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Hermes-Junior-Super-Cup Delmenhorster Klubs hoffen auf Verbleib des Junior-Cups

15.06.2015, 21:44 Uhr

Die Organisatoren wollen das Jugendturnier ins Delmenhorster Stadion verlegen oder sich anderweitig umsehen. Die Trainer schwärmen von der jüngsten Veranstaltungen.

Irgendwie war Herbert Flügger auch froh, dass es vorbei war. Ein ganzes Wochenende auf den Beinen, das mache man als Normalsterblicher ja sonst nicht, erklärte der U11-Trainer des Delmenhorster TB; er sei entsprechend kaputt nach dem Hermes-Junior-Super-Cup, den sein Team am Sonntag auf dem respektablen 25. Platz beendet hatte. Kaputt, aber glücklich, durfte man sagen: „Die Mannschaft hat gute Spiele gezeigt, immer mitgehalten und sich super verkauft. Der ganze Verein hat sich toll präsentiert.“

Schlechte Karten für DTB-Anlage

Da wird wohl keiner der 4000 Menschen, die am Wochenende die Sportanlage Am kleinen Meer bevölkert haben, ernsthaft widersprechen. Der DTB und die Veranstalter um Christian Schlemm haben das mit Bundesligavereinen und internationalen Topklubs besetzte Turnier auch 2015 zum vermutlich hochklassigsten in dieser Altersklasse in Deutschland gemacht. Dennoch wird der Junior Cup im kommenden Jahr nicht mehr an dieser Stelle stattfinden. Wie Schlemm am Montag bestätigte, ist die Aufstockung des Teilnehmerfeldes von 36 auf 48 Teams praktisch beschlossene Sache; damit würden die DTB-Plätze als Austragungsort wegfallen. „Ein größeres Turnier ist an dieser Stelle einfach nicht zu stemmen“, sagt Schlemm. „Der DTB hat einen Wahnsinnsjob gemacht. Aber man muss einfach die Realitäten sehen.“ Und die lassen nur eine Deutung zu: Der Junior-Cup kann in der geplanten Größe nur in Delmenhorst bleiben, wenn er ins Stadion umzieht. Ansonsten, sagt Schlemm, muss man sich woanders umsehen, „auch wenn es in der Umgebung nicht viele Anlagen gibt, die so attraktiv sind wie das Stadion“. Einen Zeitplan habe man sich nicht gesetzt, stattfinden werde das Turnier aber in jedem Fall.

Lehrreiche Duelle mit Bundesligisten für DTB, Hasbergen und Stenum

DTB-Coach Flügger hofft natürlich zumindest auf einen Verbleib in der Stadt. Für seine Jungs sei das Prestigevent mit den Duellen gegen den Bundesliga-Nachwuchs einzigartig. „Man lernt wahnsinnig viel, zum Beispiel, dass die Bundesligisten selbst starken kleinen Vereinen bei der Jugendarbeit um Welten voraus sind“, sagt er.

Ähnliche Erfahrungen machten auch die Nachbarvereine, wie der von Jürgen Walter trainierte VfL Stenum, der auf Platz 26 landete. „In der Liga verlieren wir fast nie, und hier spielst du gegen Werder 0:7, gegen Liverpool 0:3 und gegen Frankfurt 0:5. Das ist eine harte Lektion für die Jungs“, erklärt Walter. Noch härter traf es ergebnismäßig den TuS Hasbergen von Trainer Torsten Lührs, der immerhin sein letztes Spiel gewann, zuvor aber etliche Klatschen kassierte. „Für die Jungs war das Turnier ein Highlight und sie haben sich tierisch darüber gefreut, dass sie gegen Bundesligisten spielen konnten. Der Nachteil ist allerdings, dass die Spieler nach den klaren Niederlagen die Köpfe hängen lassen“, berichtet Trainer Torsten Lührs. Gegen den 1. FC Köln habe man eine hohe Pleite erlitten (0:9), doch gegen Hannover 96 und Rasensport Leipzig (jeweils 0:5) habe man gut mitgehalten.