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Handball-Verbandsliga HSG Delmenhorst will mit Geduld und Übersicht spielen

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 24.11.2017, 19:04 Uhr

Schweres Auswärtsspiel für die Handballer der HSG Delmenhorst: Der Verbandsliga-Spitzenreiter tritt am Samstag (19 Uhr) beim Vierten TuS Sulingen an.

Jörg Rademacher macht aus seinem kleinen Unmut über den Spielplan keinen Hehl. „Ich bin kein generell kein Freund von freien Wochenenden“, sagt der Handball-Trainer der HSG Delmenhorst vor dem Auswärtsspiel am Samstag (19 Uhr) beim starken Aufsteiger TuS Sulingen. „Dann muss man erst einmal wieder den Rhythmus finden.“

Die nun dreiwöchige Pause kam dem Tabellenführer der Verbandsliga auch aus sportlicher Sicht etwas ungelegen. Denn die HSG Delmenhorst feierte zuletzt fünf Siege in Folge. Der 28:24-Erfolg im schweren Auswärtsspiel bei der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg war zudem vielleicht sogar die beste Saisonleistung der Delmenhorster.

Sudau und Janßen zurück, Ludwig fällt aus

In der Pause konnten auch einige angeschlagene Spieler ihre Verletzungen auskurieren. Die Rückraumspieler Torben Sudau und Jörn Janßen gehören wieder zum Kader. Dafür hat den Spitzenreiter zuletzt eine kleine Grippewelle erfasst. Kreisläufer Dominik Ludwig fällt definitiv aus, auch hinter dem Einsatz von Linksaußen Ole Goyert steht noch ein Fragezeichen. Kurzum: Rademacher weiß vor dem Duell beim Tabellenvierten nicht so richtig, wie er das Leistungsvermögen seiner Mannschaft im Landkreis Diepholz einordnen soll.

Was der HSG-Trainer aber genau kennt, ist die Leistungsstärke des TuS, der unter anderem mit Siegen über den VfL Fredenbeck II und den Wilhelmshavener HV II aufhorchen ließ. „Das ist eine kompakte Truppe mit viel Wurfgewalt und einem starken Umschaltspiel“, findet Rademacher. Dreh- und Angelpunkt im Team von Coach Hartmut Engelke ist der Drittliga-erfahrene Goalgetter Jan Mohrmann. Vor dessen Rückraum-Kollegen Jannik Knieling und Marco Krause sowie dem „sehr guten“ Linksaußen Julian Knieling warnt Rademacher ebenfalls.

Rademacher wünscht sich noch mehr Konstanz

Im Angriff fordert Rademacher von seiner Mannschaft, geduldig und mit Übersicht die Angriffe auszuspielen. „Wir müssen lernen, den Ball manchmal lieber noch einmal weiter zu passen, um die bessere Position zu bekommen“, sagt Rademacher. Das würde Sulingen auch weniger Chancen gegeben, über die erste und zweite Welle leichte Tore zu erzielen.

Grundsätzlich wünscht sich Rademacher noch mehr Konstanz in den Leistungen. „Wir haben immer noch kleine Wellentäler in unserem Spiel. Das kann manchmal gefährlich werden.“ In Bookholzberg zum Beispiel lag seine Mannschaft gleich mit 0:5 zurück. „Andererseits sind wir in dieser kritischen Phase auch ruhig geblieben. Das hat mir gefallen.“

HSG Delmenhorst kann 60 Minuten Vollgas geben

Ein Pluspunkt der HSG gegenüber vielen Gegner ist – wie schon bei Rademachers Vorgängertruppe Neerstedt – die körperliche Fitness. „Wir können 60 Minuten lang Vollgas geben“, sagt er. Ein Umstand, der schon in einigen Spielen in der Schlussphase den Unterschied ausmachte. Beim Sieg in Bookholzberg spielte seine erste Sieben fast 45 Minuten lang durch, nur Fino Oetken wechselte zwischen Abwehr und Angriff mit Dominik Ludwig.