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Krawalle nach Landesliga-Spiel Atlas-Vorstand will Randale schnell aufarbeiten

Von Daniel Niebuhr | 25.09.2016, 19:04 Uhr

Nach dem Fußball-Landesliga-Spiel des SV Atlas Delmenhorst bei Kickers Emden gab es am Freitagabend Schlägereien von Anhängern beider Clubs. Der Verein distanziert sich von den Vorfällen.

Bastian Fuhrken klang am Sonntag schon wieder relativ gefasst – und das war nicht selbstverständlich. Der Manager des SV Atlas gab sachlich, aber auch emotional Auskunft über das, was er am Freitagabend erlebt hatte und was seinen Verein noch lange verfolgen wird – und ihn selbst vermutlich auch.

Die Delmenhorster waren zum Landesliga-Spiel bei Kickers Emden zu Gastgewesen und hatten mit 2:4 verloren. Eine gute Viertelstunde nach dem Abpfiff lieferten sich rund 50 gewaltbereite Fans vor dem Ostfrieslandstadion eine Schlägerei – darunter etliche Anhänger des SV Atlas. 26 Beamte waren im Einsatz, nach Polizeiangaben wurden sie mit Steinen, Gläsern und Flaschen beworfen, zwei Polizisten wurden leicht verletzt. Hunde und Pfefferspray wurden eingesetzt, ehe sich die Krawalle nach einigen Minuten wieder auflösten. Verhaftet wurde niemand, allerdings wird wegen Landfriedensbruchs ermittelt. Auch zu Sachbeschädigungen und Körperverletzungen sei es im Laufe des Abends gekommen, wie die Polizei berichtet.

Atlas verurteilt die Vorfälle

Fuhrken war nach der Partie buchstäblich mittendrin gewesen. Zusammen mit seinem Vorstandskollegen Tammo Renken und einigen Fans hatte er vergeblich versucht, die Menge zu beruhigen. „Die Emder hatten am Ausgang des Gästebereichs gewartet. Unsere Fans haben sich provozieren lassen, und dann haben sie sich auf der Straße getroffen“, berichtet er. Die Polizei sei überfordert gewesen: „Bis die Verstärkung da war, war das Meiste schon vorbei.“

Unter den Krawallmachern werden auch Bremer und Essener Hooligans vermutet, die sich dieses Spiel gezielt für Randale ausgeguckt hatten. „Da waren Leute, die sonst nie zu unseren Spielen gehen. Die sind nur gekommen, um sich zu prügeln“, vermutet Fuhrken, der klarstellt: „Für uns als Verein ist das bitter, wir wollen keine Gewalt sehen. Wir verurteilen solche Vorfälle.“

Vorstand will sich mit Fan-Vertretern treffen

Dennoch wird Atlas mindestens eine hohe Geldstrafe erwarten – und eine schwierige Aufarbeitung. Der Verein hat in der Vergangenheit bereits mehrfach den Dialog mit den Fans gesucht, das soll nun wieder geschehen, wie Fuhrken ankündigt: „Wir werden uns als Vorstand und mit Fan-Vertretern treffen. Wir müssen uns auch fragen: Machen wir genug? Und machen wir das, was wir tun, richtig?“ Allerdings: „Wenn sich da Leute verabreden, die mit unserem Verein nichts zu tun haben, weiß ich nicht, wie wir das verhindern sollen.“ Bewusst nahm er auch die Polizei in die Pflicht: „Wir haben lange vorher gesprochen, dass wir uns Sorgen machen. Aber dann sind doch viel zu wenige Beamte da.“