Ein Angebot der NOZ

Kommentar zur geplatzten Fusion Eine Ohrfeige für den NFV

Meinung – Frederik Böckmann | 16.06.2015, 23:27 Uhr

Die Fußballer des Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst haben die Gespräche zu einer möglichen Fusion von sechs Kreisen auf Eis gelegt. Sie wollen ihre Eigenständigkeit behalten – und bleiben dennoch offen für Alternativen und Kooperationen außerhalb eines Großkreises. Ein Kommentar.

Karl Rothmund würde es öffentlich nie zugeben, doch fest steht: Das Nein des Fußball-Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst zum geplanten Großkreis ist auch für den NFV-Präsidenten eine schallende Ohrfeige. Noch im März war Rothmund „davon überzeugt, dass die Vereine die Notwendigkeit der Kreisfusion erkennen werden“. Taten sie aber nicht. Im Gegenteil: Das Scheitern sollte auch in Barsinghausen Fragen aufwerfen: Warum treten zwei Kreisvorsitzende im Zuge der Fusions-Gespräche zurück? Warum stimmen neben Oldenburg-Land/Delmenhorst vermutlich noch weitere Kreise gegen den vom NFV forcierten Zusammenschluss? Warum genießt die NFV-Spitze in dieser Region bei vielen Funktionären einen miesen Ruf?

Fakt ist aber auch: Nicht alles, was bei der möglichen Fusion an Synergieeffekten geplant war, ist schlecht. Im Gegenteil: Im Zuge des demografischen Wandels wird es mittel- oder langfristig Zusammenschlüsse geben müssen – um Kräfte zu bündeln, Ehrenamtliche zu entlasten, Fortbildungen zu verbessern. Flexible und attraktive Modelle auszuarbeiten, ohne die Eigenständigkeit starker Kreise in Frage zu stellen – das muss das Ziel für die Zukunft sein.