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Jugendfußball auf Bezirksebene Das irre Spiel der B-Jugend des VfL Stenum

Von Lars Pingelund Frederik Böckmann | 22.08.2016, 20:10 Uhr

Zum Start in die Punktspiele der Saison 2016/2017 gab es für die A- und B-Junioren-Fußballer aus der Gemeinde Ganderkesee und der Stadt Delmenhorst, die in Bezirksligen antreten, keine Niederlage. Das A-Jugendteam der SG Delmenhorst schoss beim VfL Wildeshausen sogar einen 8:0-Kantersieg heraus. Die Altersgenossen vom TuS Heidkrug tragen erst am Mittwochabend (20 Uhr) ihr erstes Spiel gegen den TSV Abbehausean aus.

A-Junioren

VfL Stenum - TSV Ganderkesee 1:1 (0:1). Marco Reuschler, der die Mannschaft des Gastgebers mit Daniel Eberhardt trainiert, war mit dem Remis im Gemeindederby nicht unzufrieden. „Vom Spielverlauf her war es ein gerechtes Unentschieden“, sagte er – und trauerte doch leise zwei Punkten hinterher: „Wenn das Spiel noch fünf Minuten länger gedauert hätte, wären wir als Sieger vom Platz gegangen.“

In der ersten Halbzeit kamen beide Mannschaften zu Torchancen. Allerdings nutzte nur Ervin Milushi (6. Minute) seine. Er nutzte einen Fehlpass in der VfL-Defensive clever aus. „Wir hätten deutlich höher führen müssen“, meinte Ganderkesees Trainer Rene Künnemeyer angesichts von sechs, sieben vergebenen Hochkarätern.

In der Pause stellten die Stenumer Trainer taktisch um. „Wir haben nicht mehr mit zwei Sechsern gespielt, sondern nur noch mit einem“, erklärte Reuschler. „Wir haben dann richtig Druck gemacht.“ Auch Künnemeyer räumte ein: „Stenum hat sich richtig in die Partie hineingekämpft.“ Joshua Gielnik belohnte das Engagement des VfL mit dem Ausgleich (66.). Stenum blieb überlegen. „Ganz klare Chancen hatten wir dann aber nicht mehr“, gab Reuschler zu.

VfL Wildeshausen - SG Delmenhorst 0:8 (0:3). Timo Füller beseitigte mit einem Hattrick innerhalb von neun Minuten die letzten kleinen Zweifel am Sieg der Delmenhorster. Er schoss deren Treffer fünf, sechs und sieben (73./76./82.). Sadun Ibrehim (10./56.), Paul Fuhrken und Lucas Meinlschmidt (29.) waren vor Füller erfolgreich gewesen. Das 8:0 schoss Jan Adolph (90.).

B-Junioren

VfL Oldenburg II - TuS Heidkrug 1:3 (1:1). „Wir wussten nicht so ganz, wo wir stehen, deshalb sind wir im Großen und Ganzen zufrieden“, sagte TuS-Co-Trainer Frank Seedorf, der Andreas Pietsch vertrat. Die Mannschaft sei sehr engagiert aufgetreten und habe sich im neu einstudierten 4-1-4-1-System gut präsentiert. Ibrahim Mohamed (20.) hatte die Oldenburger in Führung gebracht, doch Jeremy-Shan Rostowski glich postwendend aus (21.). Danach bestimmte der TuS das Spiel. Fabian Herrmann (44.) und Rostowski (70.) machten den Erfolg auf dem Kunstrasenplatz perfekt. „Wir hätten höher gewinnen können“, merkte Seedorf angesichts der nicht optimalen Chancenverwertung seiner Spieler noch an.

TSV Ganderkesee - SG Delmenhorst 2:2 (2:1). Der TSV lag zur Pause nach Toren von Aaron-Melvin Dixon (8.) und Elias Schröder (34.) mit 2:1 vorn. Den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Kevin Schewiola erzielt (32., Foulelfmeter). Er war auch für den letzten Treffer des Tages verantwortlich (60., Foulelfmeter). „Für das erste Spiel war unsere Leistung schon ganz okay. Ich bin zufrieden“, meinte SG-Trainer Felix Kilian, der von einem gerechten Unentschieden sprach. Er sieht bei seiner Mannschaft noch Luft noch oben, betont aber auch: „Wir haben noch nicht die Qualität wie in den vergangenen Jahren.“

TSV Abbehausen - VfL Stenum 6:6 (5:2). VfL-Trainer Frank Radzanowski machte seinen Spielern ein dickes Kompliment. „Ich bin stolz auf den Charakter der Mannschaft. Die Einstellung und die Moral waren überragend“, sagte er. Damit meinte er weniger den ungewöhnlichen Spielverlauf – nach 25 Minuten lag sein Team mit 0:4 zurück –, sondern vor allem die Art und Weise, wie sie mit den äußeren Umständen umgegangen war: „Das Ergebnis ist für mich eher nebensächlich.“

Der für seine Spieler ungewohnte Kunstrasenplatz sei vor dem Anpfiff eine Stunde lang – noch während des Aufwärmens – und später noch einmal in der Pause gewässert worden. Zudem hätten die Abbehauser „sehr hart“ gespielt und seien, wenn sie die Grenzen des Erlaubten überschritten, nicht konsequent genug bestraft worden. „Wir haben 25 Minuten gebraucht, um damit klar zu kommen“, berichtete der VfL-Trainer. Dennis Wego (1./23./25.) und Luca-Fabo Ilenda (9.) trafen in dieser Zeit für den TSV.

Jan-Luca Rustlers Tor (27.) gab das erste Zeichen dafür, dass sich die Stenumer nicht hängen lassen würden. Sie konterten duch Tom Geerken (40.) kurz vor der Pause auch den fünften Gegentreffer (Leon Krasnigi, 33.). „In der Halbzeit haben wir uns gesagt, dass wir das Spiel vernünftig über die Runden bringen werden“, berichtete Radzanowski. Seinem Team gelang mehr als das. Alexander Kohlhaupt (53.), Patrik Hartmann (62./64.) und Geerken (66.) schafften die Wende. Dass Ilenda mit einem direkt verwandelten Freistoß noch das 6:6 (79.) erzielte, störte den VfL-Coach nicht. „Unglaublich, dass meine Jungs so wiederkommen“, sagte er. Radzanowski hat für das kommende Wochenende, an dem der VfL kein Punktspiel bestreitet, ein Testspiel abgemacht, „damit die Jungs den Kopf wieder freibekommen“.