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Jugendtag des Fußball-Kreises Eilers löst Reil als Jugendfußball-Chef ab

Von Frederik Böckmann | 09.07.2015, 19:15 Uhr

Führungswechsel an der Spitze des Kreis-Jugendausschusses: Jochen Reil gibt sein Amt mit einem guten Gefühl an Thomas Eilers weiter – und warnt dennoch vor negativen Entwicklungen.

Irgendwann, so erzählt Jochen Reil auf dem Kreisjugendtag der Fußball-Region, irgendwann vor einiger Zeit sei er in den Keller gegangen. Dort, wo sein Arbeitszimmer ist; dort, wo er seit mehr als einem Jahrzehnt die Aufgaben des Vorsitzenden des Kreis-Jugendausschusses erledigte. Doch auf dem Weg dorthin und später, als er an seinem Schreibtisch saß, spürte der Wardenburger das etwas anders ist. Den Papierkram erledigen, die E-Mails checken, die Telefonate führen, das habe er früher „mit Herzblut“ gemacht. Doch nun merkte Reil, dass ihm „die Lust“ fehlte, seine Aufgaben zu erledigen. In diesem Moment stand für den Polizeibeamten fest: Ich trete von meinem Amt als Vorsitzender des Jugendausschusses zurück. „Nicht von heute auf morgen“, wie er erklärt, sondern geordnet und mit einem geeigneten Nachfolger am Ende dieser Wahlperiode.

Reil jetzt beratendes Mitglied

So begründete Reil am Mittwochabend im „Schützenhof“ Kirchhatten seinen Rücktritt nach zwölf Jahren an der Spitze des Jugendausschusses. Betreuer, Jugendcoach, Kreisauswahl-Trainer und zuletzt eben die Arbeit im Kreisvorstand: „Nach mehr als 30 Jahren Jugendarbeit brauche ich eine Pause“, erklärte der Fußballer des VfR Wardenburg. Wie lange, das mochte er noch nicht abschätzen. „Vielleicht habe ich in vier Wochen wieder Lust, etwas zu machen. Vielleicht aber auch erst in ein paar Jahren.“ Fest steht, dass Reil als beratendes Mitglied dem Jugendausschuss erhalten bleibt.

Sein Vorsitzender ist nun wie geplant Thomas Eilers vom VfL Wildeshausen. Der Polizeibeamte wurde ohne Gegenstimme zum neuen Kreisjugendchef gewählt. „Ich möchte das Amt so weiterführen wie Jochen“, sagte der Goldenstedter. „Wenn ihr Probleme habt, könnt ihr gerne zu mir kommen. Wir werden für alles Lösungen finden.“

Kritik am Verhalten einiger Fußballer

Lösungen finden musste auch Reil in den vergangenen Jahren. Der Wardenburger ging in seiner Abschlussrede auf einige Probleme ein, die ihm ein Dorn im Auge sind. Das Größte: die gewaltsamen und verbalen Attacken gegen Spieler und Schiedsrichter auf dem Spielfeld, in den Kabinen oder auf dem Parkplatz. „Wir lassen uns nicht von Chaoten unseren Fußball kaputt machen. Dieses Verhalten von einigen Spielern ist unterste Schublade“, schimpfte Reil und forderte eindringlich „drastische Strafen“ gegen die Übeltäter. Reil appellierte gleichzeitig an die Vereine, die Schiedsrichter auch nach falschen Entscheidungen zu unterstützen und gegen mögliche Übergriffe zu schützen. „Wir müssen gemeinsam anpacken“, sagte Reil. Sonst dürfe man sich nicht über sinkende Schiedsrichter-Zahlen wundern.

„Kreis ist aufgutem Weg“

Als „erschreckend“ hat Reil in der Vergangenheit auch die zunehmende Zahl an Spielverlegungen empfunden und kritisierte „fadenscheinige Ausreden“ von einigen Mannschaften. Hinzu käme ein weiteres, neues Phänomen: „Immer häufiger versuchen Trainer, nach einer Niederlage die Punkte noch am grünen Tisch zu bekommen“, ärgerte sich Reil. „Das können wir nicht akzeptieren.“

Trotz dieser Negativbeispiele sieht der Wardenburger den Fußball-Kreis „auf einem guten Weg“, auch mit Blick auf den demografischen Wandel. Mit flexibleren Mannschaftsformen, Spielgemeinschaften oder dem Zweitspielrecht könnten die Klubs diese Herausforderung meistern.