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Judoturnier des JC Bushido Integration das Ziel bei Bushido-Judoturnier

Von Klaus Erdmann | 01.06.2016, 22:08 Uhr

35 junge Aktive aus acht Nationen nehmen am Judoturnier des JC Bushido Delmenhorst teil. Die Organisatoren zeigen sich mit dem ersten Integrationsturnier zufrieden.

Hergen Hillje hat es auf den Punkt gebracht. „Sport bietet eine gute Plattform für Integration“, betonte der Leiter der Oberschule Süd während der Eröffnung des ersten Delmenhorster Judo-Integrationsturniers. Die Schule ist Kooperationspartner des JC Bushido, dessen expandierende Judoabteilung das Event gemeinsam mit dem Judo-Team Wildeshausen veranstaltete. Die Organisatoren Bernd Zerhusen und Dyan Tanov, die ansonsten als Trainer tätig sind und deren großes Engagement Thorsten Stöver, Vorsitzender des JC Bushido, ausdrücklich lobte, zeigten sich zufrieden.

Sportler zwischen sechs und 16 Jahren

Wer sich in der Halle des Max-Planck-Gymnasiums umsah, stellte schnell fest, wie recht Hillje mit seinen Worten hatte. Die 35 Aktiven im Alter von sechs bis 16 Jahren, die in acht Pools gegeneinander kämpften, vertraten gleich acht Nationen: Afghanistan, Albanien, Bulgarien, Deutschland, Irak, Rumänien, Serbien und Syrien. Keine Frage: Bereits vor dem ersten Kräftemessen war die Integration erster Gewinner dieses Turniers.

19 Teilnehmer besuchen die Sprachlernklassen der Oberschule Süd. In diesen Klassen ist Tanov als Sportlehrer tätig. „Integration ist eine große Herausforderung“, unterstrich Hillje. „Wir nehmen sie gerne an. Es ist toll, dass sich Vereine wie der JC Bushido an den Integrationsbemühungen beteiligen.“

Flüchtlinge dürfen oft nicht starten

Zerhusen und Tanov hatten die Idee, besonders Flüchtlingen neben dem Training auch die Möglichkeit zu geben, auf der Matte nach Judoregeln zu kämpfen. „Das ist ihnen in der Regel auf normalen Turnieren nicht möglich, weil die Voraussetzungen wie gültiger Pass des Deutschen Judo-Bundes, eine entsprechende Gürtelstufe und Mitgliedschaft in einem Verein oft nicht da sind“, erklärt Zerhusen.

Große Unterstützung erfuhren die Verantwortlichen von der Stiftung „Internationale Wochen gegen Rassismus“, die vom Bundesministerium des Inneren und Pro Asyl gefördert wird. So konnten für viele der Flüchtlinge Judoanzüge organisiert werden.

Drei bis fünf Judokas gehörten einem Pool an. Erste Plätze belegten Moritz Nüstedt, Timo Buß, Justus Thomas, Rojan Frhan, Rumen Petrov, Leonardo Salimovic, Arnold Rama und Semat Al-Naamu.