Ein Angebot der NOZ

HVN/BHV-Pokal der Frauen Mini-Kader des TV Neerstedt verkauft sich teuer

Von Heinz Quahs | 03.11.2015, 22:15 Uhr

Die Handballerinnen des TV Neerstedt und der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg sind in der zweiten Runde des HVN/BHV-Pokals ausgeschieden. Der TVN, der in Uelsen nur einen Mini-Kader aufbieten konnte, bot gute Leistungen. Das HSG-Team enttäuschte.

Die Landesliga-Handballerinnen des TV Neerstedt haben in der zweiten Runde des HVN/BHV-Pokals starke Leistungen geboten, obwohl sie nicht weitergekommen sind. Sie mussten mit einem Mini-Kader antreten, da das Auto von Trainer Maik Haverkamp auf der Fahrt zum Spielort Uelsen mit einem Motorschaden liegenblieb. Da es abgeschleppt werden musste, kamen der Coach und die Spielerinnen, die darin mitgefahren waren, nicht in der Halle an. Trotzdem gewann das TVN-Team gegen seinen Ligarivalen GW Itterbeck mit 29:23 (15:9). Es musste im Finale des Turniers dem Kräfteverschleiß aber Tribut zollen, sodass die Partie gegen den gastgebenden Landesliga-Spitzenreiter SG Neuenhaus/Uelsen mit 29:31 verloren ging. Die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg enttäuschte dagegen. Das Landesliga-Team fing sich beim Oberligisten Vorwärts Nordhorn eine 13:25 (6:11)-Packung ein.

TVN überzeugt in Angriff und Abwehr

Mit acht Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen ging der TVN in die Partie gegen Itterbeck. Trotzdem hielt das Team das Tempo vom Anpfiff an hoch und schloss die gelungenen Kombinationen konsequent mit Treffern ab. Vor allem das Zusammenspiel des Rückraums mit den Kreisläuferinnen Sara Schwepe und Lisa Busse war sehenswert. Da sich auch die TVN-Deckung, mit den starken Torfrauen Sina Huntemann und Katharina Marks als Rückhalt, in guter Verfassung präsentierte, bestimmten die Neerstedterinnen nach einer ausgeglichenen Anfangsphase das Geschehen eindeutig. Mit dem 6:5 (11. Minute) übernahmen sie zum ersten Mal die Führung, die sie nicht mehr abgaben. Nach dem 26:16 (39.) ließen sie es etwas lockerer angehen, in Gefahr geriet ihr Erfolg aber nicht.

Konzentration im Abschluss geht verloren

Die Partie hatte allerdings viel Kraft gekostet. Dem TVN blieb zudem nur eine kurze Pause, ehe er im Finale gegen Gastgeber Neuenhaus/Uelsen, der BW Lohne mit 29:19 bezwungen hatte, antreten musste. „Am Ende hat uns die Kraft gefehlt“, erklärte TVN-Spielern Cordula Schröder-Brockshus die Folge, die maßgeblich dazu beitrug, dass die Partie verloren ging (29:31).

In der ersten Halbzeit spielten die Neerstedterinnen in Abwehr und Angriff genauso stark wie in der ersten Partie und waren der auch in Punktspielen 2015/2016 bisher unbesiegten SG klar überlegen. Nach 19 Minuten lagen sie mit 15:10 in Führung. Dass der Vorsprung bis zum Halbzeitpfiff nicht noch größer geworden war, lag daran, dass einige klare Chancen vergeben wurden. Auch nach dem Seitenwechsel blieb der TVN zunächst vorn (24:21, 39.). Doch dann stellte die SG ihre Abwehr auf die 5+1-Formation um, nahm Katharina Stuffel, Aktivposten im Neerstedter Spiel, in kurze Deckung. Das störte den Spielfluss des TVN erheblich. Zudem verloren die Neerstedterinnen mit nachlassenden Kräften auch die Konzentration im Abschluss. So schmolz der Vorsprung Tor um Tor. Das Team geriet beim 26:27 (45.) erstmals in Rückstand und musste sich schließlich geschlagen geben. „Mit unserem kleinen Kader haben wir toll gespielt und viel erreicht“, sagte Schröder-Brockshus. „Wir können zuversichtlich an die nächsten Aufgaben in der Liga herangehen.“

HSG-Angriff entwickelt keinen Druck

Die Spielerinnen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg schienen wenig motiviert zu sein. Es fehlte der Biss, sodass nach dem ersten Spiel das Aus besiegelt war. „Fast die gesamte Mannschaft hat gezeigt, dass sie keine Lust auf Pokal hat“, sagte der unzufriedene Trainer Timo Hermann. „Doch man sollte sich wenigstens mit Anstand aus der Runde verabschieden.“

Der HSG fehlten einige verletzte oder verhinderte Spielerinnen. Torhüterin Ann-Cathrin Müller bot gegen die klassenhöheren Konkurrentinnen aus Nordhorn eine starke Leistung, verhinderte mit starken Reflexen eine deutlichere Niederlage. Bis zum 6:6 (17.) verlief die Partie ausgeglichen, dann verlor die HSG im Angriff den Faden. Sie warf bis zur Pause (6:11) kein Tor mehr. Auch nach Wiederanpfiff spielte das Team in der Offensive drucklos, phasenweise pomadig. Nur die Tore von Wiebke Möller und Mareike Hermann hielten das Ergebnis etwas erträglich.