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Handball-Verbandsliga HSG Delmenhorst will einen Schritt nach dem anderen gehen

Von Heinz Quahs und Klaus Erdmann | 30.09.2017, 08:54 Uhr

Handball-Verbandsligist HSG Delmenhorst bleibt vor dem Heimspiel gegen die HSG Bützfleth/Drochtersen bescheiden. Der Titelanwärter in der Handball-Verbandsliga steht vor einer Pflichtaufgabe. Hoykenkamp und Grüppenbühren wollen im Tabellenkeller Boden gutmachen – in schweren Auswärtsspielen.

In der engen Handball-Verbandsliga haben schon nach vier Wochen alle Mannschaften mindestens zwei Punkte abgegeben. Wenn sich die Spreu vom Weizen trennt, will die HSG Delmenhorst oben dabei sein – und braucht dafür einen Sieg am Samstagabend gegen die HSG Bützfleth/Drochtersen. Die Kellerkinder TS Hoykenkamp und HSG Grüppenbühren/Bookholzberg sind auswärts Außenseiter.

 HSG Delmenhorst – HSG Bützfleth/Drochtersen. Für Außenstehende geht der gastgebende Oberliga-Absteiger und Tabellenvierte HSG Delmenhorst am Samstag, 19.15 Uhr, in der Stadionhalle gegen den Vorletzten Bützfleth/Drochtersen als Favorit an den Start. Nicht so für den Delmenhorster Cheftrainer Jörg Rademacher: „Ich sehe uns nirgendwo in der Favoritenrolle“, unterstreicht er. „Wir sind nicht in der Position, es mal eben so zu machen.“ Die Mannschaft müsse stets an die Grenzen gehen, ob sie gegen den Ersten oder den Letzten antrete. Die Tabellensituation spiele keine Rolle.

Besagte Situation ist für den Gast nicht rosig. Die HSG Bützfleth/Drochtersen, die in der vergangenen Saison nur knapp dem Abstieg entkam, meldet 1:7 Punkte und nimmt lediglich aufgrund des günstigeren Torverhältnisses gegenüber der TS Hoykenkamp den vorletzten Rang ein. Den einzigen Zähler holte der Gast beim 24:24 gegen den TuS Sulingen. 17 der 87 Treffer erzielte Matthias Friedrich.

Nach zwei Siegen, einer Niederlage und dem 27:27 beim Wilhelmshavener HV II erklärt Rademacher: „Wir müssen auf uns gucken. Wir haben noch nicht unseren Rhythmus gefunden und müssen uns stabilisieren. Wir müssen unsere Punkte holen – alles andere kommt dann von alleine.“

Er ist froh darüber, dass seine Mannschaft heute und am Samstag, 7. Oktober, 19.15 Uhr (gegen TvdH Oldenburg) Heimspiele bestreitet: „Zuhause können wir uns mehr Selbstvertrauen holen.“ Momentan, so Rademacher, lägen alle Mannschaften noch dicht beieinander. Der Coach: „Nach zehn Spielen kann man eine Prognose abgeben, wohin die Reise geht.“ Neuzugang Tim Coors und Kevin Larisch, die über Rückenprobleme klagen, fehlen den Delmenhorstern auch gegen die SG Bützfleth/Drochtersen.

 VfL Fredenbeck II – HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Nach dem ersten Saisonsieg (33:29 gegenNeuenhaus/Uelsen) geht Grüppenbühren/Bookholzberg am Sonntag ab 17 Uhr auf die Jagd nach den ersten Auswärtspunkten – auf schwierigem Pflaster. Die Fredenbecker Reserve ist spielstark und erfahren, mehr als die Hälfte des Kaders hat schon in der 3. Liga gespielt, einige Spieler sogar zu glorreichen Zeiten in der Bundesliga. HSG-Trainer Andreas Müller will sich aber nicht verstecken: „Wir wissen um die Torgefährlichkeit aller gegnerischen Akteure, doch wir waren erfolgreich und nehmen unseren Schwung mit. Wir gehen zwar als Außenseiter in diese Partie, doch wir wollen unsere kleine Chance nutzen.“ Bis auf den angeschlagenen Tobias Sprenger kann HSG in Bestbesetzung antreten.

 Wilhelmshavener HV II – TS Hoykenkamp. Hoykenkamp würde das Tabellenende vor der dreiwöchigen Pause gern verlassen, muss dafür aber eine knifflige Aufgabe lösen. Am Samstag tritt der Aufsteiger ab 16.30 Uhr beim Wilhelmshavener HV II an, der auf die Ex-Bundesligaspieler Christoph Groß (Rückraum) und Georg Auerswald (Kreis) zurückgreifen kann. WHV II ist auch noch sieglos und hat das Kunststück fertig gebracht, in den drei bisherigen Partien Unentschieden zu spielen. TSH könnte mit einem Remis leben, muss dafür aber Baustellen schließen – zum Beispiel in der Abwehr, die die schwächste der Liga ist, und auf Außen. „Wir haben keinen Linkshänder für Rechtsaußen, das ist schon schwierig“, sagt Trainer Adrian Hoppe. „So müssen wir uns etwas einfallen lassen, um von allen Positionen torgefährlich zu werden.“ Die Torhüter Keeper Gregor Kleefeldt und Timo Meier fallen aus.