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HSG Grüppenbühren/Bookholzberg Sven Engelmanns Abschied endet mit dem Aufstieg

Von Heinz Quahs, Heinz Quahs | 16.06.2017, 09:54 Uhr

Eine gefestigte Mannschaft mit klaren Strukturen, dazu zwei hervorragende Co-Trainer an seiner Seite: Das waren für Sven Engelmann die Erfolgsgaranten, warum er die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg am Ende dieser Saison mit dem Verbandsliga-Titel verlässt.

Mit angekündigten Abschieden von Trainern ist es im Sport immer so eine Sache. Mal wächst eine Mannschaft danach über sich hinaus und lässt den Coach stutzen, warum sie ihr Leistungsvermögen nicht schon vorher abgerufen hat. Mal lässt sich eine Mannschaft auf Grund der angekündigten Trennung hängen, weil der Chef an der Seitenlinie zur kommenden Saison eh nicht mehr anwesend ist. Und was passierte bei den Landesliga-Handballern der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg, nachdem feststand, dass ihr Trainer Sven Engelmann nach vier Jahren die Landkreis-HSG verlassen wird? Gar nichts. Sie spielte einfach so weiter wie bisher, krönte ihr bärenstarke Saison mit der Meisterschaft und versüßte ihrem scheidenden Trainer den Abschied mit dem Aufstieg in die Verbandsliga. (Weiterlesen: Viele Emotionen bei Sven Engelmanns Abschied)

Bereits im Februar hatte Engelmann den Vorstand der HSG davon in Kenntnis gesetzt, dass er zum Saisonende aus beruflichen Gründen als Trainer der Mannschaft aufhören würde und nur noch seinen Stammverein, den Landesligisten HSG Stuhr (früher FTSV Jahn Brinkum), weiter betreuen würde. Etwa drei Wochen später wurde diese Entscheidung auch dem Team mitgeteilt, doch hatte das überhaupt keinen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Saison. (Weiterlesen: Sven Engelmann zwischen Aufstiegsträumen und Abstiegsangst)

19 ungeschlagene Spiele zwischen September und April

Im Gegenteil: Engelmann führte den Verein in den vier Jahren seiner Ägide nach den Plätzen sechs (2014), drei (2015) und fünf (2016) wieder zurück in die Verbandsliga, aus der die HSG 2013 unter Trainer Frank Mehrings sang- und klanglos abgestiegen war. Zwei Spieltage vor Saisonende stand die Meisterschaft nach einem 23:23 beim TV Georgsmarienhütte fest. Den Grundstein zum Titel legte die älteste Mannschaft der Liga nach zwei Pleiten zum Saisonauftakt mit einer darauffolgenden Serie von 19 (!) ungeschlagenen Begegnungen zwischen Ende September und Anfang April. (Weiterlesen: Sven Engelmann hört zum Saisonende auf)

„Die Mannschaft hat tolle Spiele gezeigt, die eigentlich auch ein wenig mehr Zuschauer verdient hätten“, blickt Engelmann zurück. „Doch in den entscheidenden Spielen haben uns die Fans den Rücken gestärkt, wenn es mal eng wurde.“ Auch nach schwachen gewonnenen Spielen habe er sich darüber geärgert und „mit den Spielern darüber wiederholt Gespräche geführt, die immer auf fruchtbaren Boden fielen“.

Sven Engelmann lobt mannschaftliche Geschlossenheit

Der Hauptfaktor für den Erfolg sei die mannschaftliche Geschlossenheit gewesen, begründet der Meistercoach. Allein elf Akteure waren bei mindestens 25 Begegnungen dabei und das wirkte sich auch auf das Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft aus. Mit einer ausgezeichneten Disziplin meisterte die Mannschaft auch die Rückstände in etlichen Spielen.

Dazu passte die Mischung zwischen Abwehr (die sechstbeste der Liga) und dem Angriff (der drittbeste der Liga). Die Deckung um die kampfstarken Alexander Depperschmidt und Tobias Sprenger sowie den überzeugenden Keepern Jan-Bernd Döhle und Arne Klostermann präsentierte sich als bissiges Bollwerk, was auch die 98 Zeitstrafen belegten. Im Angriff war die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg schwer auszurechnen, da sie von fast allen Positionen torgefährlich war – abgesehen von der mäßigen Quote bei den Siebenmetern (nur 103 von 137 wurden verwandelt). Innerhalb seiner Ex-Mannschaft sieht Engelmann gewachsene Strukturen mit einer klaren Hackordnung. Leitwolf Werner Dörgeloh ist das Bindeglied zwischen der Mannschaft auf dem Feld und dem Trainer an der Seitenlinie. Aber auch Stefan Buß und Marcel Behrens sind die ruhenden Pole innerhalb des Teams.

Mit Blick auf seine vier Trainer-Jahre machte der langjährige Zweitliga-Spieler des TV Grambke eine gute Entwicklung bei allen Spielern aus, wie etwa bei den Ex-HSG-Spielern Jonas Kettmann oder Lasse Wiosna. Auch bei der aktuellen Mannschaft sieht er noch Potenzial. „Yannick Lau fühlte sich in der Mittelposition nicht so glücklich, doch blühte er auf der Halbposition regelrecht auf und zeigte sehr gute Spiele.“ Auch Youngster Jan-Niklas Ordemann habe den Sprung in die erste Mannschaft sehr gut vollzogen und ist bereits jetzt zu einer festen Größe im linken Rückraum geworden.

Dass Engelmann die vierjährige Doppelbelastung mit seinem Stammverein Stuhr so gut meistern konnte, verdanke er besonders seinem Trainer-Team: Co-Trainer und Nachfolger Andreas Müller und Torwart-Trainer Manfred Meyer. „Ohne ihre Unterstützung wäre es mir gar nicht möglich gewesen, die Mannschaft so intensiv zu betreuen“, betont Engelmann. „Wir konnten uns immer aufeinander verlassen.“ Auch deshalb falle dem 51-Jährigen die Stab-Übergabe an seine bisherigen Assistenten nach seinem Abschied leicht.