Lob für die zügige Abwicklung des Turnieres, das den Spielern schon einiges abverlangte.