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HVN/BHV-Pokal 2016/2017 Handballer des TV Neerstedt erreichen dritte Runde

Von Lars Pingel | 16.10.2016, 08:55 Uhr

Der Handball-Oberligist TV Neerstedt hat die dritte Runde im HVN/BHV-Pokal erreicht. Er gewann das Finale seiner Gruppe gegen den gastgebenden Wilhelmshavener HV II mit 18:15 (9:7).

Die Freude hielt sich in Grenzen. „Das Wichtigste ist, dass sich keiner ernsthaft verletzt hat“, sagte Jörg Rademacher, Trainer des Handball-Oberligisten TV Neerstedt, kurz nachdem seine Mannschaft in die dritte Runde des HVN/BHV-Pokals eingezogen war. Ein 18:15 (9:7)-Sieg im Finale einer Vierer-Runde über den gastgebenden Verbandsligisten Wilhelmshavener HV II hatte ihr am Samstag den Gruppensieg und das Weiterkommen beschert.

33:20-Erfolg über die eigene Zweite

Rademacher war sich zu seinem Leidwesen nicht einmal sicher, ob seine erste Einschätzung voll zutraf. Leichte Sorgen galten Leon Linngroen, der in der zweiten Halbzeit des Finals umgeknickt war und nicht weiterspielte. „Für uns hatte das alles nur Testspiel-Charakter“, sagte der TVN-Trainer über die beiden Partien über zweimal 25 Minuten, die seine Mannschaft in der Nordfrost-Arena (2200 Sitzplätze) vor etwa 60 Zuschauern bestritten hatte. „Es ist ganz gut, dass wir uns wieder ein bisschen einspielen konnten“, ergänzte er. Der TVN beendete in Wilhelmshaven eine 14-tägige Pflichtspielpause. Zum Auftakt des Mini-Turniers besiegte der Oberligist seine eigene Zweite (Landesklasse) mit 33:20. Die Wilhelmshavener schafften den Sprung ins Finale durch einen 19:15-Erfolg über ihren Ligarivalen TvdH Oldenburg. Beide Teams traten nicht in Bestbesetzung an.

TVN überzeugt in der Abwehr

Im Endspiel war der TVN, der Malte Kasper (krank) und Jan Busse ersetzen musste, die bessere Mannschaft, da er mit seiner guten 6:0-Abwehr viele Angriffe der Gastgeber stoppte. Allerdings verpassten es die Neerstedter zunächst, ihre Überlegenheit auch auf der Anzeigetafel zum Ausdruck zu bringen, da die Trefferquote ihrer Würfe sehr gering war. So lag der TVN zwar von Anfang an vorn, schüttelte den WHV aber nicht ab.

Eike Kolpack führt TV Neerstedt zum Sieg

Nach der Pause (9:7) witterten die nie aufsteckenden Gastgeber, für die Philipp Bogusch und Thorben Hackstein mit je fünf Treffern die erfolgreichsten Werfer waren, in einer kurzen TVN-Schwächephase dann sogar eine Chance. Kreisläufer Hackstein beendete einen 3:0-Zwischenspurt mit dem 14:13 (41.) – die erste WHV-Führung. Doch der mit Abstand beste Spieler auf dem Feld, der TVN-Halblinke Eike Kolpack, erzielte vier seiner später 13 Tore hintereinander und brachte seine Mannschaft, die weiter gute Abwehrarbeit leistete, zurück auf die Siegerstraße.

Rademacher wünscht sich neuen Modus

Rademacher hakte das schnell ab. Er machte sich lieber noch Gedanken über den Pokalwettbewerb. „Das macht doch so keinen Sinn“, sagte er angesichts der offensichtlich sehr geringen Wertschätzung, die sich in Aufstellungen, in denen viele Leistungsträger fehlen, oder gar im Nichtantreten zeigt – und im kaum vorhandenen Zuschauerinteresse. „Du hast nur Kosten“, sagte Rademacher. „Wir fahren nach Wilhelmshaven, um gegen unsere Zweite zu spielen. Das kann doch nicht sein.“ Die Konsequenz müsse eine Änderung des Modus sein, folgerte Rademacher: „Du fragst einfach vor der Saison, wer im Pokal spielen will. Und nur die Vereine, die sich melden, treten dann an.“