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Jugendteams stellen die Weichen VfL Stenum setzt mit Tim Müllers Verpflichtung ein Zeichen

Von Klaus Erdmann | 10.04.2019, 08:55 Uhr

Tim Müller übernimmt zur neuen Saison die A-Junioren des VfL Stenum, der noch weitere Weichen für die Zukunft stellt. Der Verein gibt ein Bekenntnis zur Fußball-Landesliga ab.

„Tim Müller übernimmt in der nächsten Saison die 1. A-Jugend des VfL Stenum.“ Das hat Werner Bruns, langjähriger Fußball-Jugendleiter des VfL, am Dienstag mitgeteilt. Müller, der aktuell in Diensten des Herren-Kreisligisten TuS Hasbergen steht, und mit Andreas Lersch ein Duo bildet, hat bereits früher mit Erfolg im Jugendbereich gearbeitet. Erforderlich wurde die Verpflichtung eines neuen Übungsleiters durch den Wechsel des jetzigen A-Junioren-Coaches Frank Radzanowski zu den Stenumer Herren II (1. Kreisklasse). Er tritt zur neuen Spielzeit die Nachfolge von Uwe Hammes an, der aufgrund starker beruflicher Beanspruchung aufhört.

Radzanowski zur zweiten Herren

„Wir haben einen Nachfolger für Frank Radzanowski gesucht und verschiedene Namen durchgespielt“, informiert Bruns. „Wer passt zu den Jungs?“, sei eine der Fragen gewesen. Da die Stenumer A-Jugendlichen, Spitzenreiter der Bezirksliga, gute Chancen besitzen, in die Landesliga aufzusteigen, spielt auch der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle. Bruns: „Trainer eines Landesligisten zu sein, ist eine reizvolle Aufgabe, aber sie erfordert einen hohen Zeitaufwand.“ Man habe mit Müller gesprochen und festgestellt: „Es passt gut.“

Die A-Jugend verbuchte in den 18 Spielen 16 Siege und zwei Unentschieden. Sie liegt mit 50 Zählern vier Punkte vor GVO Oldenburg. Radzanowski, betont, er habe „große Lust“, die A-Junioren zu trainieren, aber: „Es geht in Richtung Landesliga. Das würde ich zeitlich nicht schaffen.“ Der Verein habe ihm angeboten, die Herrenmannschaft II, deren mittel- oder kurzfristiges Ziel der Aufstieg in die Kreisliga sei, zu übernehmen. Radzanowski: „Das reizt mich. Ob es schon in dieser Saison mit dem Aufstieg klappt, ist für meine Entscheidung nicht ausschlaggebend.“ Hannes Krummen bleibt Co-Trainer der Zweiten. „Das ist für mich wichtig“, unterstreicht Radzanowski.

A- und B-Jugend vor dem Aufstieg?

Viele Spieler des VfL II, so der 52-Jährige, habe er früher trainiert. Er habe mit ihnen bereits Gespräche geführt und sich Spiele angesehen. Erfahrungen im Herrenbereich hat er während seines Abstechers zum TuS Vielstedt gesammelt („Dort war ich eine halbe Saison lang“). Außerdem kennt er viele Mannschaften, da er wiederholt Spiele des FC Hude II (1. Kreisklasse) besucht. Dieser Mannschaft gehört sein Sohn Marvin an. „Ich betrete also kein Neuland“, sagt Radzanowski, der neun Jahre lang im Stenumer Jugendbereich gearbeitet hat. Und er betont: „Bis zum Sommer haben die acht Spiele der A-Jugend absoluten Vorrang.“

Auch den Stenumer B-Jugendlichen winkt als Tabellenerster (47 Punkte aus 19 Begegnungen, drei Zähler Vorsprung gegenüber JSG Emstek/Höltighausen) der Sprung in die Landesliga. Bei den B- und C-Junioren, Siebter der Bezirksliga, ist die Frage nach den künftigen Trainern ebenfalls geklärt: Die Verantwortlichen bleiben in ihren Ämtern. So ist Maurice Kulawiak, gemeinsam mit seinem „Co“ Malte Tönjes, auch 2019/20 für die B-Jugendlichen verantwortlich. Coach der C-Junioren bleibt Carsten Barm. Als Koordinatoren stehen nach wie vor Hergen Geerken (A und B) und Kulawiak (C) zur Verfügung.

Kein Gedanke an einen Verzicht

„Für den Fall, dass die A- und B-Jugendmannschaften in dieser Saison die Meisterschaft in der Bezirksliga erringen sollten, würde der VfL Stenum in der nächsten Saison das Aufstiegsrecht für die Landesliga annehmen. Spieler, die diese Mannschaften verstärken möchten, können sich gerne einmal bezüglich eines Probetrainings an die entsprechenden Trainer wenden“, teilt Bruns ferner mit.

Mit C-Jugendteams hat der VfL Stenum in der Vergangenheit zweimal auf den Aufstieg in die Landesliga verzichtet. Bruns: „Diesmal gab es keine Diskussionen.“ Man müsse gut im Blick haben, welche Spieler im nächsten Jahr zur Verfügung stünden. Sowohl bei der A- als auch bei der B-Jugend bliebe die Hälfte der Spieler. Wichtig sei, unterstreicht der Jugendleiter, die Unterstützung durch die Eltern.

Sorgen in Hasbergen

Der Wechsel von Tim Müller zum VfL Stenum vergrößert beim Turn- und Sportverein Hasbergen das ohnehin schon beachtliche Sorgenpaket. Ob Müllers gleichberechtigter Trainerkollege Andreas Lersch weitermacht, steht noch nicht fest. „Wir sind noch in der Entscheidungsfindung. Wir suchen zeitnah eine Lösung und werden sie rechtzeitig mitteilen“, sagt Lersch, der bereits seit 20 Jahren als Trainer für die Hasberger tätig ist. In der vergangenen Saison führten er und Müller den TuS in die Kreisliga. Nach 30 Begegnungen stand beim Meister eine beeindruckende Bilanz zu Buche: 28 Siege, zwei Unentschieden und 111:23 Tore. Der Vorsprung gegenüber RW Hürriyet und TSV Ganderkesee II betrug 18 bzw. 28 Punkte.

Es stellt sich auch die Frage, mit welchen Spielern Hasbergen, aktuelle Nr. 8 der Kreisliga, in die Saison 2019/20 geht. Während der Jahreshauptversammlung Mitte März wurde intensiv darüber diskutiert, dass die Herren I (sowie die Herren II und der Jugendfußball) einen Zuschuss in Höhe von nur 200 Euro erhalten. Kritiker befürchteten, dass daraus ein weiterer Mitgliederrückgang resultiert.