Ein Angebot der NOZ

Hockey-Oberliga Der HC Delmenhorst steht vor einer harten Saison

Von Daniel Niebuhr | 18.08.2016, 23:48 Uhr

Abgänge, Testspiel-Pleiten und eine starke Liga: Den Hockeyherren des HC Delmenhorst droht in Oberliga der Abstiegskampf.

Verlieren zu lernen, ist im Sport eine bis heute unterschätzte Kunst – dabei kann ein geübter Umgang mit Niederlagen besonders im Abstiegskampf nützlich sein. Vielleicht kann Trainer Ulli Hader die holprige Vorbereitung seiner Hockeyherren deshalb positiv betrachtet als abhärtende Erfahrung verbuchen – die am Samstag beginnende Saison könnte schließlich ähnlich schwer werden.

Fünf Testspiele haben seine Oberligaspieler des HC Delmenhorst bestritten, keines taugte zum Aufbau einer breiten Brust. Beim Zweitliga-Absteiger und DDR-Rekordmeister Osternienburger HC gab es ein 3:12, an gleicher Stelle gegen den Ost-Oberligisten Cöthener HC ein 2:11, später noch ein 1:5 gegen Regionalligist DHC Hannover und ein 0:6 gegen den Verbandsligisten SV Beverstedt. Dank des 6:2 bei GVO Oldenburg am Dienstag bleibt immerhin ein kleines Erfolgserlebnis. Hader ist allerdings schon lange genug dabei, um sich von nackten Resultaten nicht einschüchtern zu lassen. „Es waren größtenteils höherklassige Gegner und wir hatten nie annähernd unseren Kader zusammen“, erklärt er.

Start bei Hannover 78 II

Nur: Zum Oberliga-Start könnte es genauso weitergehen. Der Gegner heißt am Samstag ab 15 Uhr auswärts zwar Hannover 78 II und ist ein Abstiegskandidat; weil die erste Mannschaft der Hannoveraner aber noch nicht in die 2. Bundesliga eingestiegen ist, drohen dem HCD diverse, nach der Sommerpause tatendurstige Zweitligaspieler gegenüberzustehen. „Das ist schon Usus“, unkt Hader. Ihm selbst fehlen mit Andreas Klein, dem Toptorschützen Jan von Bassen und Benjamin Schütt drei Stammspieler, weshalb das eigentlich direkte Duell mit einem Mitbewerber um den Klassenerhalt ein ungleiches ist. „Die Mission in Hannover“, sagt Hader, „scheint aussichtslos.“

Favoriten heißen Braunschweig und Bremen

Für den Kampf um den Ligaverbleib gilt das nicht, neben den Hannoveranern will der HCD auch Aufsteiger MTV Braunschweig hinter sich lassen. Fast der Hälfte der Teams in der stärker gewordenen Achterstaffel ist allerdings ein Angriff auf den Titel zuzutrauen: Meister Braunschweiger THC nimmt nach verlorenem Aufstiegsspiel einen neuen Anlauf, aus der Regionalliga kommt der vom Delmenhorster Christian Bremer trainierte Absteiger Bremer HC dazu, und auch mit Vizemeister TSV Bemerode ist zu rechnen. Delmenhorst musste schon in der Vorsaison lange zittern, die Wichtigkeit des Oberliga-Platzes für den Verein hat Hader mehrfach herausgestellt.

Häring wieder im HCD-Trikot

Besonders Philip Häring könnte dabei helfen, ihn zu verteidigen. Er kehrt vom Ligarivalen Club zur Vahr II zurück und ist neben Andreas Wülfert vom SC Weyhe einer von zwei externen Neuzugängen. Aus der Reserve kommen Pascal Raub, Johann Naujoks, Marvin Schamuhn und Jonas Kempen dazu. Der Verlust der Leistungsträger Janik Dodenhoff (Auslandssemester), Stephen Kramer (auf eigenen Wunsch 2. Herren) und Jan Speer (pausiert) schmerzt auf der anderen Seite. Sechs seiner 14 Spiele bestreitet der HCD bis zur Winterpause, in der das Team in der 1. Hallen-Verbandsliga aufläuft.