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Interview mit Murat Kalmis „Delmenhorster Stadtauswahl bleibt keine einmalige Sache“

Von Frederik Böckmann | 02.06.2015, 11:12 Uhr

Murat Kalmis organisierte zusammen mit Robert Räther, Thomas Hebgen, Manfred Imhoff und Uwe Nüsse das Gastspiel des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen gegen Delmenhorster Stadtauswahl. Der 43-Jährige hat bereits die nächsten möglichen Gegner für das „Team Delmenhorst“ an der Angel.

 Herr Kalmis, rund 2500 Zuschauer, acht Tore und strahlende Gesichter der Fans: Wie fällt ihr Fazit vom Freundschaftsspiel der Stadtauswahl gegen Werder Bremen aus (1:7)? 

Wir sind absolut zufrieden. Das hat natürlich auch mit dem sportlichen Auftreten der Stadtauswahl zu tun. Sie hat sich super geschlagen – auch, weil sie vom Trainer-Trio hervorragend eingestellt wurde. Auch organisatorisch lief alles reibungslos. Ein großes Dankeschön haben auch alle Helfer und Sponsoren verdient. Ohne sie hätten wir diese Begegnung gar nicht veranstalten können. Vor allem die Familie Richter von der Firma Hertz hat uns super unterstützt.

 Wie hat Werder Bremen denn der Abschluss der Saison 2014/2015 gefallen? 

Trainer Viktor Skripnik hat sich bei mir für das tolle Event bedankt. Auch Clemens Fritz hat sich gefreut, wieder in Delmenhorst zu spielen. Tino Polster (Direktor Club Media und gebürtiger Delmenhorster; Anm. d. Redaktion) hat mir ebenfalls signalisiert, dass Werder Bremen immer wieder gerne nach Delmenhorst kommt. So ein Lob hört man gerne.

 In den sozialen Netzwerken gab es einige kritische Stimmen: Werder sei ja nur mit einer B-Auswahl aufgetreten. 

Das mag sein. Im Stadion hat sich bei mir jedenfalls niemand beschwert. Werder ist immerhin mit sieben Akteuren aus dem Profi-Kader aufgelaufen. Es war klar, dass wegen Urlaub oder Spielen mit der Nationalmannschaft, nicht alle Stars kommen können.

 Die Spieler und Trainer der Stadtauswahl waren nach Spielschluss begeistert. Dürfen sich die Delmenhorster Fußball-Fans auf weitere Partien dieser Art freuen? 

Das war und ist unser Ziel. Werder war der Startschuss, ein Versuch. Jetzt, wo wir nur positive Rückmelden erhalten haben, kann ich sagen: Dieses Event bleibt keine einmalige Sache. Wir wollen die Stadt Delmenhorst vernünftig repräsentieren, die besten Fußballer der Stadt zusammenbringen und zeigen, was für ein riesiges fußballerisches Potenzial die Stadt besitzt. Wir haben doch super Spieler.

 Das hat die Stadtauswahl gegen Werder in der Tat bewiesen ... 

Wir haben in der ersten halben Stunde richtig gut mitgehalten. Wenn man dann bedenkt, wer noch alles gefehlt: Musa Karli, Mustafa Azadzoy, Mark Spohler und und und. Das sind richtige Granaten. Wenn wirklich alle möglichen Spieler dabei gewesen wären, hätte die Stadtauswahl Regionalliga-Format. Da bin ich mir sicher.

 Es bleibt also bei der Devise, immer die besten Spieler zu nominieren? 

Genau. Noch einmal: Wir sind kein Verein, sondern wollen nach Möglichkeit die besten Delmenhorster Spieler aus der Stadt oder Delmenhorster, die bei höherklassigen Klubs spielen, zusammentrommeln. Dazu gehört auch ein Kevin Schindler, ein Dimitrios Ferfilis (Profi beim holländischen Erstligisten PEC Zwolle; Anm. d. Redaktion), der am Samstag als Zuschauer beim Spiel war und viele andere. Ich habe am Wochenende einige SMS von Leuten bekommen, die mir Spieler empfohlen haben, die ich im Vorfeld noch gar nicht kannte.

 Apropos: Bleiben Önder Caki, Servet Zeyrek und Matthias Kaiser das Trainer-Trio der Auswahl? 

Auf jeden Fall. Die drei haben einen tollen Job gemacht und hatten richtig Spaß bei ihrer Arbeit. Genauso wie Physiotherapeut Ralf Hemken. Die Trainer werden sich von möglichen Spielern in Zukunft auch Notizen machen und weiter ausloten, wer ein Kandidat für die Stadtauswahl ist, und wer nicht. Die Spieler sollen nicht nur kicken können, sondern müssen auch menschlich passen. Wenn jemand dauernd den Schiedsrichter beleidigt, ist er sicherlich kein Kandidat mehr für die Stadtauswahl.

 Gibt es schon mögliche nächste Gegner für die Stadtauswahl? 

Ich stehe in guten Gesprächen mit KFC Uerdingen, Waldhof Mannheim oder dem FC St. Pauli und einigen Tradionsmannschaften. Vielleicht klappt es noch im Sommer mit dem nächsten Spiel.