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HSG Hude/Falkenburg Ashley Butler möchte mit US-Nationalteam an WM teilnehmen

Von Richard Schmid | 13.05.2017, 12:12 Uhr

Ashley Butler, Handballerin des Oberligisten HSG Hude/Falkenburg, hat ihre ersten Länderspiele für die USA bestritten. Sie möchte sich mit dem Team für die WM 2017 in Deutschland qualifizieren. Mit ihrer Vereinsmannschaft beendet sie an diesem Samstag die Saison 2016/2017 mit einem Heimspiel.

Für Ashley Butler hat sich ein großer Traum erfüllt: Die 19-jährige, in Minneapolis im US-Staat Minnesota geborene Handballerin, die seit dieser Saison im Oberligateam der HSG Hude/Falkenburg aufläuft, bestritt am 30. März ihr erstes von inzwischen fünf Länderspielen.

Bei der nordamerikanisch-karibischen Meisterschaft in Puerto Rico ging es für Butler und ihre Mitspielerinnen im Nationalteam der USA im ersten von zwei Qualifikationsturnieren um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft, die im Dezember 2017 in Deutschland ausgetragen wird. Zwar verlor das US-Team im Finale gegen die Gastgeberinnen, die es in der Vorrunde noch besiegt hatte, mit 27:28. Trotzdem qualifizierte es sich für die Pan-Amerikanische Meisterschaft im Juni in Argentinien. „Ich freue mich riesig auf dieses Turnier. Wenn wir dort mindestens Dritter werden, fahren wir zur WM“, sagt Butler, die mit 19 Treffern in den fünf Spielen fünftbeste Werferin in Puerto Rico wurde.

Talent von Ashley Butler fällt früh auf

Mit dem Handballspielen begann Butler, die als Dreijährige nach Deutschland gekommen war, im Alter von fünf Jahren bei Werder Bremen. „Eine Freundin hat mich mitgenommen. Das hat mir so gut gefallen, dass ich dabeigeblieben bin“, erzählt sie. Zuvor hatte sie sich in anderen Sportarten wie Fußball und Turnen probiert. Auch als Cheerleaderin bei den Bremen Firebirds, einem Team, das sich dem American Football verschrieben hat, tat sie sich hervor. Naheliegend, denn ihr Vater spielte bei den Firebirds.

Schon bald zeigte sich, dass in Butler sehr viel Handball-Talent steckt. Nicht nur in bremischen Jugend-Auswahlteams zeigte sie ihr Können, auch die Trainer der deutschenJugend-Nationalmannschaften wurden auf sie aufmerksam. 2014 wurde sie zu einem Sichtungstraining in das Leistungszentrum nach Kienbaum eingeladen. „Leider habe ich es damals mit 16 nicht geschafft, die Trainer zu überzeugen“, sagt sie. Bald darauf trainierte sie im ersten Frauenteam des SV Werder nicht nur mit, sondern kam auch zu Einsätzen in der 3. Liga. Allerdings gab es mit der neuen Trainerin „Meinungsverschiedenheiten“ (Butler), sodass ihr ein Anruf des damaligen Trainers der HSG Hude/Falkenburg, Dean Schmidt, durchaus zu Pass kam. Nach einem Probetraining war klar: Die HSG Hude/Falkenburg wird ihre neue sportliche Heimat. Inzwischen ist sie aus dem Team nicht mehr wegzudenken. Ihr jetziger Trainer Timo Stein ist voll des Lobes: „Sie ist ein sehr großes Talent, mit Luft nach oben.“

US-Nationaltrainer Lattulippe sieht Oberligaspiel

Aber nicht nur Stein hält große Stücke auf sie. Der in der Nähe von Paris lebende kanadische Trainer der US-Frauen, Christian Lattulippe, fuhr im November 2017 extra mit dem Auto aus Frankreich nach Hude, um Butler in einem Oberligaspiel zu beobachten. Zwar verloren die HSG-Frauen gegen den TV Cloppenburg mit 21:25, doch Ashley Butler, die fünf Tore warf, hatte den US-Coach nachhaltig beeindruckt. Die Folge: Butler wurde ins Trainingslager des US-Teams eingeladen.

Nach einer durch zwei Trainerwechsel, Verletzungen und andere personelle Engpässe geprägten Saison, will Butler in der nächsten Spielzeit noch einmal voll angreifen. „Ich bleibe definitiv bei der HSG“, sagt sie, nachdem bereits Gerüchte im Umlauf waren, sie würde den Verein verlassen.

Ashley Butler bleibt bei der HSG Hude/Falkenburg

An diesem Samstag, 13. Mai, 17.30 Uhr, steht für Butler und ihr Vereinsteam in der Halle am Huder Bach die letzte Partie 2016/2017 an: Die HSG empfängt den TV Oyten II. Danach gilt die ganze Konzentration der 19-Jährigen wieder dem US-Team. Dabei ist ihr ein Umstand besonders wichtig: „Dem Verband fehlen rund 20000 Dollar für das Turnier in Argentinien. Wenn wir die nicht aufbringen, müssen wir viel aus eigener Tasche bezahlen. Angesichts zig Millionen schwerer Ablösesummen und Gehälter im amerikanischen Sport ist es geradezu absurd, dass uns Handballerinnen diese vergleichsweise geringe Summe fehlt. Da läuft doch was völlig schief“, meint sie kopfschüttelnd. Kurzerhand haben sich die US-Handballerinnen dazu entschlossen, sich mit einer Crowdfunding-Aktion selbst zu helfen. Im Internet (www.youcaring.com/wnt-argentina) haben sie eine Seite eingerichtet, auf der sie finanzielle Unterstützung suchen.