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Internationales Flair am Brauereiweg Bogensport Delmenhorst richtet hochklassiges Turnier aus

Von Daniel Niebuhr | 19.07.2016, 17:00 Uhr

Der Verein Bogensport Delmenhorst hat sein WA-Sternturnier ausgerichtet. Jutta Schneider-Borns von Sagitto und Rainer Bettermann vom gastgebenden Club belegten dritte Plätze.

Wettertechnisch hatten sie bei Bogensport Delmenhorst in den vergangenen Jahren ja einiges mitgemacht. 2014 gingen die Schützen beim WA-Sternturnier des Clubs auf dem windgeschützten Platz am Brauereiweg bei weit über 30 Grad regelrecht ein, ein Jahr später goss es in Strömen – entsprechend froh war Sascha Allhorn über die angenehmen Temperaturen am Sonntag. „Allein deshalb sind wir glücklich“, sagte der Sportwart des Vereins. Dass 34 Teilnehmer aus 20 Vereinen um Pokale und Rekorde schossen, fand er „eine starke Bilanz“.

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Zwei Lokalmatadoren dabei

Das Abschneiden der Delmenhorster durfte er nur bedingt miteinbeziehen. Die routinierte Ex-Weltmeisterin Jutta Schneider-Borns von Sagitto wurde nach 144 Pfeilen auf vier Distanzen mit dem Recurve-Bogen Dritte bei den Frauen mit 1248 Ringen. Rainer Bettermann vertrat den Gastgeber in der Recurve-Masterklasse und landete mit 1189 Ringen nach einer Aufholjagd auch auf Platz drei. Er wird sich im Waldparcours seines Vereins intensiv auf die deutsche Meisterschaft vorbereiten. Der 55-Jährige ist zum 24. Mal für eine DM qualifiziert.

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Ex-Weltmeister, Paralympicssieger und eine Schottland-Legionärin am Start

Mehr Lokalmatadoren waren nicht dabei, weil die meisten Delmenhorster als Feldbogenschützen bei diesem Turnier nicht mitschießen konnten. „Außerdem brauchten wir viele als Helfer“, erklärte Allhorn.

Der Klasse der Veranstaltung schadete es nicht, das Turnier hatte dafür internationales Flair. Dafür sorgte allein schon der sechsfache Paralympics-Sieger Hermann Nortmann vom BSC Werlte, der zum wiederholten Mal als Stargast in Delmenhorst dabei war. Niemand wurde allerdings so häufig angesprochen wie Johanna Meyer, was weniger mit ihrer starken Leistung zusammenhing als mit dem Club, dessen Trikot sie trug. Die gebürtige Lübeckerin startete für das Bogen-Team der University of Edinburgh, sie studiert in Schottland und nutzte den Heimatbesuch für ein Turnier. „In Schottland sind wir natürlich ein anderes Wetter gewöhnt“, scherzte sie. Offenbar beherrscht sie ihr Gerät auch im norddeutschen Sonnenschein, sie gewann jedenfalls bei den Recurve-Damen mit 1285 Ringen – obwohl sie erst in Edinburgh überhaupt zum ersten Mal einen Bogen in die Hand genommen hatte.

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„Bogensportler sind eine große Gemeinschaft“

Die hochklassigste Konkurrenz entwickelte in der Recurve-Herrenklasse, die der ehemalige Deutsche Jugend-Mannschaftsmeister Lars-Derek Hoffmann vom Hammer SV 08 mit hervorragenden 1228 Ringen für sich entschied. Mit dem Compound-Bogen war Sebastian Hamdorf vom BSV Seedorf mit seinen 1389 Ringen der Beste, bei den Damen setzte sich hier Sabrina Dübel aus Hamm mit 1303 Ringen durch. Mindestens genauso wichtig wie die Pokale war aber das Zusammengehörigkeitsgefühl bei der tagfüllenden Veranstaltung. „Bogensportler sind eine große Gemeinschaft“, sagte Allhorn. Und zwar eine, die Generationen verbindet: Der jüngste Starter war 13, der älteste 70 Jahre alt.