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Kooperation endet im Sommer TuS Hasbergen kündigt Spielgemeinschaft mit TV Jahn

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 10.03.2017, 07:47 Uhr

Der TuS Hasbergen kündigt die Fußball-Spielgemeinschaft im männlichen und weiblichen Jugendbereich mit dem TV Jahn Delmenhorst zum Ende der dieser Spielzeit. Während der TuS unter anderem finanzielle Gründe für die Kündigung angibt, ärgert sich der TV Jahn über die fehlende Kommunikation untereinander.

Die wenigen Zeilen sind höflich und freundlich formuliert, die Kernbotschaft des Textes ist aber knackig und unmissverständlich geschrieben: Wenn Uwe Raß heute seine Post öffnen wird, dann weiß der Vorsitzende des TV Jahn Delmenhorst bereits, was in einem Brief von Jürgen Stöver stehen wird: Der TuS Hasbergen kündigt zum Ende dieser Fußball-Saison die Spielgemeinschaft im Jugendbereich mit dem TV Jahn. Entsprechende dk-Informationen bestätigte Stöver auf Nachfrage. „Wir haben uns in dem Schreiben für die sehr gute Zusammenarbeit bedankt, möchten in der kommenden Saison aber eigene Wege gehen“, erklärte Stöver, der Raß am Donnerstagmittag telefonisch von den Absichten des Turn- und Sportvereins unterrichte.

Warum Hasbergen aus der Spielgemeinschaft aussteigt, begründet der TuS-Vorsitzende so: „Wir wollen uns als Verein inhaltlich neu aufstellen.“ Was das konkret bedeutet, möchte Stöver den Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung am 29. März vorstellen. Fest steht aber dies: Hasbergen müsse sich fit für die Zukunft machen. Deshalb seien laut Stöver strukturelle und vor allem finanzielle Änderungen und Anpassungen unabdingbar. Er habe dem Vorstand, dem erweiterten Vorstand und den Abteilungsleitern einen Finanzplan vorgelegt, wie Hasbergen wirtschaftlich für die Zukunft gut aufgestellt sei. Ein Schritt war der mittlerweile (nach dk-Informationen für etwas weniger als 10000 Euro) verkaufte Vereinsbulli. „Der nächste von mehreren Steps“ (Stöver) sei eben der kommende Austritt aus der SG. Diese bilden seit der Saison 2016/2017 bei den Jungen nur noch Hasbergen und Jahn, die aktuell mit der A-, B- und C-Jugend in der Bezirksliga spielen. Während die A-Jugend Tabellenführer ist, ist die B-Jugend als Tabellenletzter akut abstiegsgefährdet. Die C-Jugend steht indes im unteren Tabellendrittel.

TuS Hasbergen findet Kündigung „eine normale Geschichte“

„Wir haben nicht mehr das Personal wie vor drei oder vier Jahren, um unsere SG-Mannschaften zu betreuen“, erklärte Stöver. In insgesamt zehn Mannschaften (sieben bei den Junioren, drei bei den Juniorinnen) bilden Hasbergen und Jahn zur Zeit noch eine Spielgemeinschaft. Daraus ergebe sich auch ein großer Zeitaufwand für die Abrechnungen, die man beim TuS derzeit nicht mehr erfüllen könne. Seine Vorgänger hätten es leider versäumt, sich einen genauen finanziellen Überblick zu verschaffen, sagte Stöver, der seit 2015 Vorsitzender in Hasbergen ist und auf der Jahreshauptversammlung erneut kandidiert. (Weiterhin: TuS Hasbergen sucht Sponsoren)

Differenzen mit dem TV Jahn gebe es nicht, betonte Stöver. „Unsere Kündigung ist eine normale Geschichte.“ Es werde daher auch eine „für beide Seiten akzeptable Lösung“ angestrebt, welcher Verein mit welcher Mannschaft künftig in welcher Liga spielt, sagte Stöver: „Wir werden auch weiterhin mit Jahn freundschaftlich zusammenarbeiten, in welcher Form auch immer.“

TV Jahn Delmenhorst über Kündigungsschreiben stocksauer

Beim TV Jahn war man am Donnerstag über das dann am Freitag eintreffende Kündigungsschreiben indes stocksauer. „Peinlich“ und eine „Vollkatastrophe“ für den Delmenhorster Fußball sei das Verhalten des TuS Hasbergen, schimpfte Abteilungsleiter Marco Castiglione. „Noch vor sechs Wochen hat mir Jürgen Stöver gesagt, dass es mit der SG keine Probleme gebe. Jetzt kündigt er den Vertrag, ohne einmal mit uns darüber gesprochen zu haben und die Gründe zu erkären.“ Dass Hasbergen den Vertrag fristgemäß bis zum 31. März kündige, sei rechtlich okay, das Verhalten des TuS-Vorsitzenden stimme ihn jedoch „ganz traurig“. Er befürchtet, dass es jetzt bei möglichen Wechseln von SG-Spielern von einem zum anderen Verein Streitigkeiten geben und „böses Blut“ fließen wird. (Weiterlesen: SG Delmenhorst will von den Mädchen lernen) 

Die jüngere Geschichte einer Fußball-Spielgemeinschaft im männlichen und weiblichen Jugendbereich in Delmenhorst ist eine Zusammenarbeit mit vielen wechselnden Partnern, Mannschaften und Jahrgängen. Zuletzt gab es 2014 den großen Zusammenschluss von Jahn, DTB und Hasbergen für die A-, B- und C-Jugendmannschaften. Daraus stieg der DTB 2015 wieder aus. Bei den Mädchen hatten der DTB, Hasbergen, Jahn und Heidkrug zur Saison 2014/2015 eine Zusammenarbeit als SG HJH besiegelt. Aus dieser stieg der DTB vor dieser Spielzeit ebenfalls aus.

 (Weiterlesen: SG HJG funktioniert)