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HSG Hude/Falkenburg Katharina Stuffel hat Spaß an der Arbeit für andere

Von Richard Schmid | 20.12.2017, 10:40 Uhr

Katharina Stuffel ist als Kreisläuferin eine Leistungsträgerin für den Handball-Oberligisten HSG Die 24-Jährige Handballerin wurde zu ihrem Glück gezwungen. 2015 schulte der damalige HSG-Trainer Thorsten Stürenburg die gelernte Rückraumspielerin um.

Allzu zimperlich darf man nicht sein, wenn man als Kreisläufer im Handballsport aktiv ist. Denn der Spieler, der im Angriff kurz vor Sechsmeterlinie positioniert ist, wird von der gegnerischen Mannschaft am härtesten und intensivsten gedeckt. Da wird von den Gegenspielern dann schon mal kräftig zugelangt, geschubst und geklammert. Manchmal hart an der Grenze dessen, was gerade noch so erlaubt ist. Die 24-jährige Katharina Stuffel von der HSG Hude/Falkenburg kann ein Lied davon singen. Kaum ein Oberligaspiel, das ohne diverse blaue Flecken bei ihr über die Bühne geht.

„Meine Aufgabe ist es, in der Abwehr gegnerische Spielerinnen zu binden, um dadurch Freiräume für Torwürfe für unsere Rückraumspielerinnen zu schaffen“, erläutert sie einen wesentlichen Teil ihrer Aufgabe. Zudem versucht sie, gleichzeitig immer selbst anspielbar zu bleiben, um Treffer zu erzielen. Das, was sie im Angriff erlebt, kann sie gewinnbringend in der Abwehr einsetzen. Als Kreisläuferin kennt sie die Tricks und Techniken der angreifenden Spielerinnen.

In den HSG-Defensivformationen spielt Stuffel meistens gegen die Kreisläuferinnen der gegnerischen Teams und versucht, diese am Torwurf zu hindern – und das oftmals mit großem Erfolg. Für das Oberligateam von Hude/Falkenburg ist Stuffel offensiv wie defensiv ein wichtiger Erfolgsgarant.

Bereits im Alter von vier, fünf Jahren kam Stuffel über ihre Eltern beim Harpstedter TB mit dem Handballsport in Berührung. „Wobei, Handball kann man das noch nicht nennen, was wir in dem Alter da gemacht haben“, erzählt sie. „Da ging es mehr darum, erst einmal koordinative Fähigkeiten zu erlernen.“ Beim HTB blieb sie bis zur D-Jugend, ehe sie als 13-Jährige zum TV Neerstedt wechselte. „Ich hatte dort die Chance, in einer höheren Liga zu spielen“, so Stuffel, die aufgrund ihrer Leistungen auch in die Bezirksauswahl berufen wurde. Bis zur A-Jugend lief sie für Neerstedt auf. Dann führte sie der Weg gemeinsam mit vier weiteren TVN-Handballerinnen zur HSG Hude/Falkenburg. Seither ist sie dort aus dem ersten Team nicht mehr wegzudenken.

Am Kreis effektiver als im Rückraum

„Anfangs war ich bei der HSG noch im Rückraum aktiv, erst unter dem damaligen Trainer Thorsten Stürenburg wurde ich zur Kreisläuferin umgepolt, da auf dieser Position bei uns Mangel herrschte“, berichtet sie. Damals war sie allerdings über die Entscheidung ihres Coaches zunächst gar nicht so glücklich. „Aber es hat sich gezeigt, dass ich am Kreis effektiver spiele als im Rückraum. Mein Trainer hat mich zu meinem Glück gezwungen“, lacht Stuffel, die 2015 gleich in ihrer ersten Saison als Kreisläuferin zusammen mit ihrem Team Oberliga-Meisterin wurde.

Wie es mit ihr bei der HSG weitergeht, ist noch ein wenig offen. Stuffel studiert in Oldenburg Deutsch und Geschichte auf Lehramt. Sie wird im kommenden Jahr ihr Studium beenden. „Im August beginnt mein Referendariat, da weiß ich jetzt noch gar nicht, wo ich hinkomme. Ich will auf jeden Fall bei der HSG bleiben“, sagt sie.

Sportlich hat Stuffel in dieser Saison ein klares Ziel: „Mindestens unter die ersten Drei.“ Auch gegen eine erneute Meisterschaft hätte sie nichts einzuwenden. Allerdings steht sie einem möglichen Aufstieg eher skeptisch gegenüber: „Dritte Liga ist eine ganz andere Hausnummer, der Unterschied zur Oberliga ist doch sehr krass.“