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Handball-WM 2017 der Frauen Drei Favoriten spielen in Oldenburg

Von Lars Pingel | 26.11.2017, 10:38 Uhr

Oldenburg ist Standort der Handball-WM 2017 der Frauen. Von Samstag, 2. Delmenber, bis Freitag, 8. Dezember, treten sechs Teams dort an. Sie kämpfen in der Vorrunden-Gruppe C um vier Plätze im Achtelfinale.

Angie Geschke steckt mitten in den letzten Vorbereitungen. „Das ist nach Olympischen Spielen das Größte, was du als Sportlerin erleben kannst“, sagt die Handball-Nationalspielerin. Das – das ist eine Weltmeisterschaft im eigenen Land. Sie gehört zum Kader, mit dem sich Nationaltrainer Michael Biegler auf das Turnier vorbereitet, das die DHB-Auswahl am Freitag, 1. Dezember (19 Uhr/Sport1), in Leipzig eröffnet. Der Weltmeister wird am Sonntag, 17. Dezember (17.30 Uhr), in Hamburg gekürt. Die DHB-Auswahl wird alle Vorrundenspiele in Leipzig austragen. Trotzdem hat Geschke, erzählt sie schmunzelnd, „Freunden verboten“, sich alle Partien in der sächsischen Großstadt anzuschauen. „Klar, ich freue mich über jeden Fan, der uns anfeuert“, erklärt sie. „Doch großartigen Handball gibt es auch in Oldenburg zu sehen. Dort sollen sie unbedingt auch einmal dabei sein.“

Angie Geschke spielt in der Bundesliga für den VfL Oldenburg

Oldenburg ist zum ersten Mal WM-Standort. In der großen EWE-Arena werden vom 2. bis 8. Dezember die 15 Partien der Vorrunden-Gruppe C ausgetragen. Oldenburg ist zudem Geschkes Heimat. Die 32-Jährige läuft für den VfL in der Bundesliga auf, ist nach sechs Partien mit 62 Saisontoren (29 Siebenmeter) Führende in der Torschützenliste. Und sie hat die Patenschaft für „ihren“ WM-Standort übernommen. „Es wäre für mich natürlich noch schöner gewesen, wenn wir in der EWE Arena gespielt hätten“, erzählt Geschke. Sie macht trotzdem sehr gerne Werbung für die Partien in Oldenburg: „Das ist eine der besten der vier Gruppen“, schwärmt sie.

Tunesien möchte überraschen

In Oldenburg kämpfen Russland, Dänemark, Brasilien, Montenegro, Tunesien und Japan um den Einzug ins Achtelfinale, das vier Teams erreichen werden. „Es ist die schwierigste Gruppe der ganzen Weltmeisterschaft“, findet die tunesische Führungsspielerin, die 35-jährige Mouna Chebbah. Die Profi-Handballerin, die in der ersten französischen Liga für Chambray Touraine Handball auf Torejagd geht, eröffnet mit ihrem Team die „Oldenburger WM“. Am Samstag, 2. Dezember, 14 Uhr, trifft Tunesien auf Russland. „Wir werden alles geben, um einen guten Eindruck zu hinterlassen“, sagt Chebbah nach Angaben des örtlichen Organisationsteams über die Partie. Ihr Team gilt als Außenseiter. Es will aber mächtig überraschen. „Mein Traum ist es, Gruppensieger zu werden“, erzählt Chebbah vor ihrer siebten WM-Teilnahme.

Dänemark bringt viele Fans mit

Favoriten auf den Gruppensieg sind aber drei andere Teams, sie gehören auch zum engeren Kreis der Anwärter auf den WM-Titel. „Russland ist Olympiasieger“, nennt Geschke den wohl größten. Aber auch der dreimalige Olympiasieger Dänemark, um seine herausragende Torfrau Sandra Toft, wird von vielen Experten sehr oft genannt, wenn die Frage nach den Favoriten gestellt wird. Das Team aus dem handballverrückten Land wird von einer riesigen Fan-Gruppe begleitet. Für die WM ein Geheimfavorit, in Oldenburg mehr als das ist die Mannschaft aus Brasilien. Der Weltmeister von 2013 ist amtierender Panamerika-Meister.

Japan möchte anderen Handball kreieren

Montenegro, Europameister von 2012, hofft auf den Sprung ins Achtelfinale. Und Japan? Auch. Das sei das Ziel, sagt der dänische Nationaltrainer Ulrik Kirckely. Er verrät, wie das erreicht werden soll. „Wir müssen versuchen, einen anderen Handball zu kreieren, mit dem wir die besseren Mannschaften überraschen können.“

Geschke selbst wird von Leipzig aus das Geschehen in Oldenburg intensiv verfolgen. Nicht nur, weil sie Patin ist, sondern auch weil die vier Besten aus der EWE-Arena im Achtelfinale auf Teams aus der Gruppe der DHB-Auswahl treffen.