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HVN/BHV-Pokal HSG Delmenhorst ganz locker in die dritte Runde

Von Daniel Niebuhr | 17.10.2016, 00:28 Uhr

Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst holen sich durch zwei souveräne Siege beim Zweitrundenturnier im HVN/BHV-Pokal in Bremen Selbstvertrauen.

Natürlich wurden am Sonntagnachmittag auch wieder Grundsatzfragen diskutiert. Über Sinn und Unsinn des Verbandspokal-Wettbewerbs können Handballer ja wunderbar streiten, das taten sie nach dem Zweitrundenturnier am Bremer Osterdeich auch. Trainer Frank Kessler, der mit der TS Hoykenkamp an der HSG Delmenhorst gescheitert war, stellte nach dem Abpfiff erst einmal fest, dass man nun immerhin „einen Termin weniger“ habe, sein Delmenhorster Kollege Andre Haake dagegen fand: „Mir ist das wichtig, das habe ich den Jungs auch gesagt. Der Pokal kann eine gute Sache sein.“

Vor allem natürlich, wenn man weiterkommt, und das tat die HSG in überraschend souveräner Manier. 28:22 (16:13) bezwang das Oberliga-Schlusslicht zunächst Gastgeber HC Bremen/Hastedt, um anschließend Nachbar Hoykenkamp beim 35:22 (16:10) deutlich die Grenzen aufzuzeigen. Hoykenkamp war kampflos ins Endspiel des Viererturniers eingezogen, weil Gegner ATSV Habenhausen es vorzog, den Bremer Freimarkt zu besuchen und nicht antrat – 500 Euro Strafe schreckten den Drittliga-Absteiger offensichtlich nicht ab. „Das macht man nicht“, fand Haake, was noch eine der harmloseren Bewertungen war, die in der Halle zu vernehmen waren.

Kopfschütteln über Habenhauses Absage

Die Delmenhorster und die Hoykenkamper profitierten durchaus von der Habenhauser Absage – die TSH musste nur einmal spielen und Delmenhorst hatte nach dem Halbfinalsieg kaum Wartezeit zu überbrücken. Die HSG hatte beim Sieg über Bremen/Hastedt bereits Fahrt aufgenommen. In der Liga hatte es am ersten Spieltag noch eine klare Heimniederlage gegen die Bremer gegeben, dieses Mal lief es umgekehrt. Die HSG spielte druckvoll, hatte eine hervorragende Trefferquote und zeigte sehenswertes Angriffsspiel. Über 3:0, 6:2 und 10:5 hieß es 16:13 zur Halbzeit. Bremen/Hastedt kam nicht mehr heran, besonders Torben Sudau, Frederic Oetken und Benjamin Janssens waren aus dem Rückraum kaum zu stoppen. „Wir wollten uns Selbstvertrauen holen, dafür war das der richtige Start“, meinte Haake.

Hoykenkamp-Coach Kessler sauer nach Finalpleite

Im Finale wurde dann ein weiterer Schwachpunkt des Pokalformats offensichtlich: Von den anfangs gut 100 Zuschauern in der Halle am Jacobsberg blieben noch bestenfalls 30, um sich Delmenhorst gegen Hoykenkamp anzusehen. Glücklichweise ließen sich die Mannschaft von der mauen Kulisse nicht von gutem Handball abhalten. Über weite Strecken zeigte beide ein flüssiges Endspiel, in dem die Delmenhorster den zwei Klassen tiefer spielenden Landesligisten aber meist im Griff hatten.

HSG will Drittrundenturnier ausrichten

Nach einem 3:0-Blitzstart setzte sich die HSG bis zur 14. Minute auf 10:4 ab, ein Abstand, der sich bis Mitte der zweiten Hälfte kaum veränderte. Die Schlussphase wurde für Hoykenkamp bitter: Nach dem 25:19 trafen die Delmenhorster siebenmal in Folge, da konnte sogar der seit Wochen verletzte Haake ein Kurz-Comeback geben, er verwandelte zwei Siebenmeter. Das Endergebnis von 35:22 befriedigte ihn außerordentlich, während Hoykenkamps Coach Kessler erklärte, „stinksauer“ zu sein. Besonders die vermehrten Einzelaktionen seiner Spieler brachten ihn auf die Palme: „Man kann verlieren, aber nicht so, das geht gar nicht.“

Die Delmenhorster dagegen sind nun nur noch einen Schritt vom Final Four entfernt. Haake kündigte an, dass der Verein sich um eines der vier Viertelfinalturniere bewerben wird, deren Sieger bei der Endrunde dabei sind, die „dann ein großes Highlight wäre“. Manche haben eben doch Spaß am Pokal.