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Keller stapelt tief, Hahn warnt Tur Abdin bittet SV Atlas zum Delmenhorster Derby

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 04.05.2016, 08:13 Uhr

Mittwochabend, 4. Mai, 19 Uhr, Delmenhorster Stadion: Der SV Tur Abdin empfängt den SV Atlas zum mit Spannung erwarteten Delmenhorster Stadtduell.

Mit Tabellenständen ist es ja immer so eine Sache. Über die gesamte Saison gesehen, spiegeln sie die wahre Leistungsstärke einer Mannschaft, aber auch das Kräfteverhältnis zwischen zwei Mannschaften durchaus korrekt wider. Ob die aktuelle Platzierung auch eine Aussagekraft für ein 90-minütiges Spiel, für ein Stadtderby in der Fußball-Bezirksliga IV hat? Darüber sind sich zumindest Jürgen Hahn und Stefan Keller uneins. Während Hahn als Coach des Spitzenreiters SV Atlas Delmenhorst den Stadionnachbarn nicht unterschätzen will, spielt Keller als Interimscoach des abstiegsbedrohten Elften SV Tur Abdin die Karte des Underdogs. (Weiterlesen: SV Tur Abdin will 1500-Zuschauer-Marke knacken )

Was die beiden Übungsleiter vor dem mit spannend erwarteten Nachbarduell, das am Mittwochabend Abend um 19 Uhr angepfiffen, über den Gegner sagen, hört sich dann so an: „Atlas ist der Topfavorit, Atlas wird Meister und Atlas wird das Spiel mit ziemlich großer Wahrscheinlich gegen uns gewinnen“, erzählt Keller – und liefert die Begründung „nicht despektierlich, sondern anerkennend“ gleich hinterher: Atlas sei aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein „Return-on-Investment“: „Wenn man viel oben reinsteckt, muss man auch viel gewinnen.“ Für Abdin gehe es einfach darum, sich gut zu verkaufen. Keller glaubt: „Es muss vieles zusammen kommen, damit wir ein positives Ergebnis erzielen können.“

Atlas-Trainer Hahn kündigt personelle Veränderungen an

Aussagen, die Gegenüber Hahn lächelnd zur Kenntnis genommen hat: „Das Abdin gegen uns nicht punkten will oder muss, ist doch Quatsch.“ Die Aramäer bräuchten jeden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt. „Abdin ist eine gute Elf, die in der Tabelle weit unter Wert steht“, findet Hahn. „Das wird ein ganz, ganz enges Spiel mit vielen Emotionen.“ Als gebürtiger Bayer wisse er mit Blick auf früheren Münchener Duelle zwischen dem FC Bayern und 1860, „dass Tabellenstände in Derbys gar nichts aussagen“ – was beim 1:0-Hinspielerfolg durch einen Last-Minute-Treffer von Steven Müller-Rautenberg (86.) bestätigt wurde.

In sportlicher Hinsicht lassen sich beide Trainer – ebenfalls wenig überraschend – nicht in die Karten schauen. Allerdings kündigt Hahn nach dem 2:4 beim TuS Obenstrohe und einer Analyse mit der Mannschaft an, dass es personelle Änderungen in der Startelf geben werde. Atlas sei in der ersten Halbzeit „15 Minuten orientierungslos“ gewesen. „Das hat es in meiner Amtszeit noch nicht gegeben, das soll sich nicht wiederholen“, betont Hahn. Eine gute Ordnung, eine gute Verteidigung – so will der Tabellenführer Tur Abdin den Zahn ziehen. Fehlen werden den Blau-Gelben die Stürmer Dennis Metzing (Montage) und Lars Scholz (muskuläre Probleme).

Zwei Offensivspieler fallen wohl auf beiden Seiten aus

Auch beim SVT drohen laut Keller mit dem Ex-Atlas-Akteur Stefan Kulikow und Roman Seibel höchstwahrscheinlich zwei Offensivspieler verletzt auszufallen – also zwei Akteure aus dem Mannschaftsteil, bei dem es bei Tur Abdin vor allem zuletzt am meisten krankte (nur ein Tor in den vergangenen vier Spielen, insgesamt erst 33 Tore in 25 Spielen). „Es fehlt uns zur Zeit einfach das Momentum“, sagt Keller. Seine Devise: Die Einfachheit und Lockerheit im Spiel zurückgewinnen, die in den vergangenen Wochen unter Ex-Trainer Andree Höttges etwas verloren gegangen war, und „sehr konzentriert spielen“.