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Interview Marc Engels will mit dem TV Hude den ersten Sieg einfahren

Von Andreas Giehl | 15.10.2015, 23:30 Uhr

Der Tischtennis-Oberligist TV Hude empfängt an diesem Sonntag, 12 Uhr, den SSV Neuhaus. Der 38-Jährige Marc Engels ist vor der Saison vom TTSC 09 Delmenhorst nach Hude gewechselt. Mit seinem neuen Team will er den ersten Saisonsieg einfahren.

Für den TV Hude wird es am Sonntag ernst. Nach zwei Niederlagen gegen die Oberliga-Schwergewichte Wolfenbüttel und Bledeln , misst der Turnverein ab 12 Uhr in der Jahnhalle mit dem ersten Gegner aus der Kategorie „auf Augenhöhe“ die Kräfte. Zu Gast am Vielstedter Kirchweg ist dann Aufsteiger SSV Neuhaus. Die Huder wollen unbedingt den ersten Saisonsieg landen. Der TVH geht mit 0:4-Zählern als Tabellenletzter in die Partie. Mit einem Erfolg gegen die Braunschweiger will er die Rote Laterne wieder loswerden. Zu seiner persönlichen Situation und die der Huder Mannschaft befragte das DK den TVH-Neuzugang Marc Engels. Der 38-jährige,d langjähriger Leistungsträger der Delmenhorster Tischtennisvereine TTSV 92 und TTSC 09 Delmenhorst, möchte seinen Beitrag zum Klassenerhalt im hinteren Paarkreuz leisten.

DK: Herr Engels, vor einem Jahr waren Sie noch für ihren Stammverein TTSC 09 Delmenhorst in der Bezirksoberliga aktiv. Jetzt der Quantensprung in die drei Klassen höhere Oberliga. Diese Entwicklung kam selbst für Kenner der hiesigen Tischtennisszene etwas überraschend. Erklären Sie bitte kurz.

Marc Engels: Der Kern der Geschichte ist ja hinlänglich bekannt. Leider konnten wir damals mit dem TTSC aufgrund erheblicher Personalsorgen die Hinserie nicht mehr zu Ende spielen und haben uns aufgelöst. Das bedauere ich heute noch sehr. Ich hätte mir selbstverständlich einen schöneren Abschied vom TTSC gewünscht. Meinen Wechsel zur neuen Saison nach Hude habe ich danach eigentlich recht schnell beschlossen. Denn ich wollte in jedem Fall in einer höheren Liga weiterspielen. Außerdem waren mir als Kriterien wichtig: Rundherum um die Mannschaft muss Ruhe herrschen, Zuverlässigkeit jedes Einzelnen und die Sicherheit, dass die Serie mit voller Besetzung durchgespielt werden kann.

Haben Sie bei Ihrem Wechselentschluss nach Hude schon auf einen Platz in der Oberligamannschaft spekuliert?

Nein, überhaupt nicht. Der sportlichen Führung der Huder hatte ich mitgeteilt: Steckt mich einfach in die Mannschaft, in der ihr mich am besten gebrauchen könnt. Das hätte theoretisch auch die zweite, dritte Mannschaft sein können. Doch die Dinge haben sich dann für mich anders entwickelt. Aus verschiedenen Gründen haben einige Huder Spieler auf die Oberliga verzichtet. Ich denke da nur an Simon Pohl, der eigentlich beruflich nach London gehen wollte. Irgendwann kam man bei den Planungen zu dem Schluss: Die Erste soll in dieser Saison stabiler aufgestellt sein. Auf mehr Routine soll gesetzt werden. In diesem Zusammenhang kam dann meine Person ins Spiel. Als man mich fragte, ob ich für die Oberliga zur Verfügung stehe, habe ich nicht lange gezögert.

Sie waren lange nicht mehr in der Oberliga aktiv. Freuen sie sich auf die Rückkehr – und wie sind Sie von ihren neuen Klubkameraden aufgenommen worden?

Natürlich freue ich mich sehr auf die Herausforderung. Es ist nur manchmal beruflich bedingt schwer, jede Trainingseinheit mitzunehmen. Ich versuche, wenn es machbar ist, zweimal die Woche in Delmenhorst oder Hude am Tisch zu stehen. Anders als damals bei meinem Wechsel zu Eintracht Hittfeld war vieles leichter. Die meisten Huder Spieler kenne ich aufgrund der Nähe zu Delmenhorst schon seit vielen Jahren. Alle sind nett. Ich fühle mich sehr wohl. Zum noch besseren Kennenlernen meiner Mannschaftskollegen haben wir sogar einen gemeinsamen Grillabend veranstaltet. Unseren Teamspirit und unsere Einstellung finde ich bis jetzt sehr gut. Was noch fehlt, sind die Ergebnisse.

Zum Saisonstart gab es zwei Niederlagen gegen die Topfavoriten. Sie warten im Einzel noch auf ein Erfolgserlebnis. Kommt am Sonntag für Sie und ihr Team der Durchbruch?

Das will ich hoffen. Denn bis jetzt waren unsere Gegner bärenstark. Wolfenbüttel beispielsweise hat in der gleichen Konstellation schon in der Regionalliga gespielt. Da wird der MTV meiner Einschätzung nach auch wieder landen. Ich selbst musste in dieser Partie wegen der Erkrankung von Daniel Kleinert in die Mitte aufrücken. Ich traf hier auf einen Gegner, der vor nicht so langer Zeit noch im vorderen Paarkreuz aktiv war. Da ist das Verlieren keine Schande. Gegen Neuhaus will ich nun unbedingt gewinnen.

Was erwartet ihr Team speziell gegen Neuhaus und was sind ihre persönlichen Saisonziele?

Die ganz schweren Gegner haben wir hinter uns. Oesede schätze ich als Team noch ganz stark ein. Gegen alle anderen Mannschaften sollten wir bestehen können. Dazu gehört auch Neuhaus: Eine Truppe ohne absoluten Ausnahmespieler, aber sehr ausgeglichen besetzt. Selbstverständlich ist bei der Festlegung des Saisonziels alles dem Klassenerhalt untergeordnet. Gewinnen wir am Sonntag und danach gegen Ritterhude, ständen wir mit 4:4 Punkten sehr gut da. Im Großen und Ganzen bin ich für die Saison in dieser interessanten Liga sehr optimistisch. Ich würde mir wünschen, dass ich im hinteren Paarkreuz eine positive Bilanz erziele.