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„Im Angriff hakt es noch“ Delmenhorster Tim Coors blickt zurück und nach vorne

Von Klaus Erdmann | 11.12.2018, 09:20 Uhr

Der Delmenhorster Oberliga-Handballer Tim Coors spricht über das 21:23 gegen Aurich, die Saison, die eigene Leistung und die Winterpause. Der 30-jährige ärgert sich über die Niederlage gegen den Oberliga-Ersten. Der Rückraumspieler spart nicht mit Selbstkritik.

Auch am Tag danach hat die Enttäuschung über die verpasste Überraschung gegenüber dem Stolz über eine herausragende Leistung die Oberhand behalten. „Ich ärgere mich schon ein bisschen“, sagte Tim Coors, Leistungsträger der Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst, nach dem 21:23 (10:8) gegen den übermächtigen Spitzenreiter OHV Aurich. Ungefragt kam der Rückraumspieler, der mit Selbstkritik nicht spart, auf die Rote Karte zu sprechen, die er nach 45:58 Minuten im Anschluss an ein Foul an Paul Jordan sah.

„Ich ärgere mich auch über mich, denn nach der unglücklichen Roten Karte kam die Wende. Ich habe den Gegner leicht im Gesicht touchiert. Bei harter Regelauslegung kann man die Karte geben“, erklärte er. Allerdings seien in vergleichbaren Situationen nur Zwei-Minuten-Strafen verhängt worden. Die Gelegenheit zum Ausgleich sei in der Schlussphase noch vorhanden gewesen. Coors: „Es ist blöd gelaufen.“ Die Abwehr habe „top“ gespielt, aber im Angriff habe Delmenhorst zu viele Chancen liegen gelassen. Die letzten zehn Minuten hätten der HSG das Genick gebrochen. Da habe die Cleverness gefehlt.

Unter den 400 Zuschauern befanden sich 80 Auricher, die den verlustpunktfreien Überflieger lautstark und vorbildlich unterstützten. Hat sich das Heim- wie ein Auswärtsspiel angefühlt? „Nein“, antwortete Coors. „Obwohl es sich nicht um ein Derby handelte, war es ein Derbyfeeling. Die Zuschauer haben uns gut unterstützt. Wenn wir so weitermachen, kommen auch wieder mehr Zuschauer.“

Die Zwischenbilanz der Delmenhorster kann ausgeglichener kaum sein: Nach zwölf von 26 Punktspielen belegt der Aufsteiger, der vor der Niederlage gegen Drittliga-Absteiger Aurich mit vier Siegen in Folge glänzte, mit 12:12 Punkten und 331:330 Toren die sechste Position im 14 Mannschaften umfassenden Feld. „Mit den letzten fünf Spielen bin ich zufrieden“, betonte Coors, den Aurichs Cheftrainer Arek Blacha als „besten Linkshänder der Liga“ bezeichnet. Davor seien einige Spieler verletzt gewesen und das habe sich auf die Trainingsqualität ausgewirkt: „Das hat man dann im Spiel gesehen.“ In drei, vier Spielen habe die Mannschaft zu viele Punkte abgegeben. „Nach meiner Meinung stehen wir jetzt aber gut da“, unterstrich Coors.

„Abwehrtechnisch ist meine Leistung in Ordnung“

Wie beurteilt er die eigenen Auftritte? „Abwehrtechnisch ist meine Leistung in Ordnung“, sagte er. Und dann folgte ein Satz, den er auch auf die gesamte Mannschaft beziehen könnte: „Im Angriff hakt es noch ein bisschen.“ In diesem Zusammenhang berichtete Coors, dass er in der Woche vor dem Aurich-Spiel studienbedingt nicht trainiert habe: „Das hat man bei den ersten Würfen gemerkt.“

Nach dem Treffen in Cloppenburg (Samstag, 19.45 Uhr) folgt die Winterpause. Er könne noch weitermachen, so Coors („Ich bin mehr Spiele gewohnt“), aber es sei ganz gut, dass bald eine Pause folge, denn: „Einige Spieler sind angeschlagen.“ Nach dem letzten Spiel des Jahres stehen Training, die Weihnachtsfeier und freie Tage auf dem Programm der HSG-Spieler.

Vorher geht‘s aber noch zum TV Cloppenburg. „Wenn wir die Leistung, die wir zuletzt gezeigt haben, abrufen, können wir Punkte entführen“, sagt Tim Coors. Er freut sich auf das Treffen: „In Cloppenburg herrscht eine tolle Stimmung. Solche Spiele machen viel Spaß.“