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Immer weniger Mannschaften Tischtennis-Clubs kämpfen gegen die Nachwuchskrise

Von Daniel Niebuhr | 18.12.2016, 10:45 Uhr

Der VfL Stenum und der TuS Hasbergen gehören zu den Aushängeschildern im Tischtennis-Nachwuchsbereich, der ansonsten unter Mitgliederschwund leidet.

Beim VfL Stenum ist die Welt noch in Ordnung. 17 Mädchen und Jungen waren zur kürzlich ausgetragenen Tischtennis-Vereinsmeisterschaft gekommen, in Zeiten der Nachwuchskrise eine Zahl, die zumindest Anerkennung verdient. Sechs Stunden wurde gespielt, ehe Felix Hellhoff die Jugend- und Ole Günther die Schüler-Konkurrenz gewann – beide sind auch die aktuellen Kreismeister.

Von 66 auf 25 Teams

Was seinen eigenen Verein angeht, muss sich Abteilungsleiter Carsten Pappiér also nicht sorgen, weil er aber auch Staffelleiter der Nachwuchsligen im Kreis ist, macht sich der Stenumer doch seine Gedanken. Denn der VfL ist eine Ausnahme in einer Sportart, die die Jugend offenbar immer weniger begeistert. 1995 waren noch 66 Mannschaften auf Kreisebene organisiert, jetzt sind es noch 25. „Mädchenmannschaften gibt es gar nicht mehr“, klagt Pappiér.

TV Hude und VfL Wildeshausen gut vertreten

Tatsächlich wird der Großteil der Teams von wenigen Vereinen gestellt. Stenum, Tabellenführer der Jugend-Kreisliga, der TuS Hasbergen, der VfL Wildeshausen und der TV Hude sind jeweils viermal vertreten; die Huder sind mit ihrer die Bezirksklasse anführenden Jugendmannschaft auch das Aushängeschild, Hasbergen ist in dieser Liga Dritter.

Hellhoff und Günther siegen beim VfL

Pappiér geht die Ursachenforschung gesellschaftskritisch an und stößt auf Generationenwandel und Ehrenamtsmüdigkeit, zwei Faktoren, unter denen der Sport in der Tat seit Langem leidet. „Viele Vereine haben einen Menschen, der alles noch am Laufen hält. Aber der kann auch nicht alles leisten“, sagt der Stenumer, der beim VfL mit zwei Jugendwarten und zwei Trainern zusammenarbeitet.

Es reiche nicht mehr, nur die Halle aufzuschließen, meint Pappiér, „man muss den Kindern auch was bieten“. Bei der Vereinsmeisterschaft gingen die Stenumer in dieser Hinsicht mit gutem Beispiel voran. Nach dem Doppel, das Moritz Gediga und Jannis Muthorst gewannen, durfte der Nachwuchs mit Bratpfanne, Schwimmflosse und Gitarre an die Tische, Katharnia Helmer und Elija Duddek waren da die Besten.