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Keine Stenumer Schützenhilfe FC Hude steigt aus der Bezirksliga ab

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 27.05.2017, 22:39 Uhr

Der FC Hude steigt aus der Fußball-Bezirksliga II wieder ab. Durch die Siege des FC Rastede (3:0 gegen den VfL Stenum) und des SV Tur Abdin Delmenhorst (5:1 beim STV Wilhelmhaven) rückten die spielfreien Huder am letzten Spieltag noch auf einen Abstiegsplatz.

Als die 0:3 (0:2)-Niederlage beim FC Rastede besiegelt war, sackten viele Spieler des VfL Stenum schnell zu Boden. Erschöpft von einem kräftezehrenden Spiel, ausgelaugt von einer langen Saison und auch enttäuscht über die Pleite am letzen Spieltag. Für Stenum spielte diese Niederlage aus sportlicher Sicht keine Rolle mehr, denn der VfL beendet diese Spielzeit wie im Vorjahr auf einem sehr starken fünften Platz.

Für Gegner Rastede und Stenums Nachbarn FC Hude war dieses Ergebnis am frühen Samstagabend indes sehr wohl von Bedeutung. Die Löwen feierten mit dem Sieg den Klassenerhalt, während die spielfreien Huder am letzten Spieltag doch noch von Rastede und dem SV Tur Abdin (5:1 beim STV Wilhelmshaven) überflügelt wurden – und auf einen Abstiegsrang zurückfielen.

FC Hude packt sich selbst an die eigene Nase

Doch in der bitteren Stunde des Abstiegs zeigte Hude Größe. Einige FCH-Spieler um Kapitän Cünyet Yildiz, die die Begegnung in Rastede verfolgten, gingen nach der Partie auf den Platz und sprachen den Stenumer sinngemäß zu: „Euch trifft keine Schuld an unserem Abstieg. Den haben wir uns selbst zuzuschreiben.“ Unter anderem durch das 3:3-Remis im direkten Duell in Rastede, als Hude schon mit 2:0 geführt hatte.

Hude bleibt nun die bittere Erkenntnis mit 39 Punkten als einer der stärksten Absteiger der vergangenen Jahre wieder den Gang in die Kreisliga antreten zu müssen. Trainer Lars Möhlenbrock, der Stenum ebenfalls keinen Vorwurf machte („Den Abstieg haben wir uns schon selbst eingelöffelt“), zog dennoch ein zufriedenes Saisonfazit. „Riesenkompliment an die Mannschaft für ihre Leistung in dieser Saison.“

Sein Team habe trotz vieler „Sonderfaktoren eine tolle Saison gespielt“. Zu diesen Sonderfaktoren zählt Möhlenbrock die kurze Sommerpause, die Unruhen während der Saison (der frühe Rausschmiss von Trainer Steffen Janßen, viele Spielerwechsel) und teilweise „unberechtigte und unsachgemäße Kritik“ von außen. Dies alles dürfe man bei einer Saisonbilanz „nicht vergessen“. Mit Blick auf die Kreisliga sagte Möhlenbrock: „Wir wollen oben angreifen.“

VfL Stenum macht zu viele Fehler

Stenums Trainer Thomas Baake analysierte die Niederlage seiner Mannschaft so: „Meine Mannschaft hat alles versucht. Rastede wollte es aber eben einen Tick mehr.“ Wie von ihm vermutet, überließen die Gastgeber Stenum den Ball und lauerten auf Fehler – und diese bestrafte Rastede eiskalt. „Statt kurze, einfache Bälle zu spielen, haben wir Risikobälle geschlagen, die so nicht abgesprochen waren“, erklärte Baake.

Nach zwei Gegentoren innerhalb von fünf Minuten lag Stenum bereits nach 20 Minuten mit 0:2 in Rückstand. Erst traf Rastedes Fahad Al-Qaraghuli nach einem Ballverlust der Gäste mit einem herrlichen 25-Meter-Schuss in den Winkel zum 1:0 (14.). Dann erhöhte Stephan Renken mit der Fußspitze nach einer scharfen Hereingabe von links zum 2:0 (18.).

Torben Würdemann verpasst das 1:2

Gegen Ende der ersten Hälfte hatte Stenum seine beste Phase mit guten Passstafetten. Mit einem Lattenkopfball verpasste Torben Würdemann den 1:2-Anschluss nur knapp (37.).

In der ausgeglichenen zweiten Halbzeit versuchte Stenum weiter alles, doch das permanente Anrennen nach dem 0:2-Doppelschlag hatte viel Kraft gekostet. Nach dem Rasteder 3:0 wieder durch Al-Qaraghuli (58.), nach einem Stenumer Fehlpass auf der linken Abwehrseite, war der Drops dann gelutscht.