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Huder Triumph in Nordirland Daniel Kleinert gewinnt die Ulster Open in Lisburn

Von Andreas Giehl | 02.12.2015, 20:21 Uhr

Daniel Kleinert und Felix Lingenau vom Tischtennis-Oberligsiten TV Hude imponieren der internationalen Konkurrenz bei den Ulster Open in Lisburn. Nur auf der Rückreise gab es leichte Schwierigkeiten – wegen ihres Tischtennisschlägers

So wirklich hatten die Organisatoren der Ulster Open den jungen Mann des TV Hude offensichtlich nicht auf der Rechnung. Auf der Facebook-Seite des internationalen Tischtennis-Turniers in Lisburn verkündete man nach dem sensationellen Sieg von Daniel Kleinert, ein 17-jähriger Deutscher namens Klienart hätte sich die Trophäe gesichert – ein Schreibfehler, den der Huder sicher verschmerzen konnte. Immerhin nahm er einen schicken Henkelpokal und 750 Pfund Preisgeld aus Nordirland mit nach Hause.

Viel besser hätte der Besuch von Kleinert und seinem Teamkollegen Felix Lingenau auf der irischen Insel also kaum verlaufen können. Die beiden Oberliga-Spieler waren auf Einladung des Ex-Huders Peter Graham zunächst nach Belfast gereist, wo sie auch Zak Wilson trafen – den Neuzugang für die zweite Huder Mannschaft (wir berichteten). In Lisburn traten alle vier dann bei den Ulster Open an, dem größten Tischtennis-Event Nordirlands.

Daniel Kleinert dominiert auch in der U21-Konkurrenz

Am Samstag starteten Wilson und Lingenau bereits um 8 Uhr in die Mixed-Konkurrenz. Lingenau spielte an der Seite von Nachwuchskraft Rachel Scott, Zak Wilson zusammen mit Erin Thompson, mit der er später immerhin das Halbfinale erreichte. Lingenau und Scott schieden bereits in Runde eins gegen die topgesetzte Paarung Charlotte Carey/Gavin Maguire aus.

Doch zu ihrem Glück gab es noch die „Consolation Round“, eine Art „Trostrunde“. Hier marschierten Scott und Lingenau ungefährdet durch und räumten die Trophäe ab. Im Herren-Doppel wurden Kleinert/Lingenau im Halbfinale von den späteren Siegern und Topgesetzten Paul MacCreery/Ashley Robinson gestoppt.

Beim entscheidenden Ballwechsel fliegt der Ball 39 Mal über das Netz

Im Einzelwettbewerb stieg das Niveau spätestens ab dem Achtelfinale. Lingenau kämpfte sich bis in die Runde der letzten Acht, schied dann aber gegen den an Nummer vier gesetzten Ashley Robinson, der zuvor schon Graham ausgeschaltet hatte, mit 1:3 aus. Für Zak Wilson war hier ebenso Endstation.

Ganz groß auf spielte dagegen Abwehrspezialist Daniel Kleinert. Er begegnete mit Gavin Rumgay der schottischen Nummer eins und dem großen Turnierfavoriten. Nach einem sehenswerten Match und fünf kräftezehrenden Sätzen setzte sich der Huder Abwehrspezialist am Ende mit 3:2 durch. Allein beim letzten Ballwechsel, dem entscheidenden Punkt zum 11:8 im fünften Durchgang, flog der Ball 39 Mal über das Netz, ehe Rumgay schließlich patzte (siehe Video). Der Veranstalter feierte Kleinerts Auftritt auf der Homepage als „zauberhaft“ und schwärmte von der „herausragenden Demonstration seiner Defensivkünste“.

Tischtennisschläger als Gefahrgut?

Im Halbfinale eliminierte Kleinert dann Gavin Maguire mit 3:1. Den Krämpfen schon nahe, hielt er auch im Endspiel gegen den Hude-Schreck Robinson stand und gewann mit 3:1 verdient das Herren-Turnier. Das Finale der U21-Klasse bestritt er übrigens gegen seinen künftigen Klubkameraden Zak Wilson und kam bei einem 3:0-Erfolg zu seinem zweiten Triumph in Lisburn. „Dabei war er sogar noch gesundheitlich angeschlagen“, erzählt Lingenau.

Am Montag trat das Huder Duo dann die Heimreise an und hatte am Flughafen von London noch einen Schreckmoment zu überwinden. Ihre Tischtennisschläger wurden als Gefahrengut und mögliche Schlagwaffe identifiziert. Nach Aufklärung des Irrtums durften beide ihr Sportgerät aber wieder ordnungsgemäß im Handgepäck verstauen.

Mitgenommen von der Insel haben die Huder neben den Erfolgen auch neue Bekanntschaften. „Es war ein tolles Erlebnis“, sagte Lingenau. „Wir wurden überall gastfreundlich aufgenommen.“ Die Vorfreude auf die Gegen-Besuche von Zak Wilson in Hude ist dadurch natürlich gestiegen. Bei der Tischtennissparte ist man sicher, dass der inzwischen fast zehnjährige Kontakt nach Nordirland noch lange bestehen wird.