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JDH verliert 0:3 Delmenhorster A-Jugend hilf- und ratlos

Von Daniel Niebuhr | 07.04.2015, 00:00 Uhr

Nach einem schwachen Auftritt und einem 0:3 gegen Blau-Weiß Hollage hängt die SG JDH Delmenhorst im Tabellenkeller der A-Jugend-Landesliga fest.

Das arme Hütchen musste es ausbaden. Als Schiedsrichter Andre Bakenhus den sportlichen Arbeitstag von Mesut Yilmaz gestern in der 55. Minute mit einer Zeitstrafe beendete, kickte der A-Jugend-Fußballer der SG JDH Delmenhorst einen roten Kegel vom Spielfeldrand satt gegen den Flutlichtmast und stiefelte davon. 0:2 lag seine Mannschaft im Landesliga-Spiel gegen Blau-Weiß Hollage zu diesem Zeitpunkt hinten – es war das einzige Mal, dass Yilmaz an diesem Tag frei zum Schuss kam.

Als das Spiel schließlich mit einem noch schmeichelhaften 0:3 (0:1) aus JDH-Sicht zuende gegangen war, hielten sich Yilmaz’ Teamkollegen mit dem weiteren Malträtieren von Ausrüstungsgegenständen dann zurück. Die große Wut herrschte am Brendelweg nach der vierten Niederlage im vierten Spiel 2015 nicht – eher die große Ratlosigkeit. Trainer Sven Janßen gab ehrlich zu, dass er da keine Ausnahme bildet. „Man muss sich fragen, wie wir so überhaupt noch ein Spiel gewinnen“, sagte er. „Den Kampfgeist kann man den Jungs nicht absprechen. Wir sind aber keine Mannschaft. Und viele stecken in einem brutalen Formtief.“

Nur eine Torchance in 90 Minuten

Und das könnte im Abstieg der höchsten Delmenhorster Jugendmannschaft enden. Vier Punkte beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer, doch der Auftritt gegen keineswegs überragende Hollager lässt nichts Gutes erwarten. In 90 niveauarmen Minuten brachte Janßens ersatzgeschwächte Elf eine einzige Torchance zustande, die Byron Lee Garcia nach einem Freistoßtrick in der 45. Minute vergab. Dass JDH bis dahin nur 0:1 hinten lag, erklärte sich hauptsächlich durch die fehlende Präzision der Gäste, genauer gesagt von Kapitän Bastian Hegerfeld. Der groß gewachsene Verteidiger kam nach Ecken regelmäßig frei zum Kopfball und hätte neben der Führung in der 24. Minute noch zwei oder drei weitere Tore erzielen können.

„Das war erschreckend schwach.“

Die Hollager Standardsituationen bekam JDH in der zweiten Hälfte zwar besser in den Griff, der gegnerische Strafraum war aber beinahe unerreichbar. Nach dem 2:0 für Hollage durch Filipe Martins aus kurzer Distanz und der Zeitstrafe gegen Yilmaz, der danach nicht mehr spielte, starteten die Delmenhorster den Versuch einer Aufholjagd, ohne einmal gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. In der 74. Minute nutzte Hollage einen Ballverlust in der JDH-Abwehr zum 3:0. Den Schuss von Maiko Gutzmann konnte der Delmenhorster Keeper Philipp Förster noch mit dem Fuß glänzend parieren, im Nachschuss hatte Giuliano Chirico aber keine Mühe mehr.

Symbolisch für die Delmenhorster Hilflosigkeit war der unmittelbar folgende Versuch von Salih Yalin, der vom Anstoß weg aufs Hollager Tor schoss – der Ball erreichte den Strafraum nicht. „Es war erschreckend schwach. Das wird so nicht reichen“, erklärte Janßen. „Es ist momentan viel zu einfach, gegen uns zu gewinnen.“