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Jugend-Handballer gewinnen Quali HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in der Bundesliga

Von Jörg Schröder und Daniel Niebuhr | 05.06.2017, 18:04 Uhr

Die Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg qualifizieren sich als erste Mannschaft der Handball-Region Oldenburg für die A-Jugend-Bundesliga – und freut sich auf Duelle mit dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt.

Sie hatten in jüngster Zeit ja schon einige Dates mit der großen Handball-Welt. Seit zwei Jahren sind die B-Jugendlichen der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg Dauergäste bei den hochklassigen Turnieren der Republik, dem THW Kiel sind sie ebenso begegnet wie dem HSV Hamburg und dem TuS N-Lübbecke – ab Sommer bewegt sich der kleine Verein aus der Gemeinde Ganderkesee nun regelmäßig unter den Branchenriesen. Denn Grüppenbührens Ausnahmejahrgang hat am Wochenende seinen historischen Sturm auf die Eliteklasse vollendet: In Burgdorf gewann die HSG das Zweitrunden-Qualifikationsturnier und machte den Aufstieg in die A-Jugend-Bundesliga perfekt.

„Überragend und einmalig“

Dass Trainer Stefan Buß am Tag danach in Superlativen schwelgte, darf man ihm nachsehen. „Es ist überragend, dass wir als kleiner Verein das geschafft haben. Das ist einmalig“, schwärmte er und hatte damit in einer Hinsicht auf jeden Fall Recht. Grüppenbühren/Bookholzberg ist der erste Verein aus der Handball-Region Oldenburg, der es in die Jugend-Bundesliga geschafft hat.

Bis dahin war es eine Zitterpartie bis in die Schlussminute des letzten Spiels hinein. Grüppenbühren war mit 4:0 Punkten und damit einer prächtigen Ausgangsposition in die entscheidenden drei Partien der Qualifikationsrunde gegangen. Die Plätze eins und zwei bedeuteten in Burgdorf das direkte Bundesliga-Ticket, die Dritt- und Viertplatzierten schafften es immer noch in die bundesweite Qualifikation, in der noch die letzten Plätze für die Bundesliga ausgespielt werden.

Zittern nach der Auftaktpleite

Grüppenbührens Vorteil war jedoch nach einer überraschenden 15:17 (7:8)-Auftaktpleite am Samstag gegen den bis dahin punktlosen TSV Anderten dahin. „Anderten hat weniger Fehler gemacht“, sagte Buß, der mit seinem Team im zweiten Spiel aber schon das Minimalziel erreichte. Gegen den TV Oyten reichte es trotz einer Vier-Tore-Führung zur Pause nur zu einem 15:15 (9:5), damit war jedoch zumindest Platz vier sicher.

Nervenstark gegen Magdeburg

Am Sonntagmittag kam es dann zum Showdown mit dem führenden BSV 93 Magdeburg, dem ein Remis zu Platz eins gereicht hätte – Grüppenbühren musste das Duell der beiden jüngsten Mannschaften im Feld gewinnen. Die HSG geriet mit 0:3 in Rückstand und brauchte sieben Minuten für das erste Tor. Dann aber lief es plötzlich: Angefeuert von den vielen mitgereisten Eltern und Fans ging Grüppenbühren/Bookholzberg beim 5:4 erstmals in Führung. Nach dem 11:11 ging den Magdeburger die Luft aus. Ein Zwischenspurt auf 15:12 war die Vorentscheidung, nach dem 17:13 in der Schlussminute stand die Bank bereits – und nach der Sirene und dem 17:15-Endstand brachen alle Dämme. Freudentänze auf dem Parkett, Siegerfotos vor der Tribüne – und eine Bierdusche für Coach Buß natürlich.

Frage nach der Staffel

Als nächstes steht für die HSG die spannende Frage an, in welche der vier Bundesliga-Staffeln sie einsortiert wird. Am wahrscheinlichsten ist die Nordstaffel, der Deutsche Handball-Bund hat bei der Einteilung in der Vergangenheit aber schon mehrfach für wunderliche Konstellationen mit Anfahrtswegen von fast 500 Kilometern gesorgt. „Wir wollen in den Norden“, sagt Buß, der es aber nimmt, wie es kommt: „Wir wollen einfach Bundesliga erleben. Ich denke, dass die Halle immer richtig voll wird.“ Sein Team kann sich schon einmal an die elitäre Gesellschaft gewöhnen: Als Bundesligist hat Grüppenbühren die Teilnahme an der Qualifikation für die Bundesliga 2018/19 bereits sicher.