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Hermes-Junior-Super-Cup Dortmund gewinnt den Junior Cup in Delmenhorst

Von Daniel Niebuhr | 14.06.2015, 18:56 Uhr

4000 Zuschauer strömen am Wochenende zum Hermes-Junior-Super-Cup. Borussia Dortmund triumphiert, zufrieden sind letztlich alle.

Während seine Spieler schon feierten, stand Yakub Göksu am Sonntagnachmittag auf der Anlage des Delmenhorster Turnerbundes etwas abseits. Die Siegerehrung des 2. Hermes-Junior-Super-Cups lief, der Trainer Borussia Dortmund lehnte an einer Bande und diskutierte mit seinen Kollegen aus Mainz und Leverkusen über das gerade zuende gegangene Finale. Die Dortmunder U11-Fußballer hatten den großen Rivalen Schalke 04 ziemlich glücklich mit 1:0 (0:0) bezwungen; Göksu, relativ unbeteiligt aussehend, analysierte nüchtern, „dass wir etwas Glück hatten. Der Turniersieg ist erstaunlich, vor allem wenn man bedenkt, dass wir keinen Torwart haben und die Spieler sich da abwechseln müssen. Bei insgesamt vier Gegentoren kann man aber nicht von einem unverdienten Titel reden.“

Glück beim Siegtor

Das angesprochene Glück hatte sich zwei Minuten vor dem Ende eines eher von den Schalkern bestimmten Endspiels gezeigt: Dortmunds Marius Zentler schlug fast von der Mittelinie aus den Ball Richtung Tor, der dort abgefälscht wurde und im langen Eck landete. Schalke rannte danach vergeblich an und haderte ein wenig mit dem Schicksal. „Wenn man ein großes Finale so verliert, ist das bitter“, erklärte Coach Sam Farokhi. „Aber ich bin trotzdem stolz.“

Überhaupt waren fast alle Mannschaften hinterher zufrieden mit dem sportlichen Wochenende. Werder Bremens Trainer Peter Behrens, mit seinem Team durch ein 3:0 über den Hamburger SV Dritter, jubelte zum Beispiel über „unser bestes Ergebnis in Delmenhorst überhaupt“.Der Delmenhorster TB, der mit Rang 25 das beste Resultat der Vereine aus Delmenhorst und dem Landkreis erzielte, freute sich, „dass wir uns stark verkauft haben“.

Nur FC Porto hält mit Bundesliga-Nachwuchsteams mit

Die Bundesligisten, das zeigte sich vom ersten Anpfiff bis zum Endspiel durchgehend, waren allerdings eine Klasse für sich. Nur der FC Porto konnte als bestes ausländisches mit Platz fünf noch in die Ägide der deutschen Profi-Klubs einbrechen.

Heimlicher Sieger der Veranstaltung waren die Organisatoren um Michael Zoll. 4000 Besucher an beiden Tagen zusammen war eine glänzende Zahl, alle Vereine lobten das Turnier ausdrücklich. „Es ist das beste in dieser Klasse in Deutschland, keine Frage“, fand BVB-Coach Göksu.

Zukunft des Cups in Delmenhorst offen

Ob das Turnier allerdings auf der Anlage des Delmenhorster TB oder überhaupt in Delmenhorst bleiben wird, steht in den Sternen. Christian Schlemm gab bekannt, dass man den Junior-Cup im nächsten Jahr von 36 auf 48 Mannschaften vergrößern werde. Es sei nicht ausgeschlossen, dass man aus Delmenhorst weggehe, ergänzte der Geschäftsführer CS Sport & Event GmbH, die das zweitägige Spektakel veranstaltet hat. „Es ist schwierig, in Delmenhorst Sponsoren zu finden. Es wäre einfacher, das Turnier nicht in Delmenhorst zu machen, aber einfach kann jeder“, sagte Schlemm. Die Verantwortlichen würden demnächst darüber sprechen.

Schirm- und Ratsherr Murat Kalmis, der den Organisatoren im Namen der Stadt Delmenhorst dankte, sagte: „Es wäre schade, wenn dieses Turnier nicht mehr in Delmenhorst stattfindet.“ Er habe das Gefühl, dass die Organisatoren manchmal nicht die entsprechende Wertschätzung bekämen. Er werde darauf hinwirken, dass das Turnier bleibe. DTB-Vorsitzender Erich Meenken: „Von uns aus kann es weitergehen. Es muss vertraglich neu geregelt werden.“