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Hermes-Junior-Super-Cup Bundesliga-Nachwuchs beeindruckt den FC Liverpool

Von Daniel Niebuhr | 14.06.2015, 23:30 Uhr

Der FC Liverpool landet bei seiner Junior-Cup-Premiere auf Rang elf. Den Trainern des Kultklubs aus dem Nordwesten Englands ist es recht.

Auf der Sportanlage an der Delmenhorster Seestraße war der Lärmpegel am Sonntagmittag, vorsichtig ausgedrückt, relativ beachtlich, was bei einem Fußball-Turnier für 36 U11-Mannschaften auch nicht groß verwundert. Den kahlrasierten Engländer mit dem Hafenakzent hörte man, wenn man sich etwas anstrengte, trotzdem bis in den Turnierleitungscontainer. „Well done, „fantastic“ und immer wieder „keep going“ krakelte Peter Cavanagh von der Seitenlinie in Richtung seiner Jungs vom FC Liverpool – der Trainer des englischen Kultklubs sorgte am Rand für mehr Action als manche Mannschaft auf dem Platz. Seine Spieler versuchten zwar, da einigermaßen mitzuhalten, verpassten aber das Viertelfinale beim Hermes Junior Super Cup durch ein 0:4 gegen Bayer Leverkusen im letzten Zwischenrundenspiel. Immerhin, der englische Rivale FC Fulham wurde im Spiel um Platz elf noch geschlagen.

Trainer sind beeindruckt

Eine Serie konnte also auch Liverpool nicht beenden. Kein ausländischer Klub gewann bisher den Junior Super Cup oder dessen Vorgängerveranstaltungen; Peter Cavanagh war allerdings schon relativ früh klar gewesen, dass auch sein Team nicht das erste sein würde. „Wenn man sich die deutschen Mannschaften aus den Bundesliga-Vereinen anschaut, dann ist das wahnsinnig beeindruckend. Wir sind froh, wenn wir da vernünftig mitspielen können und manche vielleicht schlagen“, sagte der Ex-Profi. Sein Kollege Carl Lancaster fühlte sich, „wie in einem kleinen Europapokal“. Man treffe zwar in der Liga auch oft auf Mannschaften des Kalibers Manchester United, „aber das hier ist nochmal was ganz anderes“.

Betreuer aus Hamburg ist begeistert

Platz elf war dementsprechend ein kleiner Erfolg für die Mannschaft aus dem englischen Nordwesten, die während des Turniers auch vom Hamburger Ralf Lehmann betreut wurde. Der Vorsitzende des Liverpool-Fanklubs „German Reds“ konnte die Zuneigung zu seinem Lieblingsverein einmal anders ausleben; bei den Profis an der Anfield Road war er schon oft, im Betreuerstab einer Mannschaft seines Lieblingsklubs aber zum ersten Mal. In Sachen Dresscode konnte man ihm schon einmal nichts vorwerfen: Liverpool-Trikot, Liverpool-Jacke, Liverpool-Mütze – der Edelfan fiel zwischen den Trainern an der Seitenlinie kaum auf. „Für mich ist das großartig. Dieser Verein liegt mit sehr am Herzen“, sagte Lehmann, was sich beim Junior Cup eher noch verstärkte: „Die Jungs sind alle so sympathisch; es geht lockerer zu als beim Bundesliga-Nachwuchs, habe ich das Gefühl. Auch nach Niederlagen gibt es keine Standpauken.“

Fans ziehen um die Häuser

Höchstens von den Eltern, die aus England mitgereist sind. Etwa 20 Liverpool-Anhänger verfolgten die Spiele der kleinen „Reds“, manche von ihnen mit unverkennbaren Ringen unter den Augen. Während die Mannschaft im A1-Hotel in Stuhr untergekommen war, nächtigten die Angehörigen in Bremen und zogen am Samstagabend um die Häuser. „Vielleicht etwas zu lange“, bekennt Fan John, der sich mit heiserer Stimme als „Vater der Nummer 11“ vorstellt. Andererseits, philosophiert er, ist das doch Teil der englischen Kultur: „Anreisen, Feiern, Party machen; das ist unser Ding.“ Manche Wahrheiten sind im Fußball scheinbar altersübergreifend gültig.